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Dienstag, 21. April 2026

Die Sonne schei...


Bei diesem Wetter scheißt mir die Sonne jedesmal wieder in meine Kleiderordnung, wenn ich zuhause bin - also fast die ganze Zeit, gerade bei Erkältung, die sich dank Kortisontherapie etwas hartnäckiger hält. Denn: Wenn da die Sonne nicht wäre, wäre es recht kalt - und damit wird es nachts in meiner Wohnung ziemlich kühl. Ich merke das aber erst bei'm Aufstehen, weil. Als Konsequenz drehe ich die Heizung eine Stufe höher und ziehe für den Tag einen Pullover an - und dann kommt die scheiNende Sonne um den Block gewandert und knallt mir von 10-17 Uhr durchgehend auf die Wohnung, auf die Dachschrägen, die in ihrem Backofencharakter ein bisschen an den Hähnchenmann denken lassen, der heute wie jeden Dienstag unten steht und hungrige Menschen glücklich macht.

Damit werde ich aber nicht zum glücklich-satten Menschen, sondern zum durchgebackenen Grillhähnchen, drehe die Heizung irgendwann, im Pullover zu Tode schwitzend, wieder runter und ziehe ein T-Shirt an - damit sich die gleiche Soße morgen dann wiederholen kann. Aber was verlange ich - es ist April. Das Wetter ist nur in seiner Unvorhersehbarkeit vorhersehbar. Wenn ich morgen wieder etwas fitter bin, setze ich zur Sicherheit drei Sonnenbrillen auf, oder eine, die zumindest richtig abdunkelt, und gehe mal wieder raus.

Heute war das nur einmal für den Paketboten nötig. Und jetzt werde ich eine digitale Balkonsturzfrau, eine klappernde Geisterpuppe und eine Halsknickfrau zu Tode fotografieren, ich brauche 200.000 Punkte, um mir einen winzigen Beutel für einen zusätzlichen Schutztalisman zu kaufen. 

Die Welt spielt zur Zeit total verrückt. 

Mittwoch, 4. März 2026

Hier kommt die Angst...

Flucht - Heimkehr? - in die Welt der Dinge

Prednisolon
. Eigentlich ging es nur darum: Ein Medikament, um die Entzündungswerte in meinem Blut etwas herunterzubringen. Habe ich immer im Medizinschrank, aber hin und wieder muss ich einmal bei meinem Hausarzt anrufen für ein neues Rezept. Dank des E-Rezeptes ist das ja auch (bei den meisten Ärzten) kein Problem mehr, also klingele ich einmal in der Praxis durch. Mittlerweile ist das Routine, und zwischen Schniefen und Husten - Überresten aus der letzten Woche - haben wir das Ganze erledigt. Ich will gerade auflegen, da kommt noch der Hinweis "Übrigens, wir schließen die Praxis am 23.03." - Ah, Urlaub, kann ich mir ja mal aufschreiben - "und dann ab 07.April ist dann die Nachfolgerin da." Whaaaaaaaaa......??? "Ja, mein Mann geht in den Ruhestand."

"Äh..." und mehr fällt mir dann erstmal nicht ein. Ich bekomme kein vernünftiges Wort mehr heraus. Zum Glück weiß Frau Britz, dass ich Autist bin, eine kleine nette Verabschiedung, eine Einladung für nächste Woche und dann erstmal Leere. 22 Jahre lang war Dr. Britz mein Hausarzt, und er war der beste Hausarzt, den ich mir wünschen konnte. Manchmal mit sehr langen Wartezeiten, und das aus gutem Grund: Er hat sich viel Zeit genommen, um genau herauszufinden, was mich belastet, egal ob Ausschlag, Prellung, Bruch, Infektion, Impfungen, whatever, und sein Team ist einfach großartig, dort verliere ich die Angst vor dem, was mit mir nicht stimmen könnte, wenn mein Finger abgeknickt ist, oder ich kaum noch atmen kann.

Und jetzt ist damit Schluss. Und natürlich war das absehbar. Ich bin in einem Alter angekommen, wo Mitmenschen um mich herum sterben, wegziehen, in den Ruhestand gehen - wo sich Dinge ändern. Aber gerade das ist für einen Autisten unglaublich schwierig zu verarbeiten: Tiefgreifende Veränderungen im Leben. Und der Hausarzt - wenn das nicht tiefgreifend ist, was dann? Erst recht, wenn man mit diversen Diagnosen dasitzt und die Angst aufkommt, dass man von der neuen Ärztin nicht ernstgenommen wird?

Grund genug für ein Beruhigungsmittel. Und für ein Abschotten, zumindest für eine Weile, bis diese Tatsache sich in meinem Kopf etabliert hat: Mein Hausarzt geht. Zeit zum Wechseln.

Und hier kommt das Bild oben in's Spiel: Zum Abschotten gehe ich irgendwo hin, wo ich mich wohl fühle - wo ich mich sicher fühle. Conny hat das ziemlich schnell festgestellt - es sind Videospiele, und zwar ausschließlich solche, die ich allein spielen kann. Ohne andere Menschen - denn hier kommt ein Grundsatz dazu, der für fast alle Menschen auf dem Autismus-Spektrum gilt:

Freitag, 23. Januar 2026

Der absolute Horror


Im ersten Jahresdrittel wartet der absolute Horror auf mich. Das könnte schon morgen losgehen, aber dazu schreibe ich lieber erst etwas, wenn ich Genaueres weiß, ich hasse es, Gerüchte und Eventualitäten zu verbreiten. Die zwei anderen Horrorerlebnisse kann ich aber voller Vorfreude schon einmal ankündigen, und ja, natürlich, es geht um Filme, Videospiele, was sonst. Denn normalerweise ist Horror ja nicht gerade etwas Ersehnenswertes.

Die große Buba kennt eines meiner Lieblings-Videospiele aus dem Genre, weil sie es zusammen mit mir durchgestanden hat: Project Zero 2: Crimson Butterfly. International wird die Reihe unter dem Namen Fatal Frame veröffentlicht; in Japan heißt sie schlicht Zero. Ganz klassischer J-Horror, Geistergeschichten, völlig ohne Ballerei, die einzige Möglichkeit, sich gegen die Geister zu schützen - die nicht alle böswillig sind - ist eine altmodische Kamera, mit der man sie fotografieren muss. Dazu eine unbehagliche Atmosphäre und eine sehr tragische, in japanischer Kultur verwurzelte Geschichte, und Dr Hilarius ist glücklich. Und siehe da: Jetzt im März soll endlich ein Remake für die PS5 erscheinen. Vorfreude, toll, und es kommt noch besser:

Ebenfalls im Anmarsch ist eine Verfilmung eines der besten Spiele aus dem psychological horror, die bis heute auf den Markt gebracht wurden, nämlich Silent Hill 2. Ich bin sehr gespannt, wie treu Regisseur Christophe Gans dem Material geblieben ist - der Trailer ist extrem vielversprechend und ich freue mich riesig darauf, endlich diesen seit mehreren Jahren erwarteten, tragisch-gruseligen Film sehen zu können, hoffentlich inklusive Pyramid Head, einer ikonischen Figur der Reihe.

