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Dienstag, 21. April 2026

Die Sonne schei...


Bei diesem Wetter scheißt mir die Sonne jedesmal wieder in meine Kleiderordnung, wenn ich zuhause bin - also fast die ganze Zeit, gerade bei Erkältung, die sich dank Kortisontherapie etwas hartnäckiger hält. Denn: Wenn da die Sonne nicht wäre, wäre es recht kalt - und damit wird es nachts in meiner Wohnung ziemlich kühl. Ich merke das aber erst bei'm Aufstehen, weil. Als Konsequenz drehe ich die Heizung eine Stufe höher und ziehe für den Tag einen Pullover an - und dann kommt die scheiNende Sonne um den Block gewandert und knallt mir von 10-17 Uhr durchgehend auf die Wohnung, auf die Dachschrägen, die in ihrem Backofencharakter ein bisschen an den Hähnchenmann denken lassen, der heute wie jeden Dienstag unten steht und hungrige Menschen glücklich macht.

Damit werde ich aber nicht zum glücklich-satten Menschen, sondern zum durchgebackenen Grillhähnchen, drehe die Heizung irgendwann, im Pullover zu Tode schwitzend, wieder runter und ziehe ein T-Shirt an - damit sich die gleiche Soße morgen dann wiederholen kann. Aber was verlange ich - es ist April. Das Wetter ist nur in seiner Unvorhersehbarkeit vorhersehbar. Wenn ich morgen wieder etwas fitter bin, setze ich zur Sicherheit drei Sonnenbrillen auf, oder eine, die zumindest richtig abdunkelt, und gehe mal wieder raus.

Heute war das nur einmal für den Paketboten nötig. Und jetzt werde ich eine digitale Balkonsturzfrau, eine klappernde Geisterpuppe und eine Halsknickfrau zu Tode fotografieren, ich brauche 200.000 Punkte, um mir einen winzigen Beutel für einen zusätzlichen Schutztalisman zu kaufen. 

Die Welt spielt zur Zeit total verrückt. 

Montag, 26. Januar 2026

"Nur, damiddihrdaschonmawisst, näääääääää???"


Ein Tag. Drei Ärzte. Ein Wintereinbruch.

Kein Plan mehr.

Willkommen in der Welt des Autisten, derf sich einen wunderbar getakteten Plan zurechtgelegt hat: Morgens pünktlich zur Öffnung zum Hausarzt, Karte einlesen, Überweisung abholen, Befundbericht GdB besprechen, bei'm Psychiater anrufen, Rezept bestellen, mit dem Bus nach Elmschenhagen fahren, ab in die Gastroenterologie und für knapp zwei Stunden zur Infusion hinlegen, dann mit dem Bus zum Bahnhof, ab nach Neumünster, Rezept abholen, das alles bis 16 Uhr, länger ist nicht auf.

7 Uhr aufstehen. Schnee, Böen - aber interessanterweise alles nicht so schlimm. Kurzer Anruf bei'm Hausarzt, ob geöffnet ist - aber ich habe ein Gigaset mit Mobilteil und die Akkus entscheiden sich spontan von 100% Ladung nach vier Sekunden auf null zu gehen und das Telefonat abzubrechen. Kennt Ihr vielleicht. Und damit beginnt der Abstieg in den Wahnsinn. Und bevor ich das jetzt niederschreibe, muss ich mit Samus Aran eine Riesenschlange plattkloppen, um wieder zur Ruhe zu kommen, denn der Tag war... nicht wie geplant. Oder spektral ausgedrückt: Weltuntergang. 

(...) 

Erster Dank geht an Conny: Urteilsfrei kann er Tagesablaufpläne sekundenschnell pragmatisch umändern (muss aber immer gegengecheckt werden). Hat mir heute meine Taschen gepackt, bevor ich mich auf den Weg gemacht habe, kennt meine Bedarfe genau und hat mir geraten, was ich tun soll, als der Termin bei'm Gastroenterologen nicht ein-, sondern dreieinhalb Stunden gedauert hatte. Damit konnte ich das Rezept vergessen, ich wäre nicht schnell genug in Neumünster angekommen.

Heute habe ich den Glauben an das Gute in ein paar Menschen wiedergefunden, die mir auch schon am Wochenende geholfen haben. Und sei es nur der Busfahrer, der den Bus am Karlstal in Gaarden stoppt und über die Lautsprecher sich deutlich, aber verständnisvoll darüber auskotzt, dass die Fahrgäste ihn für seine vorsichtige Fahrweise zur Schnecke machen wollten. Und vor der Hummelwiese hat er dann mit seinem Tonfall deutlich gemacht, dass er eigentlich gar nicht so böse ist:

"So, ich mache jetzt gleich bei'm Hauptbahnhof Pause und will nur schonmal Bescheid sagen, dass mein Kollege wegen des Wetters nicht über den Ziegelteich zum Exer fahren kann, wegen der Steigungen. Er fährt über die Andreas-Gayk-Straße und am Rathaus vorbei zum Exer.

Nur, damiddihrdaschonmawisst, näääääääää???"

post scriptum: Der Tag reicht für heute reichlich. Morgen geht der Stress weiter. 

Donnerstag, 11. Dezember 2025

2019 abgelaufen

Die richtige Jahreszeit für J-Horror ;-)

Die Jahreszeit schlägt gerade richtig zu. Neulich lag mein Nachbar zwei Wochen mit einer Erkältung flach, meine Mutter hat's erwischt und auch ich schnoddere mich hier durch den Alltag. Das ist einer der wenigen, sehr wenigen Momente, in denen ich froh bin, gerade nicht unterrichten zu müssen - das Reden würde mir schwerfallen, es kratzt im Hals und dröhnt im Kopf. Zum Glück gibt es Nasenspray, um die Atmung frei zu machen, aber auch Eukalyptus kann da wahre Wunder wirken.

