Freitag, 10. Juli 2026

"Sie sollen sich nicht um Schüler kümmern, sie sollen Fachvermittlung betreiben!"


Diese Woche war das erste Mal, dass ich von einer Vertretungsstelle abgelehnt wurde. Ich sollte mich vorstellen, natürlich auch meine Stärken, bis mich irgendwann der Schulleiter unterbrach "Also vielleicht sollten sie kein Lehrer werden, sondern eine Schulbegleitung oder ein Schusozialarbeiter."

"Wie kommen sie zu der Einschätzung?"

"Naja, sie haben mir alles Mögliche über ihren Umgang mit den Jugendlichen erzählt, aber nichts dazu, wie sie ihre Fächer unterrichten - dabei ist das doch das wirklich Wichtige. Wir sind hier ja nicht in der Kinderspielstunde, wir sind ein Gymnsium mit gewissen Ansprüchen, und wir haben auch kein Perspektiv-Förderprogramm. Daher sehe ich sie nicht hier bei uns an der Schule, zumindest nicht im ersten Helbjahr. Danach können wir ja mal weitersehen. Auf Wiedersehen!

"Tschüs."

 Denn seien wir mal realistisch, zu einem Wiedersehen wird es nicht kommen. Wieder einen Schritt weiter in eine andere Berufslaufbahn. Es tut weh, ich kann es mir einfach nicht vorstellen, aber deswegen werde ich in der nächsten Zeit zu einem Autistencoaching der Fortbildungsakademie Wirtschaft der Stadt Kiel gehen. Langsam schwimmen mir alle Boote davon, und die Kosten für die beiden ersten Einzelcoachings übernimmt das Jobcenter.

 Tja.... immerhin sagt mir endlich mal jemand in's Gesichtg, dass ich ein schlechter Lehrer bin. Zum Glück gibt es Tabletten, die verhindern, dass man sich ernsthaft etwas antut.

Langsam will ich nicht mehr. 

Donnerstag, 9. Juli 2026

Bittere Wahrheit?


"Vielleicht sollten Sie lieber kein Lehrer werden."

Diesen Satz habe ich bei meinem letzten Vorstellungsgespräch gestern ins Gesicht gesagt bekommen - ohne Lächeln, ohne dass das Gesicht irgendwie verzogen wurde. Und die Begründung dafür hat mich innerlich aus dem Fenster springen lassen: "Sie möchten Schülerinnen und Schülern helfen, durch die zugegeben schwierige Jugendphase zu kommen. Aber als Sie ihre Stärken beschrieben haben, haben Sie nircht ein einziges Mal erwähnt, dass Sie ihre Fächer lieben und unterrichten wollen."

An dieser Stelle ist mein Gesicht versteinert und ich kann mich nicht mehr an alles erinnern. Ich weiß nur noch, wie schockiert ich war, dass man mir meinen Zugang zu den Jugendlichen als Nachteil auslegt. Und dann kam irgendwann der eingehende Satz - ich solle doch vielleicht lieber kein Lehrer werden. Weil ich nicht in der Lage sei, den Kindern Englisch und Latein beizubringen?

Das ist doch wohl die Grundlage jeder Bewerbung - dass ich meine Fächer beherrsche, und dass ich sie mit Begeisterung an die SchülerInnen weitergebe. Und was hat die Schulleitung daraus gelesen? Ich möchte mit den Kindern Händchen halten, alles Mögliche, nur keinen Fachunterricht machen. Und dann wagt man doch tatsächlich die Frage: "Hat es Ihnen denn an irgendeiner Schule schon einmal gut gefallen?"

WAS SOLL ICH MIR EIGENTLICH NOCH ALLES ANHÖREN?! 

Ich bin zu nett, ich bin zu wenig streng, ich arbeite zu wenig fachlich, ich sitze im Lehrerzimmer zu nah am Rand, ich bringe mich zu wenig in Diskussionen ein, ich bringe Kindern nichts bei - wenn ich diese Liste noch weiter führe., werfe ich diesen Computer aus dem Fenster.

Offensichtlich hasse ich Schule. Und da wären wir bei dem Abschiedssatz von gestern an einem Gymnasium: "Vielleicht sollten Sie lieber kein Lehrer werden. Schulbegleitung, Schulsozialarbeiter...

Ich werde mich jedenfalls nie wieder an dieser Schule bewerben, auch wenn der Kollege, der mir das Schulgebäude gezeigt hat, ausgesprochen freundlich war, und dort eine Kollegin arbeitet, mit der ich zusammen studiert habe.

