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Mittwoch, 2. Juli 2025

Bananige Hilfe gesucht!


Vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen. Bananen gehören zu den "erlaubten" Lebensmitteln bei chronisch-endzündlichen Darmerkrankungen. Dazu kommt, dass ich Bananen liebe, wenn sie richtig durchgereift sind. Ein Problem für mich ist der sehr hohe Zuckerghalt, denn Zucker gilt als entzündungssfördernd, und als Neurodermitiker kann ich das bestätigen.

Früher habe ich mir gern einen Milchshake geacht - eine Banane kleingeschnitten, in den Mixer und durchpürieren, dann etwas Milch dazu und das Ganze nochmal durchmixen. Superlecker! Milch ist für mich nich mehr, aber Haferdrink. Kann ich diesen Bananenshake auch mit Haferdrink zubereiten?

Habt Ihr sonst Tipps, was man mit der Banane machen kann, außer sie einfah nur aufzufuttern? Ich weiß, ich darf nicht mehr als eine Banane am Tag essen, sonst meldet sich die Neurodermitis und von der Colitis fangen wi erst gar nicht an.

Kennt Ihr ein paar einfache, magenschonende Bananengerichte? 

Donnerstag, 4. November 2021

Das Betriebskostenabrechnungsdrama


Es ist unglaublich schwer, sich runterzufahren, wenn einem verschiedene Blogideen in den Kopf schießen. Drei Möglichkeiten - ich könnte über einen wunderbaren Film schreiben, den ich gestern entdeckt habe und der intensiv nachwirkt. Ich könnte über - ach, wie praktisch, Nummer Zwei ist schon wieder aus meinem Bewusstsein verschwunden. Bleibt also der dritte Punkt: Das Betriebskostenabrechnungsdrama.

Ein Wort für das Glücksrad. Ich glaube, ich habe noch nie so lange auf eine Betriebskostenabrechnung gewartet wie in diesem Jahr; vor zwei Tagen ist sie dann gekommen, zusammen mit der Heizkostenabrechnung. Und ich habe die Briefe erstmal einen Tag ungeöffnet gelassen, denn - Schrödingers Katze grüßt: Erst wenn ich den Brief öffne, wird es unangenehm, vorher ist das alles unsicher.

In den letzten Jahren hatte ich da horrende Nachzahlungen; das lag daran, dass ich gegen einen ziemlich fiesen Neurodermitisschub regelmäßig medizinische Ölbäder machen musste. Dann hat die Sannitanic mich darauf hingewiesen, dass in der Neurodermitis-Szene Kokosöl sehr beliebt ist, und seitdem reicht es mit Duschen und danach den Körper mit Kokosöl behandeln. 

Und das zahlt sich jetzt aus, denn zum ersten Mal bekomme ich eine Rückzahlung der Betriebskosten, großartig! Auf der anderen Seite muss ich bei den Heizkosten ein wenig nachzahlen, aber das macht gar nichts. Fast nichts. Denn mich verwirrt die dämliche Abrechnungsmaschinerie von Vonovia und ihren Subunternehmen.

Brief Eins: Ganz toll, Sie haben zuviel Betriebskosten bezahlt, wir zahlen Ihnen etwas zurück und die Miete wird gesenkt von A auf B.

Brief Zwei: Sie müssen bei den Heizkosten noch etwas nachzahlen, infolgedessen wird die Miete erhöht von A auf C.

Ich hoffe wirklich, dass die das ordentlich miteinander verrechnen, und ich werde Anfang Dezember meinen Kontoauszug sehr genau studieren.

I hate Vonovia. 

Donnerstag, 3. Juni 2021

Ignorance Is Bliss (Talfahrt)


Ich habe dieses Schuljahr richtig Spaß gehabt, mit einem Feeling wie damals in St.Peter-Ording. Ich habe nicht mehr ganz so viele Fehler gemacht, ich habe Kollegen kennengelernt und mich mit ihnen unterhalten, ich hatte nicht mehr dieses "In der Schule bleibe ich nicht länger als nötig"-Gefühl. Das Unterrichten hat Spaß gemacht, und das bei zwei sechsten Klassen - Orientierungsstufe ist meine Achillessehne.

Das hat funktioniert, weil ich seit Herbst so getan habe, als könnte ich an der Toni bleiben. Als wäre das "meine Schule" (Stichwort bucket list). Ich habe überhaupt nicht daran gedacht, dass mein Vertrag irgendwann ausläuft, und es war toll. 