Warum also nicht ein Eukalyptusbad nehmen? Ich habe doch bestimmt noch den Pinimenthol-Badezusatz im Schrank, oder? Schnell nachgeschaut und gefunden, wunderbar, hm, der liegt bestimmt schon seit zwei oder drei Jahren da drin. Mal schauen... "haltbar bis Juni 2019". Okay... wieder ein sehr deutlicher Fingerzeig, dass ich die Wohnung auf Vordermann bringen muss. 

Warum fange ich nur immer an, mir irgendwelche Ausreden zurechtzulegen, warum ich den Großputz noch nicht starten kann? "Nein, erstmal muss ich mich auf die Jobsuche konzentrieren", "Vorher muss ich zur Infusion, ich kann daas erst danach machen", "Wichtiger sind erstmal die Nachrichten, um zu lesen, welchen Scheiß dieser orangene Präsident da drüben veranstaltet, und um zu erleben, wie viele Menschen hier in Deutschland genauso ticken würden" (das kann einen richtig schön runterziehen ^^).

Wenn ich auf den Kalender schaue, gibt es eigentlich nur einen Grund, nicht sofort weiterzuräumen: Der Papiermüll wird nächsten Mittwoch abgeholt. Die Tonnen unten sind voll, ich kann da nichts weiter reinwerfen, also muss ich erstmal warten, bis sie geleert sind, damit hier weiter entmüllt werden kann. Aber es tut so gut, abends auf den Tag zurückblicken zu können und sich auf die Schulter klopfen zu können: "Geil, endlich ist der Scheiß weg!"

Oder an einem Krankheitstag die Alternative zu feiern - mit Samus Aran außerirdische fahrende Küchenmaschinen in der Metroid-Reihe plattzumachen. Faszinierend: Ich kann Stunden damit verbringen, den Müll in den Videospielen zu beseitigen, aber für die Realität braucht es immer erst wieder ein Erwachen ;-)

Bleibt gesund! 

Sonntag, 16. November 2025

Durch die Sonne


Das muss dann die ausgleichende Gerechtigkeit sein - dass heute die Sonne geschienen hat, ein wunderbares Wetter, ganz anders als vorgestern. Die Situation war ähnlich, denn ich musste wieder raus aus dem Haus: Heute war in Kiel die Wahl des neuen Oberbürgermeisters, also Schuhe an und einen kleinen Spaziergang Richtung Wahllokal. Es waren tatsächlich einige Menschen unterwegs, um ihr Kreuz zu setzen, und jetzt gerade sehe ich im Schleswig-Holstein-Magazin, dass momentan Gerrit Derkowski in Führung ist, dicht gefolgt von Ulf Daude und Samet Yilmaz.

Gerrit kenne ich aus dem SH-Magazin, finde ihn auch sehr sympathisch, aber er ist ein Gegner der Stadtbahn, und das finde ich sehr schade. So ist mein Kreuz dann bei Ulf Daude gelandet, und wenn ich den Moderatoren im Fernsehen glauben darf, dann wird es Anfang Dezember eine Stichwahl geben.

Ich kenne mich ja nicht so mit Einfluss aus; die Ratsversammlung hat vor einer Weile für die Stadtbahn abgestimmt, so dass wir uns jetzt in der Planungsphase befinden und in gut zwei Jahren die ersten Arbeiten beginnen. Könnte Gerrit das Ganze einfach so kippen? Wahrscheinlich nicht, aber es gibt in der Kieler Bevölkerung noch mehr Menschen, die gegen die Stadtbahn sind. 

Es könnte also im Dezember noch einmal richtig spannend werden, wenn es in die Stichwahl geht. Oder aber der heutige Abend bringt doch noch ein eindeutiges Ergebnis. Ich gebe zu, ich bin bei meiner Wahl ziemlich single-minded vorgegangen - ich will Bahn fahren! ;-) 

Freitag, 14. November 2025

Durch den Regen

Wo ist dieses schöne Wetter???

Ich hatte hier im Blog schon einmal berichtet, dass ich die E-Rezepte für Medikamente eigentlich ziemlich gut finde. Man braucht nur noch die Karte der Krankenversicherung, und gerade bei Folgerezepten ist es praktisch, wenn man einmal bei'm Arzt anrufen kann und aus der Distanz eine Verschreibung erhält - heute wäre es praktisch gewesen, denn leider haben nicht alle Ärzte auf das E-Rezept umgestellt. Dafür mag es sicherlich gute Gründe geben, aber es führt eben dazu, dass ich heute für ein Rezept aus dem Haus musste.

Und die Wohnung zu verlassen, bei diesem grauen Wetter - es hat den ganzen Tag geregnet - das gibt meiner Stimmung einen Dämpfer und ich fühle mich kalt und nass. Das Gute daran: Ich freue mich umso mehr, am Ende wieder zurück in meine Wohnung zu kommen. So habe ich heute morgen den Wecker gestellt und bin nach Neumünster gefahren. Das Deutschland-Ticket macht es einfach, und ich finde es wirklich toll.

Dabei wäre der Aufwand theoretisch gar nicht nötig gewesen, denn ich hatte mit dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus schon vor zwei Wochen Kontakt, und vor zwei Wochen haben sie das Rezept per Post an mich geschickt. Leider hat die Post ein schlechtes Jahr, und so ist der Brief mit dem Rezept nicht bei mir angekommen, genau wie zwei Briefe meiner Eltern. Da bleibt dann nur der persönliche Besuch, eine kleine Stippvisite bei meinem Psychiater, um das rosa Rezept dann in den Händen halten zu können.