Und der Horror geht noch weiter: Angst, es nicht zu packen. Denn es gibt eine ganz kleine Chance, dass ich übernächste Woche wieder befristet beschäftigt bin. Drei Wochen. Mit Ziel bis zum Sommer (oder vielleicht sogar länger), denn dann hätte ich wieder Anspruch auf ALG I. Davon ist allerdings noch nichts spruchreif, also bitte keine Glückwünsche ;-)

Es wird auf jeden Fall spannend! 

Samstag, 6. Dezember 2025

Führerschein entkeimen


Klingt ein bisschen komisch, und stand auch nicht ganz in dieser Form auf der To Do-Liste. Aber diese Woche war eine - für Autistenverhältnisse - ereignisreiche Woche. Und erfolgreich, zumindest ein bisschen. Jeder Schritt zählt.

Da wäre zunächst die Beantragung eines neuen Führerscheins. Wir müssen ja fast alle unsere Führerscheine erneuern, da die derzeitigen zu unterschiedlichen Terminen ungültig werden. Mir ist bewusst, dass ich derzeit kein Kraftfahrzeug führe - aber wer weiß, es kann immer sein, dass ich für meine berufliche Situation diesen Führerschein brauche.

Zum Glück hat Conny mir weitergeholfen und mir eine KI-Anleitung gebastelt, was ich da alles machen musste. War ja eigentlich nicht viel, Führerschein, Perso und ein aktuelles (nicht älter als zwei Jahre) biometrisches Passbild. Ich hatte hier noch Passbilder herumliegen, bin aber leider erst bei der Zulassungsstelle darauf hingewiesen worden, dass ich neue Bilder brauche. Zum Glück ist da die Fotobox im Rewe-Center gleich nebenan, und für knapp zehn Euro habe ich da fünf biometrische Passfotos bekommen. Also zurück in die Behörde, in der mittlerweile recht viele Menschen darauf warteten, dass ihre Lappen erneuert würden.

Eine halbe Stunde und knapp fünfunddreißig Euro später war es überstanden. Super nette Sachbearbeiterin, aber ich hatte trotzdem Panik vor diesem Behördengang, gerade weil da so viele Menschen waren. Für solche Zwecke habe ich mein Anxiolytikum, ich liebe die Schulmedizin. Jetzt muss ich nur noch etwa drei Wochen warten, bis der neue Schein per Einschreiben in meinem Briefschlitz landet. We'll see...

Der zweite Angang, den ich etwa zwei Jahre vor mir hergeschoben habe (können auch noch mehr Jahre gewesen sein), war die Grundreinigung meines Kühlschranks. Der war schon nicht mehr in gesundem Zustand, aber das ist so ein Angang, und deswegen habe ich es immer weiter verschoben. Zwei Tage hat die Grundreinigung inklusive Eisfach-Abtauens gedauert, und jetzt ist nichts Gammeliges mehr drin und ich fühle mich extrem erleichtert. Ist schon ein bisschen seltsam, wenn man sich stolz darauf fühlt, endlich den Kühlschrank gereinigt zu haben...

Es gab aber auch zwei extrem positive Ereignisse aus der Medienecke. Heute ist endlich der neue Teil der Metroid-Videospielreihe angekommen (Metroid Prime 4 Beyond) und es hat mich sofort in seinen Bann geschlagen, denn ich liebe die Heldin Samus Aran und habe fast alle Teile der Reihe gespielt. Ich liebe es, fremde Welten zu erforschen, zu analysieren und einfach die tollen Landschaften zu genießen.

Und dann ist der neue Teil der Tron-Filmreihe erschienen (Tron:Ares) und er ist genau wie erwartet und ich finde ihn trotz all' seiner Schwächen richtig toll, weil ich auch da in fremde Welten verschwinden kann um tolle Visuals zu genießen, mit einem Soundtrack der NIN und Gillian Anderson (Scully aus The X-Files) und Jared Leto an Bord.

Und heute habe ich endlich mal wieder mir den kleinen Spaß gegönnt, zum Nikolaus einen Schoko-Weihnachtsmann vor die Türen aller Nachbarn im Haus zu stellen. Ich weiß nicht... irgendwie erfüllt es mich mit Glücksgefühlen, wenn ich unerkannt anderen Menschen eine kleine Freude bereiten kann. 

Also, viel passiert, und wenn ich alles Revue passieren lasse, ist es kein Wunder, dass da so ein Mischmasch wie "Führerschein entkeimen" entsteht ;-) 

Mittwoch, 29. Mai 2024

Freut Ihr euch, wenn es mir schlecht geht?!


"a a a a a a a a a a a a a a sa sa sa lkjybfdöghydfsoglöhjfdisg hhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh tot"

So klingt es, wenn die große Buba und ich auf der Couch sitzen und vor Lachen sterben. Das passiert manchmal synchron, manchmal aber auch nur einseitig - zum Beispiel, wenn wir Witze in einem Film sehen, die ein Autist anders auffasst als eine HSP. Es passiert auch bei Videospielen, und zwar dann, wenn ich gerade mal wieder in einen Abgrund gefallen bin und Lara Croft alle drei Beine gebrochen habe, oder wenn irgendwelche Monster mich plattmachen oder ich mit meiner Waffe mal wieder voll daneben haue - kurz gesagt, freut sie sich ganz oft, wenn es mir im Spiel mies ergeht. Nachtrag: Nein, sie freut sich nicht, sie lacht aber drüber, weil es eben auch witzig ist.

Ich kann das vollkommen nachvollziehen, und dahinter steckt auch keine Missgunst oder böser Wille - sie ist immerhin die große Buba und wir kleben aneinander - und außerdem merke ich das selbst, wenn sie gerade den Controller in der Hand hat und überfordert ist von der Vielzahl an Optionen, was sie als nächstes im Spiel machen soll. Wenn ich dann lache, ist es ganz oft einfach eine Erleichterung zu sehen, dass auch ein anderer Mensch dieselben Probleme bei dem Spiel haben kann wie ich. Deswegen ist es nur logisch, dass wir den Anderen anfeuern und applaudieren, wenn beispielsweise ein Boss besiegt wurde.

Das ist also Spaß - aber für mich immer wieder faszinierend zu beobachten, und ich werde auch nicht müde jedesmal festzustellen: "Du freust dich immer, wenn ich tot gehe!"

Und was hat das mit diesem Blog zu tun? 

Ich hatte schon früher immer mal wieder erwähnt, dass es faszinierend ist, die durchschnittlichen Klickzahlen von Beiträgen zu beobachten: Warum hat diesen Beitrag kaum jemand angeklickt? Warum hat jener doppelt so viele views wie sonst üblich? Dabei merke ich, dass clickbait leider immer wieder klappt - also eine Andeutung in der Überschrift, die neugierig macht, zum Beispiel, oder ein provokantes Bild über dem Beitrag. Auch hilft es sehr, wenn der Titel des Beitrags bereits deutlich macht, worum es gehen wird - auch wenn ich das immer versucht hatte zu vermeiden; ich wollte möglichst kreative Titel finden, auf deren Erklärung man nur über drei Ecken kommt. Ist zwar nett für mich, aber interessiert kaum jemanden.