Leider hält dieser Effekt nicht mehr an, und das hat für die Funkstille im Blog gesorgt, denn jetzt ist sie wirklich dauerpräsent, diese Wahrscheinlichkeit, dass ich nicht bleiben kann. Mal abgesehen von dem demütigenden Gefühl (während Kollegen um mich herum sich über ihre Planstelle freuen dürfen (die ich ihnen gönne)). Es ist wieder soweit: Kollegen fragen, wie es denn bei mir weitergeht, und ich muss antworten. Und wieder wabert mir Jörgs Frage aus dem Vorstellungsgespräch durch den Kopf: "Wie kann das denn sein, dass jemand mit ihren Referenzen so lange keine Stelle gefunden hat?" Das ist der Moment, in dem ich emotional kollabiere.

Rückfall in den typischen Schuljahresend-Blues. Zuhause sitzen, nichts machen. Mich nicht mehr bei meinen Freunden släsch Familie melden, den Blog verkümmern lassen, überhaupt nicht mehr darauf achten, was ich esse inklusive Neurodermitisschub, und dann kommt noch eine Sachbearbeiterin im pbOn, die mir schreibt, ich solle keine "1" bei der dienstlichen Beurteilung eintragen, denn man soll nicht sein Gutachten aus dem Referendariat hochladen. Und ich kann mich nicht wehren, denn im pbOn gibt es kein Dialogfeld.

Zeit für Buddhismus. Zeit für Gedanken an berufliche Alternativen, denn ich werde nicht noch einmal an eine neue Schule wechseln, mein Leben ist durch die letzten sechs Schulwechsel bereits genug in die Brüche gegangen. Zeit, sich zu klammern an das "Wir kämpfen für dich!" der Personalratsvorsitzenden, Zeit, sich darüber zu freuen, dass heute dann plötzlich die Bewerbungsmappe im pBon doch freigeschaltet wurde.

Wörtlich: Abwarten und Tee trinken.

Donnerstag, 28. Januar 2021

Schub

Psychosomatisch

Schub
 könnte sich auf den gestrigen Tag beziehen: Ich habe mir mal wieder die grandiose Dokumentation Apollo 11 (2019) angeschaut. Mittlerweile wohl zum sechsten Mal, denn sie ist ein echtes Erlebnis, das man nur "live" spüren kann, weil man quasi "live" bei der ersten Mondmission dabei ist - wirkt mehr als Kinofilm denn als Doku. An mehreren Stellen brauchen die Astronauten Schub, um zum Beispiel aus dem Erdorbit herauszutreten.

Schub bezieht sich aber leider auf etwas Anderes: Der Lockdown und das Distanzlernen zeitigen mittlerweile somatische Konsequenzen. Weil mein Kopf überhaupt keine vernünftige Regelmäßigkeit mehr hat, achte ich kaum noch drauf, was ich esse. Das, was halt in dem Moment interessant aussieht; Achtsamkeit adé. Das rächt sich in einem neuen Neurodermitis-Schub. Entzündete Lippen, die sich anfühlen, als würden sie brennen, oder strahlen; das war eine interessante Erfahrung in der Meditation vorhin. Hab nach längerer Zeit mal wieder die Hydrocortisonsalbe herausgeholt, um die Symptome zu lindern. Mist. Ich muss mir eine Strategie überlegen, wie ich jetzt weitermache; die Tendenz geht mal wieder in's Extreme: Nur noch Brot und Wasser. Das macht mir nichts aus, also könnte das die sinnvollste Methode sein.

Liebe Eltern, macht Euch bitte keine Sorgen, mittlerweile weiß ich ja, wie ich mit der Neurodermitis umgehen muss - das wird wieder! Und vielleicht liegt darin sogar etwas Positives: Ich habe jetzt endlich einen konkreten Grund, mich zu fokussieren, zu disziplinieren, vielleicht kann ich auf diesem Weg wieder zur Achtsamkeit gelangen ;-)

Freitag, 31. Januar 2020

Aufregende Woche

Pflaster sind momentan zum Glück noch nicht nötig...

Die Schienbeine blutig gekratzt, die Nagelbetten ausgetrocknet und eingerissen, der Kreislauf heute im Keller. Das sind die klassischen Symptome für eine aufregende Zeit bei mir.