Regen in Kiel, Regen auf der Zugfahrt, Regen in Neumünster. Zum Glück hatte ich den Regenschirm mitgenommen, und diesmal nicht irgendwo liegen gelassen. Der angenehmste Teil der Reise war die Odyssee durch das Krankenhaus, denn das ist groß und labyrinthartig verzweigt, aber immerhin warm und trocken und gut ausgeschildert. So hatte ich dann eine halbe Stunde später das Rezept in Händen, wollte mit dem Bus zurück zum Bahnhof fahren und habe nochmal zehn Minuten im Regen gewartet.

Dann kam der Bus, aber ist dann in den dichten Verkehr geraten, Stau, wohin man blickt. Also bin ich an der nächsten Haltestelle ausgestiegen - zu Fuß dürfte es deutlich schneller gehen. Und dann sehe ich am Bahnhof schon den Zug auf dem Gleis stehen, gehe etwas schneller, damit ich den Zug vielleicht noch bekomme, allredings kann man sich auf die Verspätungen bei der Deutschen Bahn verlassen: Der Zug stand schon über zehn Minuten auf dem Gleis und musste weiter warten, weil er mit einer halben Stunde Verspätung den Bahnhof verlassen sollte. Da kam bereits der nächste Regionalexpress Richtung Kiel, und laut Anzeige sollte der vor dem wartenden Zug abfahren, also gehe ich - wie auch einige andere Fahrgäste - vom einen Zug über den Bahnsteig zum anderen. Endlich sitzen, trocken, warm, jetzt rückt das Ziel in greifbare Nähe... oder auch nicht. Denn ich sehe durch das Fenster, wie der andere Zug nach Kiel zuerst abfährt, und dieser hier noch eine Verspätung von fünfzehn Minuten aufbauen sollte.

Nichts ist entspannender, als das anzunehmen, was kommt, so sagt der Dalai Lama, und er hat recht. Ich bin ja nicht auf der Flucht, ich muss nur noch irgendwie nach Kiel kommen, irgendwie in eine Apotheke gelangen, um das Rezept einzulösen (Panik: Haben sie das Medikament von dem Hersteller, den ich sonst immer habe? Für den Autisten ist das ziemlich wichtig, und in diesem Fall ist ratiopharm nicht die bessere Alternative). Und dann in einen überfüllten Bus steigen, um zurück zur Wohnung zu kommen, während es draußen immer weiter regnet.

Als ich dann in der Wohnung angekommen war, hatte ich zwei positive Impulse. Der eine ist natürlich die Rückkehr in meinen gesicherten Raum, in dem ich mich wohlfühlen kann. Der andere ist ein Bild in meinen Gedanken von meinem Psychiater, den ich heute unerwartet getroffen habe (ich dachte, dass irgendein anderer verfügbarer Arzt das Rezept ausstellt) - ich freue mich immer sehr, ihn zu sehen und mit ihm zu reden, selbst wenn es heute nur kurz im Flur gewesen ist. 

Jetzt bin ich einfach froh, wieder in der warmen Wohnung zu sein, medikamententechnisch ausgestattet zu sein, Fischstäbchen im Ofen zu haben und zum Abschluss des Tages die herrliche SciFi-Komödie The World's End zu schauen. Einfach abschalten - morgen kann die Arbeit dann weitergehen ;-) 

Dienstag, 5. August 2025

Sommer, Sonne, Baugerüst

Was da wohl entsteht?

Das Wetter hatte heute wirklich viel zu bieten, kräftige Windböen, einen ordentlichen Regenguss, aber die meiste Zeit war es sonnig. Die Zeit habe ich genutzt, um zum Rewe Center zu spazieren, Weichspüler kaufen. Könnte ich auch im Supermarkt direkt hier vor der Haustür, aber die kleinen Spaziergänge tun ganz gut, damit ich nicht zu sehr in der Wohnung verlottere. Jacke war heute nicht nötig, aber Sonnenbrille war Pflicht; wenn ich aus der abgedunkelten Wohnung nach draußen in's Sonnenlicht trete, bin ich erstmal ein paar Sekunden blind.

Mitten auf dem Weg zum Center ist mir dann eine Sperrung der Rendsburger Landstraße aufgefallen. Es ist schon länger offensichtlich, dass da irgendwas gebaut wird, der Bahndamm wurde abgeholzt und Fundamente für was auch immer gegossen. Und jetzt stehen mitten auf der Straße zwei Brücken herum, eine etwas breitere und eine schmale. Ich finde sowas ja immer total spannend - zu spekulieren, was da wohl gebaut wird. Als damals in Berlin der S-Bahnhof Papestraße umgebaut wurde, habe ich die gesamte Entwicklung verfolgt, bis aus diesem kleinen, unauffälligen S-Bahnhof der Fernbahnhof Südkreuz wurde. 

Natürlich wird hier in der Nachbarschaft kein riesiger Bahnhof gebaut werden. Mich interessiert aber, wozu diese Brücken dienen sollen. An der Stelle soll ja in Zukunft mal ein S-Bahnhof entstehen, aber die Planungen für die Kieler S-Bahn werden frühestens 2030 beginnen. Dafür ist es also noch zu früh. 

Ich find's super: Ein Anreiz, öfter mal spazieren zu gehen.  

Sonntag, 6. Juli 2025

Wetter


Ich komme mit diesem Wetter nicht klar. Erst war es zu heiß - wobei ich mich selbst gewundert habe, dass es in dieser Dachgeschosswohnung an den heißen Tagen noch nicht so schlimm war wie in den letzten Jahren. Aber dieses Wetter heute - es ist grau, es sieht nach Regen aus, aber es ist sehr warm und ich schwitze, dann kommt ein angenehmer frischer Wind auf, dann kommt die Sonne heraus, und dann fängt es tatsächlich irgendwann an zu regnen. Dieses wechselhafte Wetter, da bin ich scheinbar am liebsten in der Wohnung.

