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Samstag, 18. November 2023

Tag 110 - Die Sendung mit der Maus

 


Meine Eltern haben früher immer sehr darauf geachtet, wie lange wir Kinder vor dem Fernseher sitzen durften, und das war auch gut so. Kaum zu glauben: Wir haben noch "direkt" gelebt, sind in den Wald zum Spielen gegangen, den Kugelfang im Winter runtergerodelt, und das alles ohne ein Smartphone vor dem Gesicht. Und abends durfte ich mir dann die Sesamstraße anschauen - damals wusste ich noch nicht, dass die Serie aus den USA stammt. Freitags gab es Hallo, Spencer! - aber das hat mir nicht so gefallen.

Das Tollste war der Donnerstagabend, denn da gab es die Sendung mit der Maus. Lach- und Sachgeschichten. Quasi eine Dokureihe für Kinder, die immer gefragt hat "Warum ist das so?" oder "Wie funktioniert das?". Wie kommen die Streifen in die Zahnpasta? Wie funktioniert eine Spülmaschine? Wie wirkt eine Kopfschmerztablette? 

Das wurde mit kleinen Filmen, im Schnitt fünf bis acht Minuten, erklärt, und ich fand das wahnsinnig interessant, weil mir kleinem Steppke die Welt auf kindgerechte Art und Weise erklärt wurde. Einer meiner Favoriten waren die Filme mit Armin Maiwald, der sie übrigens auch in's hohe Alter noch gemacht hat. Er hat immer lockere Sprüche dabei, ist witzig, gelassen und authentisch und ich habe ihm sehr gern zugehört. Ich poste unten mal das Video Wie funktioniert eine Spülmaschine? für alle, die zehn Minuten Nostalgie erleben wollen.

Wer nur eine Minute Nostalgie erleben will, für den poste ich außerdem einen Vorspann der Sendung, der war nämlich auch immer cool: Vor dem Hintergrund einer lustigen Melodie wurden kurz die Themen der jeweiligen Sendung vorgestellt - und dann lief der Vorspann gleich noch ein zweites Mal, und zwar jedesmal in einer anderen Sprache. Das war großartig, denn Internet war damals noch nicht, und das war eine der wenigen Möglichkeiten, fremde Sprachen gesprochen zu hören.

Ich habe die Sendung mit der Maus geliebt (und ich finde die Videos auch heute noch interessant), und ich hoffe, Ihr Eltern da draußen zeigt sie auch Euren Kindern ;-)




Samstag, 26. August 2023

Tag 26 - Warum ich Wordle liebe...


...und mir nur dafür - beziehungsweise ein Feature davon - ein Abonnement der New York Times (NYT) zugelegt habe:

Ihr wisst, ich liebe Sprache. Ich liebe ihre Fähigkeit, komplexe Konzepte zu vermitteln, die uns sonst zu beschreiben überfordern würden. Ich liebe ihre Wandelbarkeit - dass sie immer im Wandel ist, und das ("Durchschnitts-")Englisch von heute bereits ein völlig anderes ist als noch vor einer Woche; früher hätten Amerikaner bei corona an den Lichtkranz bei einer Sonnenfinsternis gedacht, heute denken sie zuerst an Covid-19.

Das fasziniert mich unglaublich, und ich bin gierig darauf, immer mehr über Sprache zu lernen. Dieses Wissen hat interessante Effekte: In meinem Amerikaurlaub hat niemand, mit dem ich mich unterhalten habe, gemerkt, dass ich Deutscher bin, ich bin voll mit dem Freizeitparkleben dort verschmolzen, als hätte ich nie was Anderes gemacht. Die Erkenntnis bei den Amis war dann immer wieder interessant im Gesicht abzulesen ;-)

Alles nur durch Sprache. Und ich bin mir immer bewusst, dass meine Englischkenntnisse noch extrem fehler- und lückenhaft sind (eine Frage der Relation). Damit ich merken kann, wie gut ich das gesamte englische Vokabular kenne, spiele ich Wordle von der NYT - ja, ich weiß, ich muss doch kein wandelndes Wörterbuch sein. Aber ich möchte es gern, es macht mich glücklich und erfüllt mich mit Zufriedenheit und Ausgeglichenheit und Ruhe.

Wer es nicht kennt: Man hat sechs Versuche, ein fünfbuchstabiges englisches Wort zu erraten, so wie das Spiel Mastermind früher: Man bekommt einen farbigen Hinweis, wenn ein Buchstabe im Wort vorkommt, aber an anderer Stelle, beziehungsweise wenn der Buchstabe genau richtig liegt.

Und nachdem man das Rätsel, das jeden Tag um exakt null Uhr Ortszeit (also für uns um Mitternacht) neu gestartet wird, gelöst hat, kann man sich mit einer künstlichen Intelligenz in Verbindung setzen, dem WordleBot, und für den brauche ich das Abo. Der Rest, das Spiel, ist kostenlos. Der Bot gibt mir dann in mehreren ausführlichen Erläuterungen eine Analyse, welche Rolle skill, also Fertigkeit, und luck, also Glück bei meinen Versuchen gespielt haben. 



 


Ich finde das wahnsinnig interessant, vor allem, weil ich dann auch erfahre, wie gut mein Skill und meine Wortkenntnisse gegenüber dem Durchschnitt der NYT-Leser sind, und somit weiß ich, ob ich noch mehr lernen muss oder "genug" weiß. Was natürlich niemals passieren wird. ;-)

Und damit ich mich auf die Analyse des WordleBot verlassen kann, spiele ich nach sehr strengen Regeln: Ich rate aus dem Kopf. Ich schlage keine möglichen Wörter nach, weder im dictionary noch online. Das führt dann eben dazu, dass ich keine hundert-Prozent-Quote habe; ja, ich habe es zweimal nicht erraten. Ich bin irgendwie stolz auf die Quote und die strenge Regeleinhaltung.

Ich liebe Wordle. Ich bin ein Wordler. Ich liebe Lernen. Und Sprache. Und das Leben an sich.

Montag, 19. Juni 2023

Dreißig Grad

Erinnert mich an Griechenland. Trinken nicht vergessen!

Eigentlich reicht der Titel schon aus. Wie in jedem Jahr kommt irgendwann der Blogbeitrag, in dem ich feststelle, dass es in meiner Wohnung über dreißig Grad Celsius sind. Alle Sitzgelegenheiten sind wieder mit Handtüchern tapeziert und der Ventilator ist im Dauerbetrieb. Das alles macht es manchmal schwer, sich zu konzentrieren, ich liege in den letzten Zügen, um die Noten für die Kiddies in der Oberstufe fertigzumachen.

Das ist auch die Zeit, in der ich immer Wassermelone im Kühlschrank habe. Ich liebe das! Nicht so süß, unglaublich kühl-erfrischend und durstlöschend. Essen ansonsten eher auf dem Minimum, mein Magen mag gerade nicht alles. Und: Die Reise in's Königreich Hyrule in The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom muss eine ordentliche Pause einlegen. Jetzt geht es um Schule, Wohnung und das Bürokratiergehege.

Falls jemand von Euch Black Mirror mag, oder damit im Unterricht arbeitet: Es ist eine sechste Staffel herausgekommen, die extrem durchwachsen ist, aber eine richtig gute, pädagogisch wertvolle Geschichte dabei hat: Joan is awful thematisiert AI-generated content, deepfakes, das Recht am eigenen Bild und ist gleichzeitig eine witzige Komödie. Echter Tipp!

Aber bei dieser Hitze gehen die meisten Menschen wohl lieber an den Strand...