Dabei war das alles ganz anders geplant. Im letzten Sommer, als in meinem Kopf der Groschen gefallen war, dass ich eine Behinderung haben könnte, bin ich mit Die Tante durch die Graudenzer Straße in Heide spaziert und wir haben überlegt, wie nun wohl die nächsten Monate aussehen würden. Ich hatte zum Glück zwölf Monate am Stück gearbeitet und damit Anspruch auf Arbeitslosengeld I - deswegen sind wir gelandet bei "Okay, bis zum Termin in der Psychiatrie schiebe ich die Jobsuche erstmal beiseite, und ab Februar schaue ich dann, wo ich wieder Arbeit finden könnte."

Das klang strukturiert, das klang gut geplant und war für mich nachvollziehbar. Und ich hatte etwas Angst, dass das für mich zuviel wird - gleichzeitig bewerben und Diagnose erleben. Aber wie das nun mal ist mit der Arbeitslosigkeit - zumindest bei mir - es wird langweilig, ich bin unterfordert und werde kirre, und deswegen habe ich dann doch irgendwann angefangen, nach Stellen zu suchen. Ich war allerdings nicht davon ausgegangen, dass ich zum ersten Februar irgendwo anfangen würde.

Und dann hat es sich eben doch so ergeben. Auswahlgespräch, erster Psychiatriebesuch, erster Besuch an der neuen Schule. Das mag für viele Menschen problemlos sein, aber mich überfordert das. Okay, das bekommt man offensichtlich nicht mit - in meiner dienstlichen Beurteilung steht zur Belastbarkeit "...und all' dies gelingt ihm scheinbar mühelos." - und auch meine erste Schulleiterin hat mir Unglaubwürdigkeit in's Gesicht geurteilt, als ich ihr erklärt habe, wie ich unter dem Referendariat gelitten habe.

Die Konsequenzen sind eben nicht offen sichtbar: Ich vergesse das Essen und Trinken, weil ich mit dem Kopf vollkommen in der neuen Schule Släsch Psychiatrie sitze, dadurch schwankt mein Kreislauf, und wenn ich denn etwas esse, achte ich nicht darauf, was es ist; mein Zuckerkonsum schnellt in die Höhe und das führt zu einem Neurodermitisschub, und das bedeutet oft: Kratzen, bis die Haut blutet, weil es so juckt. Und ich denke auch nicht daran, regelmäßig meine Hände zu waschen und danach einzucremen, so dass sie austrocknen, die Haut spröde und rissig wird und die Nagelbetten einreißen.

Von außen erkennt man das alles nicht, und wenn ich das anderen Menschen erkläre, heißt es ganz oft "Ach, das geht uns doch allen so!" - und das stimmt auch, aber eben nur bis zu einem gewissen Grad (und dann bringe ich die Geschichte mit dem Kreislaufzusammenbruch wegen Essenvergessen an und die Sache hat sich erledigt).

Ich muss also jetzt mal wieder ein neues Regelblatt aufhängen, um diese Schäden einzudämmen. Aber immerhin sind es diesmal positive Anlässe für diese Symptomatiken, und das ist schon okay so. Der Einstieg in der neuen Schule wird auch wieder holperig werden, aber ich versuche das zu kaschieren, damit es dann wieder heißt, all' dies gelinge mir scheinbar mühelos.

Freitag, 14. September 2018

Der Eid des Hippokrates

gemalt von Peter Engels

Es gibt da in Kiel diese Hautarztpraxis, ich habe den Namen vergessen. Die macht echt einen tollen Eindruck, hell, extrem freundlich, und es gibt zwei unterschiedliche Wartezimmer, eines für Kassenpatienten, eines für Privatversicherte. In letzterem steht ein kostenfreier Getränkeautomat. In dieser Praxis fühlt man sich königlich behandelt, keine langen Wartezeiten, und auch der Hautarzt selbst ist freundlich und aufgeschlossen, so scheint es.

Aber getrennte Wartezimmer sollten misstrauisch machen.

Und es ist ja nicht so, als arbeite dort ein inkompetenter Arzt, im Gegenteil, er kümmert sich um die Probleme und regelt sie. Er kümmert sich sogar um Probleme, wo vorher keine waren. Ich hatte damals einen akuten Neurodermitisschub (mittlerweile weiß ich zum Glück, wie ich damit umgehen muss) und bin in diese Praxis gegangen, um über Rötungen und juckende Haut zu klagen. Der Arzt hat sich diese Klagen sehr freundlich angehört und meine Haut unter die Lupe genommen - und hat ein Problem gefunden, das noch viel wichtiger zu sein schien als das Jucken, denn er äußerte umgehend Sorge über die Muttermale an meinem Körper, Hautkrebsrisiko, und die müssten unbedingt entfernt werden, um sicherzugehen, dass alles gutartig ist.