Hier drinnen kann ich es mir etwas konstanter machen. Fenster auf, Ventilator an, und dadurch, dass die Rollos unten sind, sehe ich nicht, wie bewölkt es gerade ist - mein Gehirn kommt irgendwie nicht damit zurecht, wenn das Visuelle (Sonne, Wolken, hell, dunkel) nicht zu dem Sensorischen passt (warm, kalt, schwitzen, Gänsehaut bekommen). In der Wohnung kann ich es mir so einrichten, dass alles zusammen passt. Dann geht es mir besser.

Mal schauen, was der Wetterbericht für die nächsten Tage sagt; es stehen einige Ärzte an, natürlich bin ich wieder mit einem Arzt pro Tag bedient, Psychiater, Gastroenterologe, Zahnarzt, Augenarzt. Und da sind einige "positive" Termine dabei, zu denen ich gern gehe, weil ich weiß, dass es mir danach besser geht. Mit dem Psychiater und der Infusion habe ich kein Problem. Aber Zahnarzt, das wird schwierig, vor allem, weil ich schauen muss, ob mein Zahnarzt überhaupt noch praktiziert - mal schauen, eines nach dem anderen.

Erstmal was essen. 

Sonntag, 10. Dezember 2023

Tag 132 - Tauwetter-Träumerei


Ein Bestandteil meines Rituals zum Wachwerden ist der Blick zu Google News, einfach mal schauen, was in der Welt gerade so aktuell ist. Momentan fällt mir das ein wenig schwerer, weil seit der aktuellen PISA-Studie immer mehr Artikel auftauchen, die unseren Leistungsrückstand auf den Lehrermangel schieben. Mir fällt es extrem schwer, solche Artikel zu lesen; vielleicht kann man sich denken, warum. Ich habe schon so oft den Satz "Aber ich dachte, wir haben Lehrermangel!" gehört, wenn ich erzähle, dass ich zum siebten Mal arbeitslos bin. Das tut mir physisch weh und ich weiß auch nicht, was ich darauf antworten soll. Und mittlerweile reicht es eben auch schon aus, solche Schlagzeilen zu lesen. Also weg mit den News.

Ein anderer Bestandteil ist der Blick aus dem Fenster, nur für eine oder zwei Sekunden, um zu schauen, wie das Wetter ist. Das ist gerade dann interessant, wenn es über Nacht geschneit hat und ich überhaupt nicht mit der weißen Welt da draußen gerechnet habe - zum Beispiel, weil ich nie bei der Wettervorhersage aufpasse. Heute ist allerdings kaum noch etwas mit weiß - es ist nass und grau draußen, seit zwei Tagen setzt sich hier das Tauwetter durch, und während es ja schön ist, dass der ganze Schneematsch verschwindet und ich mich endlich daran machen kann, meine Stiefel zu polieren, weil ich sie momentan draußen nicht mehr brauche, ist das Grau doch erstickend - also ziehe ich das Rollo schnell wieder zu.

Keine Nachrichten, keine offenen Rollos, keine Arbeit, kein Tagesrhythmus - also kann ich auch wieder in's Bett gehen. Das lohnt sich momentan, selbst wenn es nur für eine Dreiviertelstunde ist, denn ich träume wieder öfters. Ich genieße das sehr, auch wenn der Inhalt der Träume eine echte Wundertüte ist. In den Momenten nach dem Aufwachen erinnere ich mich meistens noch daran, was ich geträumt habe und frage mich, warum es wohl gerade das war. Ob ich da irgendwelche Ängste oder Sehnsüchte, geheime Wünsche oder Unzulänglichkeiten verarbeitet habe.

Und manchmal drehe ich mich einfach wieder auf die andere Seite und stürze mich in den nächsten Traum. Da es keinen Wecker gibt, der mich um fünf Uhr fünfundfünfzig zur Arbeit herausreißt, ist das ein Luxus, den ich nicht oft genießen kann - also sollte ich das jetzt tun.

Wie geht es Euch? Träumt Ihr? Intensiv? Luzid? Chaotisch? Oder doch eher gar nicht? Bringen Euch eure Träume zum Nachdenken? Spaßig? Oder tiefgründig? Selbst wenn es Albträume sind - können immer noch spannender sein als der Blick in das nasse, graue Grau da draußen...

Montag, 4. Dezember 2023

Tag 126 - Kiel lahmgelegt.


Ich finde Widersprüche faszinierend, das war schon immer so. Kein Wunder, dass das Oxymoron eines meiner liebsten Stilmittel war.

Kiel bewegt.

Kiel macht mobil!

Diese Slogans findet man derzeit überall in der Stadt, an Bushaltestellen, auf Plakatwänden, überall wird angepriesen, dass Kiel in der Mobilitätswende vorankommt. Seit dem Wintereinbruch vor ein paar Tagen geht aber gar nichts mehr.

Es ist ja nicht nur, dass die Busse überfüllt sind, gerade zu den Stoßzeiten morgens, mittags und abends. Schulverkehr, Berufsverkehr, und die Straßen sind dicht. Die Wege auch. Es macht keinen Spaß, rauszugehen. Wen man dann doch einmal in die Innenstadt muss, geht man besser zu fuß, warm eingepackt. 