Und dann ist es generell so, dass Beiträge viel häufiger aufgerufen werden, wenn sie mit meiner psychischen oder beruflichen Situation zu tun haben - das "Psychologiebild" kann manchmal schon Interesse hervorrufen, oder die "Lehrerbilder". Und ich komme nicht umhin festzustellen, dass Beiträge bei besonders negativen oder positiven Nachrichten häufiger gesehen werden - gerade die Hiobsbotschaften für mich werden oft geklickt. Job verloren, Nervenzusammenbruch, und wie ich mit solchen Situationen dann umgehe. Und auch hier bin ich mir sicher, dass keine Missgunst dahintersteckt, zumindest nicht immer. Ich erinnere mich an die Mail von JB, in der der ehemalige Schüler mir geschrieben hat, dass er gern in den Blog schaut, weil er dort sehen kann, dass auch andere Menschen oft mit dem Leben zu kämpfen haben und er damit nicht allein ist - das gibt ihm Mut. Es ist auch ein bisschen das Prinzip der Seifenopern - wir leiden einfach gern mit unseren "HeldInnen" mit, und freuen uns dann auch, wenn es mit ihnen irgendwann wieder bergauf geht. 

Ja, Beiträge werden häufiger angeschaut, wenn es mir schlecht im Leben ergeht - aber weil ich weiß, wer diesen Blog so alles liest, weiß ich auch, dass dahinter oft eine Menge Empathie steckt, und was ich manchmal als Rückmeldung auf solche Beiträge bekomme, wärmt mir das Herz. Zuspruch, "du bist nicht allein"-Erinnerungen, und ganz oft eben nicht nur Phrasendrescherei, sondern ernst gemeint, besonders wenn manche sich die Mühe machen und nicht nur ein like auf den Beitrag klatschen, sondern sich die Zeit nehmen, mir eine Nachricht zu schicken.

Seitdem ich arbeitslos bin und die Jobaussichten immer weiter zusammenschrumpfen, hat sich die Zahl der Klicks verdoppelt. Zum Glück ist es mir nicht wichtig, viele Aufrufe zu bekommen, sonst müsste ich allein schon deswegen darauf hoffen, dass es auch weiterhin keine passenden Stellenangebote für mich gibt.

Ich halte Euch auf dem Laufenden! Und... danke für Eure Anteilnahme!! :-)

Dienstag, 20. Februar 2024

Religion oder Philosophie?


Ich habe ja momentan viel Zeit zum Nachdenken, und da passt es, dass ich gerade ein zweites Mal The Talos Principle II spiele. Rätsel-Videospiele sind großartig, weil sie einem viel Zeit zum Nachdenken lassen. Man geht durch faszinierende Welten, hört angenehme, entspannende Musik, schaut sich die Sehenswürdigkeiten an und findet hier und da ein herausforderndes Rätsel - wenn das dann gelöst ist, dieser Heureka-Moment, das setzt eine enorme Menge Glückshormone frei und es macht mich offener für's Nachdenken.

Das Spiel stellt wichtige Fragen - nach dem Sinn des Lebens, des Strebens, nach dem freien Willen, nach dem Selbst. Das ist intellektuell anspruchsvoll, aber gleichzeitig anregend und hilft mir, aus festgefahrenen Denkweisen auszubrechen. Den gleichen Effekt hatte ich bei The Witness, ebenfalls ein Grafikadventure mit Rätseln und einer hohen philosophischen Dichte. Sollte man nicht meinen, aber es gibt tatsächlich auch Videospiele für erwachsene Intellektuelle, die ihren Horizont erweitern möchten - oder die ihre Grundsätze hinterfragen wollen.

Auch The Sojourn hat viele philosophische "Belohnungen" für's Lösen der Rätsel bereitgestellt, und ich realisiere, dass ich dieses Nachdenken mag. Und ich frage mich, warum ich damals in meiner Schulzeit so eine Abneigung gegen Philosophie hatte. Lag es am komischen Namen der Lehrerin? Kein Mensch heißt "Sandkühler-Jensen". Irgendwie scheine ich mir daraus ein falsches Bild dessen entworfen zu haben, was Philosophie eigentlich bedeutet, und habe fast ausschließlich Religionsunterricht in meiner Schulzeit gehabt, obwohl ich mit evangelischer Religion nie viel anfangen konnte.

Aber besser späte als gar keine Einsicht. Zeit zum Genießen!



Donnerstag, 16. November 2023

Tag 108 - Ding Dong! (dong... dong... dong... dong...)

Neu und weiß

Ich sollte definitiv häufiger Handwerker oder Elektriker in der Wohnung haben. Das letzte Mal, dass ich einen halben Tag lang durchgearbeitet habe, ist ewig her. 

Die Tür-Klingel-Schließanlage ist in unserem Haus in allen Wohnungen ausgetauscht worden. Als Zeitpunkt wurde per Post vor zwei Wochen heute zwischen acht und sechzehn Uhr angekündigt, und auf die Minute genau waren die Stimmen im Treppenhaus zu hören. Heißt, dass ich mir den Wecker stellen musste, auch weil ich Verantwortung äi käi äi Haustürschlüssel meines Nachbarn für heute übernommen hatte. 

Ich wollte vorher natürlich die ganze Wohnung aufgeräumt haben, aber dann kam The TALOS-Principle II und ich war im Aspi-Heaven. Bin ich immer noch, und die Wohnung ist immer noch rumpelig. 

Dafür habe ich allerdings während der Arbeiten Einiges geschafft, denn die haben sich mehrere Stunden hingezogen. Was genau das Problem war, habe ich nicht mitbekommen, ich habe nur immer wieder aus diversen Etagen und auch an meiner Haustür etwas in Richtung "Ach du Schande" gehört. 

Ich hätte mich vor den Fernseher setzen können. Stattdessen habe ich den Stellenmarkt gesichtet (da kommt momentan eine Menge dazu, oft ist aber DaZ Voraussetzung), ich habe endlich, nach Monaten, den Ständer für den Müllsack repariert (der ist großartig und gut standfest und hält Vieles aus, außer wenn man sich draufsetzt); ich hatte es erst mit Klebeband versucht, und mit Reparaturkleber, bis mir heute dann die Heißklebepistole in der Kammer aufgefallen ist, die da seit Monaten unbenutzt herumsteht. Also ab die Post, versuchen kann ich es ja mal - war eine wackelige Angelegenheit, aber jetzt hängen alle Teile wieder so zusammen, wie sie sollen. Mal sehen, ob es lange hält. Ich werde mich jedenfalls nicht nochmal draufsetzen.

Wäsche abgenommen, Decken gewaschen, Bett neu bezogen (ebenfalls ewig vor mir hergeschoben), Papierberg hinuntergetragen (leider nur einen Teil davon, denn die Tonnen sind voll, aber sobald sie abgeholt werden, wird weiter entrümpelt). Die neunundfünfzig Karten mit den Lojong-Losungen unter dem Tisch hervorgekramt und wieder richtig in ihren Kasten einsortiert, nicht benutzte Konsolen weggeräumt. Das Deutschlandticket als Chipkarte zum Januar bestellt, dazu musste ich allerdings persönlich in der KVG-Verwaltung vorbeischauen, weil einige Formulierungen im Antrag missverständlich waren, zumindest für diesen Aspi. Ich bin gespannt, wann ich die Karte in Händen halten darf - endlich nicht mehr das Papierticket ausdrucken, und Handy ist bei mir ja nicht, wie Ihr wisst.