Und wie von Zauberhand hatte der Arzt auch schon die Verschreibung einer Operation parat. Ich war damals natürlich schockiert über die unheilvollen Nachrichten zu meinen Muttermalen und war sehr froh, dass der Arzt sie entfernt hat, fachmännisch herausgeschnitten. Um die Narbenbildung zu verringern, hat er mir ein Gel verschrieben, das rein zufällig in der praxisinternen Apotheke zu kaufen war. Ein Wunder!

Bei einer der Nachuntersuchungen hat der Arzt mich dann auch gefragt, ob ich wieder guter Dinge sei, und ich sagte ihm, dass die Stellen gut verheilt sind. Allerdings schob ich dann - endlich - noch einen Nachsatz hinterher, in dem ich ihn um eine Diagnose des Juckens und der Rötungen bat, denn beides war immer noch sehr intensiv vorhanden, und das war ja eigentlich auch der Grund meines Kommens. Seine Antwort werde ich wohl mein Leben lang nicht vergessen und hat mein Vertrauen in Ärzte im Grunde erschüttert:

"Ach das hatten sie auch noch! Ich möchte ihnen nur gerade klar machen, dass sie mir meine Zeit stehlen."

Zeit stehlen... bitte WAS?! Und erst dann bin ich auf den Trichter gekommen, dass es in dieser Hautarztpraxis in erster Linie um Gewinne geht, die tatsächlichen Beschwerden der Patienten sind sekundär. Das weiß ich, weil einer damaligen Kommilitonin genau das Gleiche passiert ist - und heute erzählt mir ein Kollege im Lehrerzimmer von seiner Erfahrung mit diesem Hautarzt, dessen Namen ich leider vergessen habe. Ist kein Einzelfall, das ist mir mittlerweile bekannt, der Wahnsinn hat Methode.

Und da komme dann ich, dachte immer, wenn man sich entscheidet, Arzt zu werden, dann macht man das, um Menschen zu helfen, sie zu heilen und womöglich Menschenleben zu retten. Man benutzt sie nicht als Material, um möglichst viele und umfangreiche Behandlungsmethoden aus ihnen herauszuholen. Dachte ich. Gibt es da nicht diesen Eid oder so?

Also, Patient, immer gründlich hinterfragen, was Dein Arzt Dir so mitzuteilen hat!

post scriptum: Heute habe ich "The Endless" (2018) geschaut. Das ist mal richtige Science Fiction, und es ist ein sehr intelligenter Film, der neben Sektenwirkung auch diverse andere Themen abarbeitet. Herrlich, wie der Film mit mir gespielt hat, mich im Unklaren gelassen hat. Anfangs dachte ich, wow, den Film kann ich in meinen Schulkanon aufnehmen, weil er überzeugend den Sog darstellt, den Sekten ausüben können - vielleicht schreckt das die Schüler ab, so dass sie nicht mehr so einfach in's Netz der Sektenfänger gehen. Gen Ende habe ich dann allerdings feststellen müssen, dass für sehr viele Schüler dieser Film "zu intelligent" sein wird, und dass sie Vieles nicht verstehen werden. Das wird bestätigt durch die Punktzahl in der IMDb, die recht niedrig ist - während die Kritiker mal wieder voll des Lobes sind, zum Beispiel auch Matt Zoller Seitz. Ich bin sehr froh, dass ich den Film gesehen habe.

Sonntag, 4. Februar 2018

Zuckerbaby

Ein nettes Experiment!

Ich liebe Süßes. Das war schon immer so, das wird wohl auch immer so sein. Und dennoch gab es in meinem Leben Phasen, in denen ich wochen- und monatelang nichts Süßes zu mir genommen habe. Dabei ging es gar nicht darum, mich zwanghaft zu kasteien: Die Neurodermitis hat mal wieder an die Tür geklopft. Und passend dazu hat die Sannitanic kürzlich einen Beitrag geteilt, in dem es im Prinzip darum ging, Kinder selbst die Grenzen des gesunden Zuckerkonsums kennenlernen zu lassen - logisch: Je mehr wir unseren Kindern Süßigkeiten verbieten, umso neugieriger werden sie darauf und umso stärker wird ihre magische Anziehungskraft. Das Kind sollte sich lieber einmal richtig den Magen verderben, um selbst zu merken, wie sich Grenzüberschreitungen anfühlen.