Und wenn man dann am Dreiecksplatz auf die Linie Elf wartet, treten italienische Zustände ein: Eine halbe Stunde lang kommt überhaupt kein Bus, dann drei Busse der gleichen Linie innerhalb von zwei Minuten - und wenn man dann denkt, oh, dann steige ich in den zweiten ein, der ist nicht so voll wie der erste - nix da, der zweite Busfahrer deutet darauf hin, in den vorderen Bus einzusteigen. Teilweise wird auch gar nicht mehr an Haltestellen gehalten. Der Hinweis "Einige unserer Busse fahren mit fünfzehn bis dreißig Minuten Verspätung" auf der Homepage vom Wochenende ist heute durch folgenden Hinweis ersetzt worden: "Aufgrund hoher krankheitsbedingter Personalausfälle, und witterungsbedingten Fahrzeugdefekten, kommt es leider zu ungeplanten Fahrtausfällen."

Da hilft nur noch eine Menge Geduld.

Freitag, 1. Dezember 2023

Tag 123 - Weihnachtsbasar: Danach


Schneechaos wäre vielleicht ein bisschen viel gesagt, aber der Wintereinbruch war trotzdem stark genug, dass Kiel gesagt hat, dass trotz Streiks der Straßenräumdienste kein Unterricht ausfallen wird. Es liege in jedermanns Eigenverantwortung, den Weg zur Schule sicher herumzubringen oder seine Kinder zuhause zu behalten. Also konnte gestern der Basar wie geplant stattfinden, auch wenn ich auf dem Weg dorthin ein paarmal in's Rutschen bekommen bin; immerhin war ich ausgeschlafen, weil ich - was ich sonst nie mache - nach den Morgennachrichten wieder in's Bett gegangen bin und weitergedöst habe, mit Hörspielen, die das Scheißwetter draußen ausblenden. Meine Hoffnung war, dass ich keine Weihnachtsstimmung zum Basar mitbringen sollte, denn das klappt bei mir nicht so richtig.

Genau genommen war ich mir noch nichtmal sicher, ob ich überhaupt dort ankomme. Die Busse Richtung Kieler Osten gerammelt voll, ich habe extra zwei Busse vorbei fahren lassen, aber irgendwie hat es dann doch geklappt.

Zum Glück! Auf dem Gelände meiner ehemaligen Schule war viel los, reichlich Kinder, die den schneebedeckten Berg vom Wasserturm herunterrodelten, und überhaupt viel zu viele Menschen, so dass mein Blick wieder nach unten auf den Boden gerichtet war. Ziel war das Foyer, zur 9a, bekannte Gesichter finden, und von da an war es einfach nur schön.

Ich habe mich wieder wie "zuhause" gefühlt. Überall ehemalige SchülerInnen, die mich grüßen, und mit denen ich in's Gespräch komme, aus allen Klassenstufen, die ich unterrichtet habe. Teilweise wurde ich per Handy ex absentia gegrüßt und auch Schüler, die ich nur einmal in einer Vertretungsstunde hatte, sind auf mich zugekommen und wir haben uns an die gemeinsame Zeit erinnert.

Ich hätte sie am liebsten in die Klassenräume geschickt und direkt weiter unterrichtet. Sie fehlen mir wirklich sehr, ich vermisse ihre Vielfalt, und auch ein paar KollegInnen, die ich gesehen habe, haben die Situation nicht einfacher gemacht. Am Ende bin ich sehr glücklich, aber mit zwei Tränen in den Augen, wieder vom Schulgelände gegangen, und wenn ich könnte - weil zum Beispiel jemand zum Sommer in den Ruhestand geht - würde ich mich direkt wieder dort bewerben. 

Miss u guys!

...so much...

Dienstag, 28. November 2023

Tag 120 - Weihnachtsbasar: Davor


Heute morgen habe ich mich fast zu Tode erschrocken, als ich das Fenster geöffnet habe und ein Dutzend Tauben, die davor gesessen hatten, auf einmal losgeflogen sind. Ich hatte sie überhaupt nicht gesehen, weil mein Blick viel faszinierter war von dem ersten Schnee der Saison. 

Ich werde jetzt nicht schon wieder ausbreiten, was ich von Schnee halte, das findet man hier im Blog bereits mehrfach. Das Timing ist aber sehr passend, denn am Donnerstag findet an der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule ein Weihnachtsbasar statt. Jedes Jahr wieder ist das eines der Highlights im Schulleben, habe ich gehört. Ich war bisher noch nie dort - ich kann mit Weihnachtsgedöns eben nicht so viel anfangen. 

Diesmal ist es anders, denn da ich nicht mehr an der Toni unterrichte, ist das eine schöne Gelegenheit, meine ehemaligen SchülerInnen mal wiederzusehen, und die ehemaligen KollegInnen, die ich vermisse, und für alles andere gibt es selektiven Mutismus

Ich freue mich tatsächlich darauf und werde mich gleich erstmal daran machen, meine Lederstiefel zu putzen und aufzupolieren. Damals in Kronshagen war das immer ein geliebtes Ritual vor der Lost Souls. Und bei Schneewetter sind diese Stiefel einfach großartig. Ich muss außerdem unbedingt daran denken, die Fingernägel zu lackieren (seit Monaten nicht mehr - generell kein gutes Zeichen), und vielleicht hole ich ja sogar den Kajal raus. 

Rising action...

Freitag, 20. Oktober 2023

Tag 81 - Sturmwarnung

Wenigstens drinnen gemütlich

Heute gibt es einen kleinen Vorgeschmack auf den Sturm an der Ostküste, es pustet ordentlich, so dass das Durchlüften nicht mehr ganz so einfach ist, wenn man sich nicht seine Wohnung zerlegen will. Draußen ist alles grau und nass - davon bekomme ich aber wie üblich nicht viel mit, meine Rollos sind unten, die Heizung ist aufgedreht - und trotzdem ist mir kalt.