Und nun habe ich also Einiges geschafft und ein neues Klingeltelefon an der Tür geschaltet. Mal schauen, ob die große Buba und ich damit auch wieder so viel Spaß haben werden (die Überschrift spricht Bände für uns). Und vielleicht kann ich dann ja endlich wieder mit der Person unten sprechen, und es ist weiß, und nicht mehr dieses Siebzigerjahre-Orange-Senfcremefarben, als hätte man es dauervollgeraucht. Außerdem ist die Klingelkonsole am Haupteingang rund um die Uhr beleuchtet.

Ich liebe es!

Samstag, 11. November 2023

Tag 103 - In Gedanken versunken

Sie hat auch sehr viel nachgedacht - Alexandra Drennan

Ich schreibe derzeit wenig, ich denke derzeit viel nach.

Vor gut einer Woche ist das Spiel The TALOS Principle II veröffentlicht worden. Wer den Vorgänger kennt, weiß, dass es ein Grafikadventure mit vielen Rätseln ist - diese Rätsel sind allerdings nicht reiner Selbstzweck, sondern tragen zu einem philosophischen SciFi-Narrativ bei. Der Mensch als Wesen wird hinterfragt - von seinen Nachfahren. Im ersten Teil - die große Buba erinnert sich noch gut daran - setzten wir den Grundstein für eine neue Zivilisation, nachdem die Menschheit durch eine unaufhaltbare Krankheit ausgerottet worden war (ein beliebter SciFi-Topos).

Der zweite Teil führt das Ganze weiter, denn er spielt in dieser neuen Zivilisation, und als Spieler wird man noch intensiver als im ersten Teil mit Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach der Bedeutung des Selbst konfrontiert, das eigene Handeln hinterfragt, und das teils abstrakt, aber teils auch so konkret, dass ich manchmal nur in dieser fiktiven Welt stehenbleibe, den Anblick genieße, die New-Age-Musik höre und über mein eigenes Leben nachdenke, und die provokativen philosophischen Fragen, die das Spiel stellt, mit meiner derzeitigen Lebenssituation abgleiche.

Heavy stuff, und deswegen bin ich derzeit ganz in meiner eigenen Welt. Sorry, wenn ich nicht oder nur sporadisch antworte - der Aspi ist in seinem Element und es geht ihm da gut.

post scriptum: Jetzt beginnt die Phase, in der die neuen Planstellen ab Februar ausgeschrieben werden. Es tauchen immer mehr Stellen mit Englisch auf, aber entweder passt das zweite Fach nicht, oder die Schule ist auf Sylt oder in Geesthacht, oder es ist eine Grundschule. Noch nichts Passendes dabei, mal schauen, vielleicht taucht ja auch eine passende Schulanfrage für eine Vertretung dieser Tage auf. 

Abwarten, und Tee trinken. Und nachdenken, und gesund bleiben.

Fabi, Moss, Tom: Ich habe Euch nicht vergessen! I need time...

Samstag, 9. September 2023

Tag 40 - Glücklich, Autist zu sein


Bei allen Problemen, Barrieren und Stolpersteinen, denen man als autistischer Mensch begegnet, gibt es allerdings auch etwas, das besonders schön für uns ist: Wir haben eine besondere Fähigkeit, Dinge intensiv zu genießen. 

Beispiel heutige Generation: Menschen erleben etwas Tolles, machen Urlaub in Frankreich, essen in einem Café original französische Macarons. Bevor sie die aber genießen, muss erstmal ein Foto davon gemacht werden, vielleicht ein Macaron-Selfie, und direkt bei Instagram hochgeladen werden. Das Erlebnis muss geteilt werden, das müssen doch alle sehen, wie gut es einem gehen kann. 

Dieses Verhalten ist natürlich längst bekannt und unzählige Male persifliert worden (zum Beispiel in der Black Mirror-Episode Nosedive): Vor dem Genuss erstmal ein Foto. Und eines währenddessen. Und auch noch eines danach: Die zerzausten Haare nach einer wilden Achterbahnfahrt, das klatschnasse Shirt nach der Wildwasserbahn, das Zeugnis nach bestandener Prüfung. Muss alles geteilt werden.

Ich weiß nicht, ob das nur für mich oder für alle Autisten gilt. Wenn ich der Fachliteratur glauben darf, gilt es für alle: Wir können uns zwar auch so verhalten, aber wir können uns auch voll dem Genuss hingeben. Alles Andere ausblenden, die vorbeifahrenden Autos, die Hitze in der Wohnung - voll konzentriert auf diese Sache, die mich da gerade begeistert, nichts Anderes existiert. Das nennt man Hyperfokus, und auch neurotypische Menschen kennen das. 

Im Ansatz. Bei Autisten ist es eben extremer, und kann zu einem Zustand höchsten Glücks, Ausgeglichenheit, Entspannung, Wohlbefinden führen, der lang anhalten kann (bitte einen Autisten im Hyperfokus nicht stören, das ist ernst gemeint). Ich hätte zum Beispiel so gern eine Szene aus dem Schluss des Videospiels geteilt, weil sie so großartig umgesetzt war, aber ich war so tief drin, dass ich nicht im Ansatz auf die Idee gekommen bin, die Share-Taste auf dem Controller zu drücken. Erst im Nachhinein, viele Minuten später, wenn ich mich von dem Erlebnis wieder lösen konnte, habe ich das realisiert.

Das entschädigt quasi ein bisschen für die oben genannten Blockaden. Wir haben Probleme, aber dafür können wir besonders gut unser Leben genießen - wenn wir wissen, wie ;-)

post scriptum: Dieser Eintrag ist entstanden aus zwei Impulsen. Zum einen habe ich vorhin das Spiel "The Medium" beendet und bin vollkommen in der Story und dem denouement aufgegangen, zum anderen bin ich heute zum Citti-Park gegangen und habe mir mal wieder die meiner Meinung nach besten Macarons gegönnt, die man in Kiel bekommen kann. Die werden in Frankreich frisch hergestellt, sofort eingefroren, dann nach Deutschland importiert und nach zwei Stunden Auftauzeit sind sie ein Paradies auf Erden. "Chef De Paris", zwölf Stück für sechs Euro. Ich lasse mir trotz Arbeitslosigkeit nicht jeglichen Genuss nehmen.

Freitag, 8. September 2023

Tag 39 - Horror-Hitze


Mein Thermometer zeigt dreißig Komma vier Grad in der Wohnung an, das ist herausfordernd. Am besten bleibt man einfach irgendwo sitzen und liest was. Oder schaut sich etwas an, Hauptsache wenig Bewegung. Da kommt es mir gelegen, dass hier noch ein Spiel herumliegt, das ich bisher noch nicht gespielt hatte (wegen Stress mit Arbeitsamt und so weiter).

Es ist ein Spiel genau nach meinem Geschmack: Ein Adventure, ich erforsche in aller Ruhe einen Ort, finde Briefe, Notizen, Postkarten, Mementos, anhand derer ich mir die Hintergrundgeschichte im Kopf zusammensetzen kann. Ich mag es, wenn mein Kopf etwas zu tun hat; mindless action, damit kann ich nichts anfangen.

Wenn dazu dann noch hochauflösende Grafiken kommen, ein surrealer, künstlerischer Stil, und perfekt abgemischter Sound auf den Kopfhörern, das Ganze gepaart mit dem Genre des psychological horror, bin ich in meinem Element. Dann nehme ich die Hitze in der Wohnung kaum noch wahr - natürlich tut auch der Ventilator zuverlässig seinen Dienst.