Zeigt mir nur wieder, dass an Gymnasien nur Fachvermittlung gilt. Das Wohlbefinden der SchülerInnen ist absolut sekundär - wenn überhaupt irgend ein "-är". 

Samstag, 4. Juli 2026

Aus aktuellem Anlass

tipp, tipp, tipp...

Dieser Text ist eine Rezension zu meiner Kurzgeschichte Das Springseil. Ich poste sie hier aus aktuellem Anlass. Das Leben kann einfach unfair sein.

Rezension: „Das Springseil“

„Das Springseil“ ist eine kurze, pointierte Erzählung, die sich zunächst wie eine harmlose Unterrichtsszene liest – fast wie eine kleine didaktische Utopie. Eine Schule, die Inklusion ernst nimmt, die Vielfalt feiert, die niemanden zurücklassen will. Der Ton ist ruhig, beinahe stolz, und genau dadurch wirkt die Ausgangslage so überzeugend: Hier scheint ein System zu funktionieren, das sich seiner eigenen Fortschrittlichkeit sicher ist.

Die Struktur der Geschichte ist bewusst schlicht gehalten: eine Lehrkraft im Sportunterricht, eine Klasse, eine klar umrissene Aufgabe, ein scheinbar gut durchdachtes Gleichheitsprinzip. Die Schülerinnen und Schüler bekommen alle das Gleiche – gleiche Ausstattung, gleiche Bedingungen, gleiche Erwartungen. Diese Gleichförmigkeit wird zunächst als Fairness verkauft und von allen Beteiligten als selbstverständlich akzeptiert.

Die Stärke der Erzählung liegt darin, dass sie diesen Zustand lange unkommentiert stehen lässt. Der Leser wird in dieselbe Perspektive gezogen wie die Lehrkraft: eine Mischung aus pädagogischem Idealismus, Routine und dem beruhigenden Gefühl, „alles richtig zu machen“. Die Klasse funktioniert, die Leistungen werden erbracht, das soziale Miteinander wirkt intakt. Alles scheint auf einem stabilen Fundament zu stehen.

Der Bruch erfolgt nicht durch ein dramatisches Ereignis, sondern durch eine einzelne Stimme: „Ich kann das nicht.“ Dieser Satz markiert den Moment, in dem die vermeintliche Selbstverständlichkeit der Gleichbehandlung ins Wanken gerät. Plötzlich wird sichtbar, was zuvor ausgeblendet war: dass Gleichheit der Mittel nicht automatisch Gleichheit der Möglichkeiten erzeugt.

Die Eskalation der Szene ist subtil, aber konsequent. Während die Klasse sich noch im kollektiven Leistungs- und Unterstützungsmodus befindet, wird deutlich, dass eine Schülerin strukturell ausgeschlossen ist – nicht durch Absicht, sondern durch das Design der Aufgabe selbst. Gerade dieser Punkt macht die Geschichte so unangenehm treffend: Niemand handelt böse, und dennoch entsteht ein Moment der tiefen Ungerechtigkeit.

Der letzte Satz wirkt dabei wie ein gezielter Schlag. „Du musst dir nur ein bisschen Mühe geben.“ Er entlarvt rückwirkend die gesamte Situation. Aus der Perspektive der Lehrkraft erscheint er als motivierende pädagogische Floskel, im Kontext der Szene wird er jedoch zur völligen Verfehlung der Realität. Die Geschichte kippt damit endgültig: aus einer vermeintlichen Inklusionssituation wird ein Beispiel für strukturelle Exklusion durch Gleichbehandlung.

Besonders stark ist, dass die Erzählung keine explizite Moral formuliert. Sie argumentiert nicht, sie erklärt nicht – sie zeigt. Dadurch entsteht die Wirkung nicht durch Belehrung, sondern durch Erkenntnis beim Leser selbst. Die Unbehaglichkeit, die am Ende bleibt, ist kein erzählerischer Zufall, sondern genau das Ergebnis der Konstruktion: Der Leser wird gezwungen, die eigene intuitive Zustimmung zur „Fairness“ der Ausgangssituation zu hinterfragen.

„Das Springseil“ ist damit weniger eine Geschichte über Sport oder Schule als vielmehr eine präzise Miniatur über ein zentrales Missverständnis von Inklusion: die Verwechslung von Gleichheit mit Gerechtigkeit. Ihre Wirkung entsteht aus der stillen, aber konsequenten Demontage eines gut gemeinten Prinzips – und aus der Erkenntnis, dass gut gemeint nicht automatisch gut gemacht bedeutet.