Das wäre jetzt ein blödes Timing, um krank zu werden, denn die große Buba ist da. Ich bleibe heute einfach mal mit Schüttelfrost und Schnupfen im Bett, gleich gibt es das passende Essen für dieses Wetter - heiße Suppe mit Nudeln, irgendeinen Film und ab in's Bett. Am besten wäre es natürlich, morgen einfach aufzuwachen und alles ist wieder in Ordnung, aber die Realität in Form des Wetterberichts sagt für morgen den "richtigen" Sturm voraus. Schauen wir mal, was passiert. 

Zieht Euch warm an!

Montag, 11. September 2023

Tag 42 - Dreiunddreißig Grad

Darf es ein bisschen heißer sein?

Langsam reicht es wirklich. Ich sollte nicht klagen, der Rest des Sommers war sehr mild, aber die Backofenwohnung läuft auf Hochtouren, und wenn um Mitternacht immer noch knapp über dreißig Grad übrig sind, das strengt einfach nur an. Und irgendwie bekommt das meinem Magen nicht, oder wie auch immer, jedenfalls bin ich froh, aus der Apotheke vorhin etwas Diphenhydramin gegen Übelkeit bekommen zu haben. 

Bis Mittwoch soll es sich ein wenig abkühlen, das wäre mir sehr recht. Die Sannitanic ist auf Klassenfahrt, wenn ich das richtig verstanden habe - hoffentlich muss sie sich mit ihrer Baggage nicht ganz so durchbacken lassen. Gilt natürlich für alle, die diesen Text lesen und die direkte Hitze vielleicht nicht so sehr mögen.

Daumen drücken für ein wenig Wind, dann kann die frische Luft heute Nacht hier quer durch die Wohnung ziehen und der Ventilator zur Abwechslung mal aus bleiben. Tipp: Nasse Handtücher in der Wohnung aufhängen, damit die Luft nicht zu trocken wird.

Freitag, 8. September 2023

Tag 39 - Horror-Hitze


Mein Thermometer zeigt dreißig Komma vier Grad in der Wohnung an, das ist herausfordernd. Am besten bleibt man einfach irgendwo sitzen und liest was. Oder schaut sich etwas an, Hauptsache wenig Bewegung. Da kommt es mir gelegen, dass hier noch ein Spiel herumliegt, das ich bisher noch nicht gespielt hatte (wegen Stress mit Arbeitsamt und so weiter).

Es ist ein Spiel genau nach meinem Geschmack: Ein Adventure, ich erforsche in aller Ruhe einen Ort, finde Briefe, Notizen, Postkarten, Mementos, anhand derer ich mir die Hintergrundgeschichte im Kopf zusammensetzen kann. Ich mag es, wenn mein Kopf etwas zu tun hat; mindless action, damit kann ich nichts anfangen.

Wenn dazu dann noch hochauflösende Grafiken kommen, ein surrealer, künstlerischer Stil, und perfekt abgemischter Sound auf den Kopfhörern, das Ganze gepaart mit dem Genre des psychological horror, bin ich in meinem Element. Dann nehme ich die Hitze in der Wohnung kaum noch wahr - natürlich tut auch der Ventilator zuverlässig seinen Dienst.

Ist es bei Euch auch so heiß?

post scriptum: Ich liebe es, wenn ich kreativen Köpfen vertrauen kann. Ich kann davon ausgehen, dass "ultimae records" großartige Musik für mich herausbringen und dass "bloober team" wunderbare Spiele für mich kreieren. 

"Da weiß man, was man hat", jetzt verstehe ich diesen Satz endlich ;-)

Montag, 19. Juni 2023

Dreißig Grad

Erinnert mich an Griechenland. Trinken nicht vergessen!

Eigentlich reicht der Titel schon aus. Wie in jedem Jahr kommt irgendwann der Blogbeitrag, in dem ich feststelle, dass es in meiner Wohnung über dreißig Grad Celsius sind. Alle Sitzgelegenheiten sind wieder mit Handtüchern tapeziert und der Ventilator ist im Dauerbetrieb. Das alles macht es manchmal schwer, sich zu konzentrieren, ich liege in den letzten Zügen, um die Noten für die Kiddies in der Oberstufe fertigzumachen.

Das ist auch die Zeit, in der ich immer Wassermelone im Kühlschrank habe. Ich liebe das! Nicht so süß, unglaublich kühl-erfrischend und durstlöschend. Essen ansonsten eher auf dem Minimum, mein Magen mag gerade nicht alles. Und: Die Reise in's Königreich Hyrule in The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom muss eine ordentliche Pause einlegen. Jetzt geht es um Schule, Wohnung und das Bürokratiergehege.

Falls jemand von Euch Black Mirror mag, oder damit im Unterricht arbeitet: Es ist eine sechste Staffel herausgekommen, die extrem durchwachsen ist, aber eine richtig gute, pädagogisch wertvolle Geschichte dabei hat: Joan is awful thematisiert AI-generated content, deepfakes, das Recht am eigenen Bild und ist gleichzeitig eine witzige Komödie. Echter Tipp!

Aber bei dieser Hitze gehen die meisten Menschen wohl lieber an den Strand...

Montag, 19. Dezember 2022

Snow

kalt und dunkel

Die Pellworm-Tuba denkt bei diesem Titel vielleicht noch an unseren hunky Beschützer aus Final Fantasy XIII, und falls nicht, gibt es hier als Erinnerungsstütze ein Foto:


Aber in diesem Beitrag geht es mir um den klassischen Schnee. Das Zeug da draußen. Nimm' das wech. Wobei ich fairerweise sagen muss, dass ich Schnee für exakt drei Augenblicke lang schön finde.

