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Montag, 15. August 2022

Tag Eins


Bei manchen Menschen kommt irgendwann der Ferien-End-Blues. Der stellt sich dann ein, wenn einem bewusst wird, dass die Ferien nun doch langsam zu Ende gehen und damit ein Ende der Freiheiten einhergeht, Verantwortung auf einen zukommt, der Tagesrhythmus neu eingependelt werden muss und vieles mehr. Ich kenne das Gefühl oft aus den kurzen Ferien.

Im Sommer ist das ganz anders, da bin ich am Ende sehr froh, dass es wieder in die Schule geht, und ich bin voller Vorfreude - mit Abstrichen für Stundenplan oder Unterrichtsverteilung. Der erste Schultag hat das alles wieder bestätigt. Ich bin in einem wunderbaren Beruf tätig, auch wenn ich mich gern frage, warum ich nicht Schauspieler geworden bin. 

Heute stand ein reduzierter Stundenplan an, weil in den ersten drei Stunden Klassenlehrerunterricht war, und somit hatte ich nur zwei Stunden Englisch in meinem Grundkurs im zwölften Jahrgang (G9). Vorher habe ich mich mit meinem Praktikanten getroffen. Ich habe echt Angst, dass ich ihm jetzt drei Wochen lang zeige, wie man als Lehrer nicht sein sollte, und schon heute habe ich mich erwischt bei "Also ich habe das heute so gemacht, aber eigentlich sollte man es so machen". Aber im Gegensatz zu einem Referendariat kann ich vermutlich nicht zu viel falsch machen. Interessant, dass ein Unterrichtsentwurf (Raster, Lerngruppe, Didaktik, Methodik) mittlerweile zehn Seiten lang sein soll, wir wurden damals darauf gedrillt, das auf exakt drei Seiten zu bringen...

Der Zwölferkurs ist ein Geschenk - acht SchülerInnen (ich hatte noch nie so eine kleine Lerngruppe). Kein Druck, auf das Zentralabi hinzuführen. Gemütlicher kleiner Klassenraum an einer dauerkühlen Stelle der Schule. Ich bin total begeistert, heute gab es hauptsächlich Organisation und ein bisschen beschnuppern, aber die Gruppe kommt mir extrem sympathisch vor. Völlig unterschiedliche Köpfe, das könnte vielleicht ein wenig entschädigen dafür, dass ich meine Jetzt-Achtklässler nicht weiterführen darf. Vielleicht.

Jedenfalls war es ein wunderbarer erster Tag, an dem ich komplett zerflossen bin, es sind wieder zweiunddreißig Grad in der Wohnung, bis Donnerstag werde ich wieder Handtücher und Taschentücher in rauen Mengen verbrauchen. Morgen ist mein freier Tag, also gleich erstmal wieder ausschlafen (ist nötig, manchmal kann ich wegen der Hitze erst zwischen zwei und drei Uhr nachts einschlafen). Und es steht viel Papierkram an.

Ich hoffe, Ihr hattet einen schönen Montag? Ich wünsche Euch einen tollen Start in das neue Schuljahr!

Donnerstag, 11. August 2022

Vertrag - unterzeichnet!

Es kann wieder losgehen!

Heute Besuch in der Schule, um die Inventarisierung des Archivs zu Ende zu bringen und die erste Runde Entmüllung und Aktenvernichtung einzuleiten. Irgendwie war das ganz schön - die ersten Kollegen wiederzusehen, sich mit den Gebäuden akklimatisieren und spüren, dass dieser Beruf mir Freude bereitet.

Davon kann mich letztlich auch nicht der neue Stundenplan abhalten, der zwar einen freien Tag vorsieht, allerdings stünden nur zwei Stunden der Idee im Weg, diesen freien Tag am Freitag zu haben, und das hätte mir viel bedeutet, weil die Woche dann wieder einen Block Arbeit und einen Block frei gehabt hätte. Das war mir immer wichtig, denn so hatte ich einen guten Rhythmus aus Arbeiten und Erholung (und Arbeit in der Wohnung). Das wäre dann auch die Auflösung zum gestrigen Blogeintrag - als ich den Stundenplan geöffnet hatte, war der Rest des Tages für mich dann quasi gelaufen. Immerhin musste nicht die letzte Ferien-Session mit der großen Buba dran glauben (das hätte durchaus passieren können).

Leider sind diese zwei störenden Stunden nicht so einfach umzulegen, denn ich unterrichte ausschließlich in Kursen, die aus mehreren Klassen bestehen und deren Verlegung mindestens vier weitere Lehrkräfte beträfe. Ich gebe mir jetzt jedenfalls erstmal zwei Wochen, um einen positiven Spin für die ganze Sache zu finden. Mal sehen, ob das klappt.

Immerhin gab es heute auch ein sehr positives Event, das zumindest ablenkt: Ich habe meinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben, und damit bin ich für zwölf Monate wieder in Sicherheit. Angestellt, befristet, das Übliche, aber immerhin bin ich nicht wieder arbeitslos. 

Also kann ich mit einem Lächeln in die dreißig Grad Celsius meiner Wohnung zurückkehren, den Abend noch ein bisschen genießen und dann Schlaf nachholen, denn der war gestern nicht allzu reichhaltig.