Es ist eine Geschichte, die nicht laut werden muss, um nachzuhallen. Gerade ihre Nüchternheit macht sie so scharf.

post scriptum: Verfasst von Conny.

Mittwoch, 20. Mai 2026

Keine Chance


Ich hatte tatsächlich gehofft, dass dies nun endlich, nach über dreizehn Jahren, die Stelle sein könne, auf die ich mich bewerben könnte. Latein und Englisch an einem Kieler Gymnasium, dessen Schulleiter ich noch aus einer gemeinsamen Vergangenheit kenne. Und ich hatte tatsächlich eine winzige Hoffnung, dass das Konzept "Abordnung Plus", das bei Übernahme an eine Schule bedeutet, dass man zunächst für drei Jahre an eine andere Schule in Schleswig-Holstein abgeordnet. Mehrere Kilometer entfernt, und ausschließlich Grundschule im Pool. 

Also nicht nur, dass ich umziehen müsste - was für einen Autisten ein absolutes Horrorszenario darstellt - sondern auch noch Kinder der Klassen 1-4 unterrichten. Kleine, hyperaktive Wesen, die von Impulskontrolle noch nicht die allergrößte Ahnung haben und sich ununterbrochen melden mit Fragen wie: "Was hatten sie heute zum Frühstück?" - "Warum schneit es heute?" - "Warum sollen wir Minusaufgaben lösen, damit für gibt es ein Handy?"

Eigentlich ganz niedliche Fragen, nur leider fehlt mir aufgrund meiner Behinderung die Fähigkeit, wichtige von unwichtigen Fragen zu unterscheiden. Ich beantworte jede Frage ehrlich, und manchmal für die kleinen Kiddies zu direkt. Und wenn dann erstmal das Chaos bei den Kindern ausbricht, platze ich. Ich schreihe nach RUHE!!!, und zwar dermaßen laut, dass hin und wieder ein Kind zu weinen anfängt, oder in die Schulsozialbetreuung muss, weil ich es an an seine Borderline-Mutter erinnere. Ich mache diesen Kindern Angst! Und das ist nun wirklich das letzte, was ich möchte.

All'  diese Faktoren habe ich an das Ministerium geschrieben, an die Schwerbehindertenvertretung. Ich dachte, dass sich da vielleicht Wege finden ließen.Ich zitiere hier sinngemäß:

"Ich verstehe Ihre Besorgnis und den Frust in Ihrer Situation. Auch bei Gleichstellung und Schwerbehinderung besteht leider AOPlus. Es gibt hier keinerlei Härtefallregelungen. Heißt: Wir müssen über das Bewerbungsgespräch gehen. (...)
Wären Sie in der Lage, die Anforderungen an eine AOPlus-Stelle zu erfüllen? Wie gesagt: Es besteht null Chance auf eine Härtefallregelung. Ich sage das jetzt einmal ganz ehrlich und direkt. 

Lassen Sie sich nicht von unqualifizierten und beleidigen Kommentaren nieder machen. Behalten Sie den Kopf oben und Ihr Rückgrat gerade. Ich werde bei dem Auswahlgespräch dabei sein-

(...)"

Als ich diese Nachricht gelesen hatte, hatte ich einen Heulkrampf. Einen von dieser Art, dass eine Tablette zur Ruhe helfen kann.

Alle sprechen sie von Inklusion an den Schulen - aber wehe, die zu inkludierende Person ist irgendwie anstrengend oder verursacht Stress. 

Ich fühle mich wie eine Schießbudenfigur.
Sorry, dass ich heute nichts Positives zu berichten habe. 

Keep your fingers crossed! 

Sonntag, 17. Mai 2026

Kein Zurück mehr


Ich habe unglaubliche Angst, und es gibt kein Zurück mehr. Die Bewerbung an das Kieler Gymnasium ist rausgegangen. Meine Fachkombination, und sooooo schlecht sind meine Noten auch wieder nicht (zweimal 1,9). Außerdem habe ich bereits 13 Jahre Schuldienst vorzuweisen. Interessanterweise wird die Behinderung erst ganz am Ende berücksichtigt, als letzter möglicher Faktor. 