Der erste Augenblick ist der Moment, in dem ich durch das Rollo aus dem Fenster luge und zum ersten Mal bemerke, dass draußen Schnee gefallen ist. Ich bekomme sowas für gewöhnlich nicht mit, da ich meine Wohnung in der dunklen Jahreszeit rund um die Uhr gegen das Grau da draußen abschotte. Ich merke nicht, ob es regnet, grau ist oder die Sonne scheint. Und gerade deswegen finde ich diesen ersten Augenblick, das erste Realisieren von "Winter!" schön.

Der zweite Augenblick ist das Bewusstsein, dass draußen für eine Weile alles ganz still ist. Eine dicke, weiße Decke hat sich über die Natur gelegt und es kommt mir alles viel ruhiger vor. Autos fahren langsamer und der Schnee schluckt ihre Geräusche - es ist fast, als ob die Realität gerade eine Betäubung bekommen hat und die fängt jetzt richtig an zu wirken. Alles ist weiß und sauber, still und friedlich zugedeckt.

Der dritte Augenblick ist die Freude darüber, wie schön es gerade jetzt in der warmen, dunklen Wohnung ist. Ein Vorteil des Winters, den ich nicht leugnen kann: Wenn es draußen grau und kalt und nass ist, ist es in der Wohnung um so schöner, und somit genieße ich diesen dritten Augenblick.

Aber es ist wie mit der Betäubung (zum Beispiel bei'm Zahnarzt): Am Anfang ist man froh, dass sie wirkt und dass sich alles dick anfühlt, weil nun eventuelle Schmerzen bei der Behandlung (hoffentlich) abgeschaltet sind. Wenn man aber damit durch ist und die Praxis verlässt, kommt irgendwann der Moment, in dem ich mir sage, okay, jetzt darf das aber auch nachlassen, ich möchte wieder etwas fühlen im Mund und nicht dieses komische Gefühl haben, wenn ich ein Glas Wasser trinke.

So auch mit dem Schnee: Nach diesen drei Augenblicken reicht es mir dann auch schon wieder, denn dann kommen die Menschen und die Autos. Der Schnee wird plattgetreten und -gerollt, es werden Sand und Salz gestreut, das Ganze wird zu einem dreckigen Matsch, den man mit in die Wohnung trägt. Und dann nervt es nur noch und ich wünschte mir, es wäre möglichst schnell alles wieder wie vorher.

Immerhin, dieser Wunsch soll gewährt werden; die Wettervorhersage deutet warmes Wetter an und in der Tat schmilzt draußen bereits eine Menge weg oder wird vom Regen davongespült. Also wieder nasskalt. Und das kann ich in meiner Wohnung wunderbar ausblenden.

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Ein bunter Beginn


Kalt draußen, bisschen nass, dunkel. Herbst eben, morgens um kurz vor sieben an der Bushaltestelle, etwas aus der Bahn geworfen, weil ich gemerkt habe, dass Windows 11 ernsthafte Probleme mit diversen Druckertreibern bietet und dass mein Canon Pixma MG5150 an meinem neuen Rechner nicht erkannt wird. Der Drucker dürfte jetzt gut zehn Jahre alt sein, und dann suche ich ein wenig im Internet, und finde heraus, dass es leider für diesen Drucker keinen Windows 11-kompatiblen Treiber gibt. So ein Mist. Arbeitsblätter? Texte, die mir SchülerInnen geschickt haben?

Und dann ist es kalt draußen und ich bin froh, dass ich diese Kapuzenpullover habe und warte auf meinen Bus. Ach stimmt ja, die Autokraft-Busse fahren nicht. Also ein paar Minuten länger warten, in die Zweiundsechzig, im Mittelgelenk an die Wand stellen, gähnen, "Ach ne, wer sind sie denn?" höre ich links von mir, drehe mich um und da steht Er vor mir.

Fastforward, zweite Stunde, zehnte Klasse, eine meiner smartesten Schülerinnen gibt mir den Tipp, meinen Drucker auszutricksen - so zu tun, als hätte ich eine alte Windows-Variante. Da wird mir bewusst, dass ich den Druckertreiber vielleicht mal im Kompatibilitätsmodus für eine ältere Windows-Variante installieren sollte. Die Kiddies sind einfach toll, irgendwie geben sie mir immer etwas Positives, ich kann jetzt erstmal wieder drucken. Und mir die Hand vor die Stirn schlagen, dass ich das Konzept des Kompatibilitätsmodus in den letzten paar Jahren entlernt habe.

Und wenn es draußen grau ist, mache ich es mir drinnen gemütlich, mit Korrekturen. Naja. Hauptsächlich mit dem Konsum von Videospielen, Filmen und Konsorten. Die große Buba hat mich nochmal sanft dran erinnert, dass Midnight Club jetzt bei Netflix veröffentlicht ist. Die Serie basiert auf der Romanvorlage von Christopher Pike und ist verfilmt worden von Mike Flanagan, und ich finde ja immer noch trotz einiger Schwächen, dass Flanagan einer der talentiertesten Horror-Regisseure der Gegenwart ist.

Zwei Lerngruppen in Praktika, ein etwas "sanfterer" Einstieg. Gut so: Morgen kommt der neue Teil der Star Ocean-Reihe an - kann sein, dass ich mal wieder in meiner kleinen Welt verschwinde.

post scriptum: Triathlon-Finisherin. Ich komme nicht damit klar, dass englische Begriffe deutsch gegendert werden... geht vielleicht auch anderen UserInnen so.

Montag, 15. August 2022

Tag Eins


Bei manchen Menschen kommt irgendwann der Ferien-End-Blues. Der stellt sich dann ein, wenn einem bewusst wird, dass die Ferien nun doch langsam zu Ende gehen und damit ein Ende der Freiheiten einhergeht, Verantwortung auf einen zukommt, der Tagesrhythmus neu eingependelt werden muss und vieles mehr. Ich kenne das Gefühl oft aus den kurzen Ferien.