Ist es bei Euch auch so heiß?

post scriptum: Ich liebe es, wenn ich kreativen Köpfen vertrauen kann. Ich kann davon ausgehen, dass "ultimae records" großartige Musik für mich herausbringen und dass "bloober team" wunderbare Spiele für mich kreieren. 

"Da weiß man, was man hat", jetzt verstehe ich diesen Satz endlich ;-)

Mittwoch, 23. August 2023

Tag 23 - Aspi-Heaven


Langsam realisiere ich, dass ich jetzt Zeit habe. Das merke ich an den Nachrichten, die ich auf Anrufbeantworter und per Mail bekomme; da gibt es Schulen, die momentan dringend Vertretungslehrkräfte suchen und wegen meiner Note werde ich vielen von ihnen angezeigt. Macht also doch etwas aus, die Note, aber leider nichts, was mir bisher geholfen hätte. Schönkirchen hat per Anruf und Mail angefragt, und da es eine Zusammenarbeit mit der Toni gab, könnte ich mir vorstellen, dass irgendjemand meinen Namen bei der Schönkirchener Schulleiterin hat fallen lassen. Das klingt theoretisch auch nach einer sehr interessanten Stelle - allerdings ist es eben nur eine Vertretung. Das mache ich nicht mehr ohne Perspektive.

Aus irgendeinem Grund spiele ich in dieser Phase wieder survival horror-Videospiele, eine schöne Kombination aus Rätsellösen, Plotaufdecken und Selbstverteidigung. Da gibt es einige brillante Spiele, eines von ihnen ist Silent Hill 2. Wenn die große Buba das liest, wird sie da vermutlich nicht besonders begeistert sein, denn sie war damals, als wir das gespielt haben, definitiv underwhelmed. Vielleicht hat es daran gelegen, dass wir aus Versehen ein anderes Ende als das Kanonende freigespielt haben, ich weiß es nicht.

SH2 ist in so vielerlei Hinsicht ein Meilenstein der video game history. Horrorspiele, bei denen man herumrennen und Zombies umlegen muss, das gibt es reichlich, und letztlich ist das gar nicht so weit von der primitiven Befriedigung einer Moorhuhn-Jagd entfernt. Silent Hill zeichnet sich dadurch aus, dass es psychological horror ist, also alles im Kopf stattfindet. Eines meiner Lieblingsgenres. Wieviel mir das Spiel bedeutet, merkt man am Blogbild, das ich fast immer benutze, wenn es um etwas Psycho-logisches geht. Eine Spielszene.

Plot nur ganz kurz: Ein Witwer erhält einen Brief aus Silent Hill, von seiner Frau Mary, die ein paar Jahre zuvor verstorben war. Verwirrt reist er nach Silent Hill, um dort Antworten zu finden. Diese Prämisse ist terrific, spannend, wirft viele Fragen auf und kommt zu einer Erklärung, die tiefenpsychologisch interessant ist. Da hat mein Kopf etwas zu tun, das mag ich.

Jedenfalls ist das Spiel zweiundzwanzig Jahre alt; damals sah die Szene noch so aus:

Es gibt mehr technische Möglichkeiten, das gut umzusetzen, mit der Playstation 5. Was mich aber besonders auftreibt ist das Entwicklerteam. Für das Remake zeichnen Bloober Team verantwortlich. Das ist eine Truppe aus Polen, die das unglaublich gute Layers of Fear kreiert haben. Das haben sie so gut gemacht, dass ich ihnen bereits aufgrund weniger Spiele vollkommen vertrauen kann.

Das ist Aspi-Heaven. Eines der besten psychological horror adventures aller Zeiten wird von einem Team überarbeitet, das den psychological horror auf seiner Visitenkarte hat. Ich bin sehr gespannt!

Und warum spiele ich überhaupt solche unheimlichen und grauslichen Spiele? Ganz einfache Antwort: Um mich meinen Ängsten zu stellen, und das führt tatsächlich in der Realität dazu, dass ich wesentlich entspannter bin als noch vor ein paar Jahren. Beschäftigung mit Horror nimmt dem Unbekannten den Schrecken.

Ich bin unheimlich aufgeregt und werde selbstverständlich einen Eintrag zu der Neuauflage des Spiels verfassen. Ist nicht alles schlecht in der Arbeitslosigkeit, solange es nur eine Transitionsphase ist.

Mittwoch, 19. Juli 2023

Helgoland geht unter

Jetzt gibt's kein Zurück mehr!

Es wird Zeit, nach vorne zu schauen. Die ganze Verbitterung und den Zynismus abzuwerfen - das dauert eine Weile. Lojong hilft. 

Auf dieses Schreiben habe ich schon lange gewartet: Vor einer ganzen Weile habe ich von den Friseur-Ladies erfahren, dass in unserem Viertel straßenbaulich etwas getan werden soll. Ich wusste aber nicht, was und wie lange das dauern würde, mir fehlten die Details, die nun in einem vierseitigen Schreiben allen Anwohnern zugegangen sind.

"Helgoland geht unter" ist gar nicht mal so übertrieben - die Helgolandstraße, an der ich wohne, soll komplett herausgerissen werden. Die Abwassersysteme sind marode und müssen erneuert werden. In dem Zuge muss sich das Kopfsteinpflaster verabschieden, die Straße wird komplett asphaltiert. Was ich richtig gut finde: Es sollen ausreichend Fahrradbügel installiert werden. Unser Viertel hat viele Fahrradfahrer, die Mieten sind relativ günstig, das zieht Menschen an, die sich ohne Auto auf Fahrrad und ÖPNV verlassen.

Ich bin aufgeregt! Jetzt geht es also endlich los; in den letzten Monaten waren immer mal wieder Landvermesser zu sehen, das hat ein bisschen Vorfreude geschürt. Wobei "Freude" vielleicht nicht der passende Ausdruck ist; die Bauarbeiten werden laut, Verkehr wird eingeschränkt - aber ich werde arbeitslos sein, mir kann das alles einigermaßen egal sein. Die Bauarbeiten sollen etwas über ein Jahr andauern. Werden also wahrscheinlich drei Jahre. 

Ganz so lang werde ich dann wohl hoffentlich nicht arbeitslos sein.

post scriptum: Es ist kaum zu glauben, aber die "Final Fantasy"-Reihe hat endlich - ENDLICH! - ihren ersten schwulen Kuss vor die Kamera gebracht. Nachdem Teil fünfzehn extrem männerzentriert war und vom "male gaze" beherrscht wurde, ist man jetzt einen Schritt weiter. Aber nicht zu früh freuen: Teil sechzehn ist "male gaze" pur! Das merkt man in der Kameraarbeit: Solange die beiden jungen Männer sich nur unterhalten, gibt es close-ups, aber genau für die Dauer des Kusses geht die Kamera so weit auf Distanz, dass man nichts erkennen kann. Wir wollen doch schließlich die homophoben Gamer nicht zu sehr verstören. Ich könnte... whatever. Wer es sehen möchte, möge einmal hier klicken, zu die große Bubas und meinem Twitteraccount, auf dem wir Screenshots und kurze Videos der Spiele posten, die wir gerade spielen. 

paulo post scriptum: "Rising action" ist nicht nur für die Bauvorhaben da unten angesagt: Ich habe heute mit dem "Landesamt für soziale Dienste" telefoniert und man hat mir mitgeteilt, dass eine Entscheidung gefällt wurde und sie mir Ende dieser Woche, spätestens nächste Woche postalisch zukommen sollte. I'll keep you posted!