Warum habe ich Angst? Nach zwanzig Auswahl- und Vorstellunggesprächen und nach zwei Handvoll Absagen ohne jegliche Begrüngung sehe ich nicht in erster Linie eine Chance, sondern eine kommende Absage, verbunden mit all' dem Schmerz, der jedesmal dazugehört. Daran kann ich mich einfach nicht gewöhnen. 

Ich lese das Schwerbehindertenrecht an Schulen, eine Broschüre des GEW, und bin deprimiert, dass ich zwar mit GdB30 und Gleichstellung gleichgestellt bin, aber das gibt nur für die Bewerbung. Ansonsten werde ich wie eine normale Lehrkraft behandelt. Wenn ich rückblickend betrachte, was meine Behinderung die letzten 25 Jahre über ausgemacht hat, dann möchte ich fast weinen. Keine Nachteilsausgleiche, kaum Rücksichtnahme; wenigstens habe ich die Schwerbehindertenvertretung des Ministeriums mit im Boot. 

Die Angst hat auch noch mehrere Ursachen: Mal wieder "reine" Gymnasialarbeit (*wenn* es denn klappen sollte), Schwerpunkt Fachvermittlung, das Pädagogische wird etwas in den Hintergrund gerückt. Kann ich dem überhaupt gerecht werden? Selbstzweifel in Massen, und dabei hat es doch damals im Referendariat auch geklappt. Das kann nicht unmöglich sein. 

Aber die Angst bleibt: Ich werde haufenweise Fehler machen, man wird mich komisch anschauen, man wird mich "aus Höflichkeit" nicht auf meine Fehler ansprechen, stattdessen irgendwann eine Dienstanweisung vorlegen, man wird mich wieder nicht ernst nehmen, wenn ich von den Problemen erzähle, die durch die Autismus-Spektrum-Störung entstehen ("Ach, das geht uns doch allen so!").

Manchmal wünschte ich mir, ich müsste das nicht schon wieder auf mich nehmen. Einfach als Karteileiche irgendwo enden.

Danke an alle, die mir in dieser Phase beistehen! Ich weiß, dass ich Euch gemein vernachlässigt habe! Ich kann momentan nicht mehr so gut alles regeln. Nächstes Ziel ist erstmal eine Einladung an die Schule zum Auswachgespräch, und wer weiß, vielleicht wird man sich dort ja wieder für einen anderen Bewerber entscheiden. 

Es gibt kein Zurück mehr. 

Freitag, 15. Mai 2026

Härtefallbegründung - Planstelle?!


Es wird nun, nach jahrelangem Warten, etwas heißer... und gleichzeitig deprimierender, weil unser Bildungsministerium das ******* Konzept Abordnung Plus eingeführt hat: Selbst wenn ich bei dieser Stelle an einem Kieler Gymnasium genommen würde, müsste ich erstmal für drei Jahre an eine Grundschule abgeordnet werden, die an den Randkreisen liegt - Dithmarschen, Steinburg und so weiter. Für mich tausend rote Tücher, aber wie mache ich das in meiner Bewerbung klar?

So:

"Sehr geehrter Herr Schulleiter,
sehr geehrter Herr Schwerbehindertenvertretung,

im Rahmen meiner Bewerbung möchte ich frühzeitig auf besondere persönliche und gesundheitliche Umstände hinweisen, die aus meiner Sicht bei einer möglichen Entscheidung über einen Einsatz im Rahmen des Modells „Abordnung Plus“ berücksichtigt werden sollten.

Ich bin Gymnasiallehrkraft mit den Staatsexamina (1. Staatsexamen: 1,9; 2. Staatsexamen: 1,9) sowie einer dienstlichen Beurteilung mit dem Gesamturteil „sehr gut“. Seit mittlerweile über 13 Jahren bin ich – nahezu ausschließlich im Rahmen befristeter Beschäftigungen – an zahlreichen unterschiedlichen Schulen in Schleswig-Holstein eingesetzt worden. Insgesamt war ich bislang an neun Schulen tätig.

Zugleich liegt bei mir eine diagnostizierte Autismus-Spektrum-Störung vor. Aufgrund dessen bin ich einem schwerbehinderten Menschen arbeitsrechtlich gleichgestellt. Die zuständige Schwerbehindertenvertretung ist bereits eingebunden.

Die dauerhafte Abfolge wechselnder Einsatzorte und wechselnder schulischer Systeme hat bei mir über viele Jahre hinweg zu erheblichen psychischen Belastungen geführt. Insbesondere die fehlende langfristige Stabilität und Planbarkeit wirken sich bei bestehender ASS massiv auf meine gesundheitliche Situation aus. Nach meiner Einschätzung und auch nach Einschätzung meiner behandelnden Ärzte ist eine dauerhafte Stabilisierung meiner Dienstfähigkeit wesentlich an einen verlässlichen und konstanten schulischen Einsatzort gebunden.