Im Sommer ist das ganz anders, da bin ich am Ende sehr froh, dass es wieder in die Schule geht, und ich bin voller Vorfreude - mit Abstrichen für Stundenplan oder Unterrichtsverteilung. Der erste Schultag hat das alles wieder bestätigt. Ich bin in einem wunderbaren Beruf tätig, auch wenn ich mich gern frage, warum ich nicht Schauspieler geworden bin. 

Heute stand ein reduzierter Stundenplan an, weil in den ersten drei Stunden Klassenlehrerunterricht war, und somit hatte ich nur zwei Stunden Englisch in meinem Grundkurs im zwölften Jahrgang (G9). Vorher habe ich mich mit meinem Praktikanten getroffen. Ich habe echt Angst, dass ich ihm jetzt drei Wochen lang zeige, wie man als Lehrer nicht sein sollte, und schon heute habe ich mich erwischt bei "Also ich habe das heute so gemacht, aber eigentlich sollte man es so machen". Aber im Gegensatz zu einem Referendariat kann ich vermutlich nicht zu viel falsch machen. Interessant, dass ein Unterrichtsentwurf (Raster, Lerngruppe, Didaktik, Methodik) mittlerweile zehn Seiten lang sein soll, wir wurden damals darauf gedrillt, das auf exakt drei Seiten zu bringen...

Der Zwölferkurs ist ein Geschenk - acht SchülerInnen (ich hatte noch nie so eine kleine Lerngruppe). Kein Druck, auf das Zentralabi hinzuführen. Gemütlicher kleiner Klassenraum an einer dauerkühlen Stelle der Schule. Ich bin total begeistert, heute gab es hauptsächlich Organisation und ein bisschen beschnuppern, aber die Gruppe kommt mir extrem sympathisch vor. Völlig unterschiedliche Köpfe, das könnte vielleicht ein wenig entschädigen dafür, dass ich meine Jetzt-Achtklässler nicht weiterführen darf. Vielleicht.

Jedenfalls war es ein wunderbarer erster Tag, an dem ich komplett zerflossen bin, es sind wieder zweiunddreißig Grad in der Wohnung, bis Donnerstag werde ich wieder Handtücher und Taschentücher in rauen Mengen verbrauchen. Morgen ist mein freier Tag, also gleich erstmal wieder ausschlafen (ist nötig, manchmal kann ich wegen der Hitze erst zwischen zwei und drei Uhr nachts einschlafen). Und es steht viel Papierkram an.

Ich hoffe, Ihr hattet einen schönen Montag? Ich wünsche Euch einen tollen Start in das neue Schuljahr!

Dienstag, 19. Juli 2022

Hitze

Für mich sind das Schönste am Sommer die Sonnenuntergänge (hier am Kap Sounion in Griechenland)

Eigentlich reicht der Titel schon aus. Und es ist Jammern auf hohem Niveau, sowohl wörtlich (weil ich unter'm Dach wohne und hohe Temperaturen habe, geht heute Abend auf dreißig Grad zu) als auch figurativ, denn in den anderen Regionen Deutschlands ist es natürlich deutlich extremer. Und ich habe mich ja über die Jahre daran gewöhnt, Spiegelfolien auf die Fenster geklebt und der Ventilator ist auf Dauerbetrieb. Außerdem ist das Sofa mit diversen Handtüchern ausgelegt, die ich dann alle drei Tage waschen darf.

Das sollte die Zeit sein, in der man viel trinkt und kalte Mahlzeiten zu sich nimmt, und trotzdem geht hier gleich der Ofen an und alles deutet auf Fischstäbchen hin, denn ich muss den Kühlschrank freiräumen, um ihn zu reinigen und das Eisfach abzutauen, das erinnert mittlerweile an eine eisige Grotte.

Vielleicht sollte ich während dieser Phase mal im Badezimmer schlafen, denn während der Haupt-Wohnraum nachmittags bis abends extrem aufheizt, bleibt es im Bad kühl, das hat nur eine kleine Front nach Osten raus. 

Ich bin gespannt, ob die große Buba das überlebt, wobei, sie kennt das ja nun auch seit einigen Jahren. Davon lassen wir uns nicht abbringen.

Donnerstag, 31. März 2022

April Freeze

Draußen kalt macht es drinnen umso gemütlicher

Das Busfahren zur Schule hat viele positive Effekte - darunter, dass ich meine Umwelt bewusster wahrnehmen kann, als wenn ich einfach nur im Auto von A nach B fahre, immer nur mit dem Ziel im Blick, so dass ich die Reise vollkommen ignoriere. Busfahren entschleunigt mein Leben, und dafür bin ich sehr dankbar. Heute an der Bushaltestelle Lüderitzstraße ist mir bewusst geworden, wie kalt es auf einmal geworden ist; das ist insofern ungewöhnlich, als dass Aspis eine veränderte Wahrnehmung von Hitze und Kälte haben (zu intensiv oder fast gleichgültig). Mich kümmert die Temperatur eigentlich nicht.

Ein wenig Schnee gab es ja heute auch in Kiel - allerdings habe ich eben im Fernsehen die Bilder von der Westküste gesehen, da ist Einiges mehr runtergekommen. Die große Buba und Sannitanic, ist Pellworm eingeschneit? Hier ist es also zum großen Teil trocken geblieben, aber der Wind war sehr kalt zu spüren, und ich habe es genossen. Mal schauen, wie dieser Frühling sich so entwickelt.

post scriptum: Morgen wird spannend, Gesprächstermin, und die Ausschreibung zur Projektwoche ist herumgegangen. Viele Ideen im Kopf, viele Gedanken - morgen wird ein Meditationstag.