Sonntag, 30. Oktober 2022

Mehr Zeit


Es ist ja nicht nur, dass dieses Wochenende einen Tag länger ist dank eines Feiertages, den ich überhaupt nicht auf der Rechnung hatte und der mir ein sehr langes Wochenende beschert (Dienstag ist mein freier Tag, auch wenn ich in den nächsten Wochen dienstags immer zu Konferenzen in der Schule sein werde). Es kommt noch dazu, dass die Uhren jetzt umgestellt wurden, und seit langem habe ich das nicht mehr so spät am "Tag danach" realisiert. 

Mir war nur aufgefallen, dass mein Wecker eine falsche Uhrzeit zeigte, im Vergleich zu vielen anderen Uhren in meiner Wohnung. Mir war nicht mehr bewusst, dass ich mittlerweile kaum noch Funkuhren in der Wohnung habe, sondern fast alle per Hand eingestellt werden. Erst nach dem morgendlichen Nachrichtenlesen ist mir aufgefallen, dass es eine Stunde früher ist und ich damit eine Stunde mehr zum Ausschlafen - oder was auch immer - hatte.

Schön! Ich glaube, dann nutze ich diesen Tag ganz dreist nur für mich. Okay, eine Maschine Wäsche anstellen, denn der Mount Wäscherest ist mittlerweile zu groß geworden. Aber ansonsten voll und ganz in die Welt von Star Ocean abtauchen, und zwischendurch vielleicht etwas weiter an einem Farbnonogramm arbeiten. "Suh-weeeeeet!" würde mein Protagonist dazu sagen.

Ich hoffe, Ihr könnt die Zeit ein bisschen für Euch nutzen, um in der nächsten Woche dann wieder erholt in die Schule zu gehen.

Sonntag, 9. Oktober 2022

Der Stoff, aus dem Albträume sind


Mittlerweile kann ich das sagen, ohne rot zu werden: Ich bin ein Fan von intellektuell anspruchsvollen virtual reality-Ausflügen. Bisher immer mit PSVR, in Spielen wie Obduction oder Transpose oder Red Matter, in denen es Rätsel zu lösen und Geschichten zu entdecken gibt. Ich genieße diese völlige Freiheit, ungestört zu sein, nicht mit der Unberechenbarkeit anderer Menschen konfrontiert zu werden, sondern auf die meist logisch aufgebauten, verlässlichen Spielmechaniken vertrauen zu können. Schöne landscapes and soundscapes vervollständigen das Ganze, einfach traumhaft.

Umso erschrockener war ich, als ich vor einer Weile zum ersten Mal einen Trailer zu Mark Zuckerberg(äi käi äi Meta)s Horizon Worlds gesehen habe. Das ist also die virtuelle Onlinewelt, in der nach Zuckerbergs Vorstellung sich alle Menschen wohlfühlen können sollen. Dass ein weiblicher User dann früh von einem gang rape-Erlebnis mit mehreren männlichen Usern berichtet hatte - das waren dann eben Startschwierigkeiten. Die konnte man mit Zensur oder Blockfunktion unter den Tisch kehren.

Es gibt gute Medien, die uns den potentiellen Horror von virtuellen Realitäten vorführen - seien es nun Filme wie Kathryn Bigelows Strange Days (1995) oder Hank Greens A Beautifully Foolish Endeavor (2020) - oder wie etwas harmloser dargestellt in Spielbergs Ready Player One (2019). Oder aber der Zuckerberg-Trailer, in dem mir ohne Vorwarnung unterkörperlose Torsos präsentiert wurden, die durch die Gegend gefahren sind. Das klingt irgendwie lustig, aber im ersten Moment war es ein (ernstes) Horrorszenario. Wenn mir sowas in einem Traum begegnet, wechselt das Ganze sofort in einen Albtraum - und davon habe ich eigentlich nicht mehr so viele. Macht auch gar nichts.

Insofern danke an Mark Zuckerberg für eine unvergessliche Erfahrung, die ich mir nicht durch allzu schnelle Wiederholung verderben möchte.

Ein Blick lohnt sich - wenn vielleicht auch aus den falschen Motiven:



Sonntag, 2. Oktober 2022

Sonntag

Schall und Rauch, smoke and mirrors

Ich könnte über Verschiedenes schreiben. Darüber, dass Bolsonaro hoffentlich verliert. Dass ich gestern Gaspar Noés neuen Film gesehen habe, ein schonungsloses Stück über Demenz, mit Dario Argento in einer Hauptrolle (Filmliebhaber können sich darunter was vorstellen). Dass es kalt und dunkel wird, und warte mal, genau da könnte ich einklinken. Wenn es draußen grau und regnerisch ist...

...das hat mich in den Kronshagener Bergen immer etwas runtergezogen. Diese einzigartige Aussicht aus dem fünfzehnten Stock konnte bei grauem Regenwetter ganz schön deprimierend sein. Soll heißen, kein Serotonin, lahm, müde, schlecht drauf. Seitdem ich in Hassee wohne, mache ich das anders: Wenn draußen schönes Wetter ist, lasse ich die Rollos hoch und die Sonne hereinscheinen, aber im Winterhalbjahr sind die Rollos die meiste Zeit unten, nicht nur, um das Grau auszublenden, sondern um hier drinnen etwas Atmosphäre aufzubauen.

Lichtkonzepte und Sandelholzduft bewirken schon eine ganze Menge. Heute habe ich wieder das VR-Headset aufgesetzt, Kopfhörer eingeklinkt, in jeder Hand einen dieser Playstation Move-Controller und bin in das Anwesen des Malers in Layers of Fear gegangen. 

Gestern hatte ich noch geschrieben, wie genial es sei, den Handgelenktimer mit seinem Vibrationsalarm zu haben, denn: In der VR sind die Sinne von der Realität abgeschottet. Ich höre nichts von draußen, ich sehe nichts von draußen. Ich bin in diesem Anwesen, auf das gerade ein Gewitter niedergeht, und lese Briefe, Zeitungsartikel, höre Musik und befinde mich im Kopf des Malers, der mit der Zeit den Verstand verliert. Das wird unglaublich effektiv umgesetzt und ist nichts für zarte Gemüter, das kann motion sickness auslösen (bei mir nicht) und die vielen flackernden Lichter und visuellen Effekte können bei Epileptikern einen Anfall triggern. Ich komme da unbeschadet durch, während mir Klaviermusik durch die Ohren schwirrt, Malfarben vor meinen Augen verlaufen, ich blicke mich um und verliere die Orientierung, die Controller in meiner Hand vibrieren und es fühlt sich tatsächlich phasenweise an, als ob sich das Gefüge der Realität zersetzt.

Falls das schlimm klingt: Keine Sorgen machen. Es ist ein atemberaubendes Erlebnis, und mir geht es gut.

Aber unter all' diesen Effekten habe ich nicht einmal mehr das Vibrieren am Handgelenk wahrgenommen; ich beende das Kapitel im Spiel, steige nach und nach aus dem Equipment heraus und in die Realität hinein und werfe einen Blick auf die Uhr - ! What the...?! Plötzlich ist es Abend.

summa summarum: Ich bin ein begeisterter VR-Spieler. Da drinnen gibt es keine unberechenbaren Menschen, die mich stören, sondern einfach nur schöne Landschaften, Klangschaften, Maschinen, Rätsel und Ausblicke. Eine tolle Beschäftigung für einen freien Tag, wenn man wieder auf den Beinen ist.

post scriptum: Schniefen nervt. Aber in VR ist es nicht so einfach, mal eben schnell die Nase zu putzen...