Hinzu kommt eine spezifische Problematik hinsichtlich des Einsatzes in jüngeren Jahrgangsstufen. Während meiner Tätigkeit an Gemeinschaftsschulen habe ich wiederholt darum gebeten, aufgrund meiner ASS möglichst nicht dauerhaft in Klassen der Jahrgänge 5 bis 7 eingesetzt zu werden. Hintergrund ist eine bei mir bestehende erhebliche Reizüberlastungsproblematik in stark kommunikationsintensiven und hochdynamischen Lerngruppen jüngerer Schülerinnen und Schüler.

Leider konnte diesem Wunsch mehrfach nicht entsprochen werden. In der Folge kam es in mehreren Fällen zu schweren autistischen Meltdowns im Unterrichtsgeschehen, die dokumentiert sind und schulische Krisensituationen nach sich zogen. Diese Situationen waren für alle Beteiligten belastend und haben deutlich gemacht, dass ein Einsatz in solchen Kontexten aus gesundheitlicher Sicht problematisch ist.

Vor diesem Hintergrund sehe ich insbesondere eine mehrjährige Abordnung an Schulen mit Primarstufenbezug bzw. mit überwiegendem Einsatz in jüngeren Klassenstufen als erhebliche Gefährdung meiner gesundheitlichen Stabilität und langfristigen Dienstfähigkeit an.

Ich bitte daher ausdrücklich darum, meine Behinderung sowie die dokumentierten gesundheitlichen Folgen entsprechender Einsatzkonstellationen im Rahmen der Ermessensausübung und der beamtenrechtlichen Fürsorgepflicht zu berücksichtigen. Aus meiner Sicht wäre ein unmittelbarer dauerhafter Einsatz an der Zielschule die mit Blick auf Inklusion, behinderungsgerechte Beschäftigung und nachhaltige Sicherung meiner Dienstfähigkeit sachgerechteste Lösung.

Ein fachärztliches Attest bzw. eine ergänzende Stellungnahme meines behandelnden Psychiaters werde ich zeitnah nachreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr Hilarius"

 

Klingt das nachvollziehbar? Ich bin mal gespannt, wie sehr dieses BiMi wirklich Inklusion leben möchte... 



Dienstag, 21. April 2026

Die Sonne schei...


Bei diesem Wetter scheißt mir die Sonne jedesmal wieder in meine Kleiderordnung, wenn ich zuhause bin - also fast die ganze Zeit, gerade bei Erkältung, die sich dank Kortisontherapie etwas hartnäckiger hält. Denn: Wenn da die Sonne nicht wäre, wäre es recht kalt - und damit wird es nachts in meiner Wohnung ziemlich kühl. Ich merke das aber erst bei'm Aufstehen, weil. Als Konsequenz drehe ich die Heizung eine Stufe höher und ziehe für den Tag einen Pullover an - und dann kommt die scheiNende Sonne um den Block gewandert und knallt mir von 10-17 Uhr durchgehend auf die Wohnung, auf die Dachschrägen, die in ihrem Backofencharakter ein bisschen an den Hähnchenmann denken lassen, der heute wie jeden Dienstag unten steht und hungrige Menschen glücklich macht.

Damit werde ich aber nicht zum glücklich-satten Menschen, sondern zum durchgebackenen Grillhähnchen, drehe die Heizung irgendwann, im Pullover zu Tode schwitzend, wieder runter und ziehe ein T-Shirt an - damit sich die gleiche Soße morgen dann wiederholen kann. Aber was verlange ich - es ist April. Das Wetter ist nur in seiner Unvorhersehbarkeit vorhersehbar. Wenn ich morgen wieder etwas fitter bin, setze ich zur Sicherheit drei Sonnenbrillen auf, oder eine, die zumindest richtig abdunkelt, und gehe mal wieder raus.

Heute war das nur einmal für den Paketboten nötig. Und jetzt werde ich eine digitale Balkonsturzfrau, eine klappernde Geisterpuppe und eine Halsknickfrau zu Tode fotografieren, ich brauche 200.000 Punkte, um mir einen winzigen Beutel für einen zusätzlichen Schutztalisman zu kaufen. 

Die Welt spielt zur Zeit total verrückt.