Samstag, 1. Oktober 2022

Und mehr Farbe an den Arbeitsplatz!

Ein Hauch Tron zuhause...

Wo fange ich an? Vielleicht mit dem Umstand, dass ich jetzt zwei negative Coronatests hintereinander hatte. Das tut gut - allerdings irritiert mich, dass bei diesen Tests die Linien nur so schwach zu erkennen sind. Ich muss mir nochmal andere besorgen; die große Buba hatte sich so ein all you can test-Familienpaket geholt, das sollte ich auch machen. Also, es ist besser. 

Ich wollte schon fast den Unterricht für Montag vorbereiten, aber Montag ist ja nicht. Weiß ich jetzt auch, richtig, Tag der deutschen Einheit. Also habe ich heute noch etwas zu essen geholt, Maggi fix, reicht für zwei Tage, und Montag gibt es Döner oder so.

Die Stimmung ist inzwischen auch deutlich besser geworden, und so habe ich mich heute endlich mal wieder an ein neues Grafikadventure gemacht (Red Matter). Science Fiction. Kleines bisschen unheimlich. Und in Virtual Reality, also insgesamt ein Paradies für diesen Aspi, der in die Welt eintaucht und die Zeit vergisst. HA! Eben nicht! Ziemlich cool, hier macht sich der Handgelenktimer bezahlt, denn der hat einen Vibrationsalarm, und so kann ich ihn mir auf eine Stunde einstellen, in die virtuelle Realität gehen und muss nicht Angst haben, wie spät es draußen wohl gerade ist. Das ist eine sehr coole Sache, ich fange an, dieses kleine Gerät liebzugewinnen.

Genauso wie ich zwei neue Geräte an meinem Schreibtisch hoffentlich werde liebgewinnen können - ich habe mich jetzt endlich mal zu einer Gaming-Maus und -Tastatur (die große Buba korrigiert Tatatus) durchgerungen, einfach wegen der leuchtenden Farben. Darauf springe ich nun mal an, mich beruhigt das und ich fühle mich dabei richtig wohl. Mir ist das neulich aufgefallen, als ich mir mal wieder Tron:Legacy (2010) angeschaut habe, ein SciFi-Adventure mit düsterer Ästhetik und leuchtenden Linien. Sowas mag ich - deswegen spiele ich damit ja auch in meiner Wohnung ein bisschen herum.

Ich glaube, ich sollte den Tag mit Blade Runner 2049 (2017) abrunden, das würde stilistisch passen.

Mittwoch, 13. April 2022

Die Techno-Tuba

Damals waren wir noch Project Zero-jungfräulich...

"Ich glaube, das können wir auf meine Titte schreiben, oder?"

"What...?"

Es kommt nicht oft vor, dass die große Buba und ich uns nicht verstehen. Wir sind nach den Jahren mittlerweile aufeinander eingestimmt, haben unsere eigene Sprache, aber hin und wieder gibt es dann doch die Momente, in denen ich nicht weiß, was sie meint, und nachfragen muss. Es ging um Reizüberflutung (das war es doch, oder?); dieser Punkt sollte in ihren Kreis unseres Venn-Diagramms. Als HSP hat sie manchmal Probleme mit zu vielen unterschiedlichen Reizen, erst recht gleichzeitig auf unterschiedlichen Sinnen. Sie braucht zum Beispiel etwas Zeit, um etwas Gesehenes zu verarbeiten, und währenddessen geht etwas Gehörtes an ihr vorbei. Reizüberflutung.

Bei mir gehen auch Dinge vorbei, aber aus einem anderen Grund, nämlich der intensiven Fokussierung auf das, was mich gerade interessiert (Hyperfokus) - ich blende dann alles andere aus. Ich kann bei einem alten Videospiel in einer Szene Tränen vergießen, obwohl da nur Pixelmännchen hin und her gehen und der Sound noch sehr Neunziger ist. Das ist dann alles irrelevant für mich. Und so kann ich auch in einer Filmszene mich vollkommen auf das Wesentliche konzentrieren und nehme kleine Details am Rande oft nicht wahr, während die Buba das alles mit den Augen aufschlotzt.

Was für ein unnötig langes Ausholen zum heutigen Thema: Die fette Schnecke rüstet auf und schafft sich ihre eigene Videospielkonsole an. Dass ich das noch erleben darf! Bisher waren "richtige" Videospiele - also keine Handy-Apps und Ähnliches - für sie immer ein Erlebnis im dritten Stock und nirgendwo sonst. Und sie kann sich ja eigentlich richtig für diese Spiele begeistern, schwärmt ab und an von der Musik und lässt sich auf aufregende Reisen mitnehmen, und ich habe sie immer wieder genervt, warum sie denn nicht eine eigene Konsole nutze, denn dann könne sie auch zuhause in einer freien Minute mal spielen, ohne dass es immer in Kiel mit dem alten Frettchen sein muss.

Was für ein unsortierter Beitrag. Was hat die Reizüberflutung mit dem Buba-Upgrade zu tun? Sie lernt gerade kennen, welche Videospiele für sie geeignet sind und welche (noch?) nicht, weil sie zu intensiv sind. Zu überfordernd; und die neuen Spiele werden immer detaillierter, immer bombastischer, da sehnt man sich hin und wieder nach der Einfachheit (und ich freue mich schon drauf, wenn wir irgendwann mal Golden Sun spielen, oder Final Fantasy VI).

Jedenfalls bin ich stolz auf die große Buba, dass sie diesen Weg der technologischen Aufrüstung nach laaaaaaaaaaaa




aaaaaaaaaaaa






aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa



aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh



hhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh




hhhhhhhhhhhhhh



hhhngem Zögern gegangen ist. Feidhe!

post scriptum: Und ja, die Dinge kommen hier langsam wirklich in Bewegung, die Wohnung wird tatsächlich schrittweise wieder bewohnbar, und in einem weiteren Seelenstriptease-Beitrag werde ich dann einmal zeigen, in welche Extreme Aspis gehen können. Stichwort: Wegen Corona finden die offenen Selbsthilfegruppetreffen momentan nur online statt - ich habe aber endlich eine Kontaktperson. Auch das geht voran. 

Freitag, 8. April 2022

Ungewöhnliche Prioritäten


Ist das ein Glas Asperger pur? Ich könnte mir das vorstellen; vielleicht kommentiert Ihr diesen Beitrag ja und wir finden es heraus.

Szene: Die Krankheitssymptome der Epididymitis sind wieder aufgetreten. Ich sollte umgehend einen Termin beim Urologen machen, damit ich die nötigen Medikamente zur Behandlung bekommen kann und wir uns auf die Ursachenforschung machen können. Im Rahmen des compartmentalizing steht Donnerstag Vormittag ein Anruf in der Praxis an, kein Problem, das kommt irgendwo zwischen "Komm', die große Buba, wir fahren einkaufen!" und Wohnungsentmüllung. Passt.

Problem: Donnerstag Vormittag ist der siebte April Zwanzig Zweiundzwanzig. Auf diesen Tag habe ich seit über sechzehn Jahren gewartet - und plötzlich ist alles Andere sekundär. Für die Erklärung hole ich etwas aus.

Eines meiner liebsten Videospiele ist Chrono Trigger (1995), damals für das SNES erschienen. Es sah toll aus, hatte gut ausgearbeitete Charaktere, schöne Musik, Humor und einen anspruchsvollen Plot mit vielen optionalen, aber relevanten und durchdachten Sidequests. Viele Fachzeitschriften sehen das Spiel mittlerweile als eines der greatest video games of all time an, und ich kann das gut nachvollziehen. Ähnliches Lob erhielt der Nachfolger Chrono Cross (1999) für die Playstation, wurde aber leider nie in Europa veröffentlicht, und so konnte ich nur sehnsüchtig davon träumen, dieses Spiel einmal zu spielen. 

Ich hatte im Studium eine intensive Phase, in der ich Musik von Menschen gehört habe, die bekannte Videospiel-Soundtracks neu vertont haben, teilweise mit künstlerisch hochwertigen Erfolgen; die Community OverClocked Remix gibt es auch heute noch. Die große Buba kennt tolle Videospiel-Soundtracks und kann sich denken, was das für ein Erlebnis für mich war, meine Lieblingsstücke neu aufgelegt zu hören.

Natürlich habe ich dort auch neu interpretierte Musik von Chrono Trigger gefunden und konnte in Erinnerungen an dieses tolle Spiel schwelgen. Und wenn ich den Nachfolger Chrono Cross schon nicht spielen konnte, dann wollte ich zumindest die Musik hören, und so ist ein ganz bestimmtes Lied zu einem Ohrwurm für mich geworden (hier kann man es anhören).

Das war vor etwa sechzehn Jahren. Ich hatte viel Zeit, mir auszumalen, wie das Spiel wohl gewesen sein muss, die Musik zu hören und immer wieder im Internet zu lesen, was das doch für ein tolles Spiel war. 

Und dann kam der siebte April Zwanzig Zweiundzwanzig.

Endlich ist Chrono Cross problemlos in Europa verfügbar, für diverse Konsolen, darunter auch für meine Nintendo Switch. Ich habe es mir natürlich sofort runtergeladen und gestartet. Ich war (und bin) voll in the zone - alles Andere ist sekundär. Essen und Trinken. Mails beantworten. Meine Gesundheit. Und so habe ich weder gestern noch heute daran gedacht, den Arzt anzurufen. 

Ich realisiere, dass ich mir für die zweite Ferienwoche einen ganz genauen Tagesablaufplan machen muss, den ich dann genauestens befolge. Ohne eine externe Aufsicht habe ich andere Prioritäten als viele Menschen (und ich bin damals wochenlang mit einem gebrochenen Finger herumgelaufen, ohne zum Arzt zu gehen [sehr drollig: Im damaligen Blogeintrag habe ich das auf die Hochbegabung geschoben. Die vor-autistische Zeit :-P]). 

Talk about "geistig behindert".

post scriptum: Die OCRemix-Seite könnte Dich vielleicht interessieren, die große Buba: Dort kannst Du ganz genau nach Spiele-Soundtracks suchen und herausfinden, ob sie neu interpretiert wurden. Ich denke da zum Beispiel an die Windmühlenmusik aus "Ocarina of Time" ;-)

Freitag, 18. März 2022

"...nicht mehr interessant..."


"Leider bist du mit deiner Fächerkombination nicht mehr interessant für uns."

Diesen Satz habe ich vor einigen Jahren an einer anderen Schule aus dem Mund meiner Schulleitung gehört und war dann ein Wochenende lang für niemanden erreichbar. Sollte das irgendwann einmal wieder passieren, macht Euch bitte keine Sorgen um mich.

Es ist deprimierend, dass man in unserem Schulsystem eigentlich nichts weiter als eine Fächerkombination ist. Das erinnert mich an Shirley Jacksons wunderbare Kurzgeschichte My Life With R. H. Macy (1948), in der die Hauptfigur am Ende völlig desillusioniert ihren Job kündigt, weil sie nur noch eine Zahl in der Verwaltung geworden war. Den letzten Absatz möchte ich hier gern wiedergeben:

"I wrote Macy's a long letter, and I signed it with all my numbers added together and divided by 11,700, which is the number of employees in Macy's. I wonder if they miss me."

post scriptum: Bitte NICHTS zwischen den Zeilen zu lesen versuchen!!!

paulo post scriptum: Immerhin ein comic relief, ich habe heute herausgefunden, wofür ich den "Abgrund Schüler" brauche. 


Sehr cool übrigens auch die "Rebellion Gardenia", ich stelle mir vor, wie mein Garten aus Blumen sich zum Krieg gegen mich erhebt. Fantasie hat Dr Hilarius - also kann er kein Aspi sein. Es bleibt spannend.

Sonntag, 13. März 2022

"Spiegelung Maske" auf Steroiden

Das war ja noch einigermaßen verständlich...

Nach dem etwas sentimentaleren Brief an... vom Freitag kommt heute mal wieder etwas Leichtherziges, das vermutlich nur die große Buba witzig finden wird. Vielleicht noch Herr Leinhos, denn der hat mir damals von einem Manga-Charakter erzählt, ein Mann mit dem Namen Frau. Ja, es geht um japanische Namen.

Spiegelung Maske. Ich habe es.

Dieser Satz aus dem Videospiel Project Zero hat der fetten Schnecke und dem alten Frettchen damals geholfen, etwas comic relief in ein Horrorspiel hineinzubringen (interessant: Wenn ich diese Sachen allein spiele, fällt mir sowas überhaupt nicht auf, dann gehe ich bierernst an die Sache heran. Meistens. Gestern nicht.)

Die japanischen Kanji (Schriftzeichen) eines Namens haben alle ihre eigene Bedeutung, deren Gesamtbedeutung man sich dann zusammendenken muss. Bei "Spiegelung Maske" dürfte das nicht so schwer sein, und die Übersetzer hätten da ruhig etwas kreativer sein können. Anderes Beispiel: Die japanische Achterbahn Takabisha, deren einzelne Kanji in etwa "hoch fliegen Wagen" bedeuten.

Meistens kann man sich da etwas zurechtbasteln. In der Atelier-Videospielreihe sind diese lustigen Namenskreationen an der Tagesordnung, und ich kann mir etwas denken bei der Alchemiezutat (in der englischen Sprachversion) "Kranke Cocktail" oder "Straight Baum", vor allem, wenn noch ein kleines Bild dazu gezeigt wird. Hin und wieder - relativ selten - kommen dann aber Gegenstände, die sich absolut nicht erschließen lassen, und ich bitte jetzt Herrn Leinhos und die große Buba um Erklärung für

Abgrund Schüler

und gemeint ist damit ein Alchemiegegenstand, der aussieht wie ein Auge. Ich bin für sieben Minuten aus dem Lachen nicht mehr herausgekommen, bevor ich gemerkt habe, dass ich Abgrund Schüler dringend für eine neue Formel brauche.

...und dann denkt man immer, schräger geht es kaum, aber nach drei Stunden Daddelei habe ich einen Gegenstand bekommen, der aussieht wie ein Blumenstrauß, und der heißt

Zersetzend Wolf

und ich kann nicht anders, als den Spültod zu sterben. Los Leute, setzt Eure Linguistik-Power ein und erklärt mir das!