Ähnlich ist es bei mir auch, allerdings verderbe ich mir nicht den Magen, sondern es treten irgendwann Symptome meiner Neurodermitis auf. Das können Hautrötungen sein, starkes Jucken, was mir allerdings erst durch blutige Schrammen nach all' dem Kratzen bewusst wird, oder trockene, schuppige Haut. Oder alles zusammen. Es ist mal wieder soweit, und natürlich kann man die Symptome bekämpfen: Neurodermitis (auch atopisches Ekzem genannt) mag unheilbar sein, lässt sich aber wunderbar behandeln. So kann man die Haut mit Öl behandeln, Kortisonpräparate verwenden und auf die richtige Kleidung achten. Das allerdings sind nur Tropfen auf den heißen Stein, wenn man die Ursache des Neurodermitisschubs nicht angeht - in diesem Fall den Zuckerkonsum.

Die ersten zwei, drei Tage ohne Zucker sind schwierig. Das Craving, das Sehnen nach Süßigkeiten, ist sehr stark, ich muss oft daran denken und die Versuchung ist einfach zu groß, schnell mal unten in den Supermarkt zu gehen, und mich zu versorgen. Hier helfen mir, und deswegen habe ich es als Label zu diesem Beitrag angegeben, die Lehren des Buddhismus, stark zu sein und durchzuhalten. So lange, bis die kritische Schwelle überschritten ist und es mir nichts mehr ausmacht, mich zum größten Teil zuckerfrei zu ernähren.

Inspiration für den heutigen Beitrag war nicht die trockene Haut (leise rieselt der Schnee...), sondern eine Aktion bei rewe, in der Schokoladenpudding als Experiment angeboten wird: Vier kleine Becher, grundsätzlich die gleiche Rezeptur, einmal in der Originalvariante und dann mit jeweils 20%, 30% und 40% weniger Zucker. Die Kunden sollen testen und Feedback geben, welche Variante ihnen am besten gefällt. Eigentlich finde ich die Idee nicht schlecht, und weil es ein Experiment ist, sind die Puddinge auch preisreduziert. Ich werde das gleich einmal ausprobieren.

(...)

So, fertig. Das war eine spannende Erfahrung; mein Favorit war die Variante mit zwanzig Prozent weniger Zucker. Die Varianten mit weniger Zucker haben ziemlich lasch geschmeckt; ich hätte nicht gedacht, dass der Zucker so viel ausmacht. Hinsichtlich der Neurodermitis sollte ich also lieber auf "kein Zucker" umsteigen, bevor ich zuckerfreie Dinge esse, die ich nicht mag.

post scriptum: Zwischen den Unterrichtsvorbereitungen sollte man ruhig einmal abschalten, und so habe ich mir eben den Film "Cloverfield" (2008) angeschaut. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich durch einen Monsterfilm im "found footage"-Stil so gut unterhalten fühlen würde. Das war eine kurze, nette Ablenkung.

Samstag, 23. September 2017

Der Geruch von Meer

Die Brandung bei Methoni, Griechenland

Die Buddhistin Pema Chödrön lehrt mich, auch in schwierigen Situationen immer das Gute zu sehen. So hat ein Neurodermitis-Schub auch positive Aspekte. Um einen davon soll es heute gehen.

Ein Hilfsmittel gegen die juckende Haut ist Öl. Im Studium habe ich damals den Ratschlag bekommen, ich sollte einfaches Olivenöl nehmen, vom Discounter, muss gar kein spezielles Hautpflegeöl sein. Hat tatsächlich auch geholfen, allerdings mochte ich den Geruch vom Olivenöl nicht so und irgendwie hatte ich dann auch immer zuviel davon auf der Haut. Mittlerweile weiß ich, dass es medizinische Ölbäder gibt, und die sind richtig toll:

Zunächst einmal lasse ich richtig heißes Wasser in die Wanne, und dann reiße ich zwei Beutel Totes-Meer-Salz auf. Die werden im Wasser aufgelöst, dann bringe ich es auf eine angenehme Temperatur und gebe das Mandelölbad dazu; dadurch legt sich ein Ölfilm über die Wasseroberfläche (es löst sich also nicht auf), und beim Ein- und Aussteigen aus der Wanne legt dieser Ölfilm sich dann auf die Haut. Sehr praktisch und gründlich, und weder das Salz noch das Ölbad (sollte ein sog. spreitendes Ölbad sein) sind teuer, ich hole das Salz immer kiloweise von Rossmann.

Für mich ist es immer ein besonderer Genuss, diese Beutel aufzureißen. Ich schließe dann die Augen und schnuppere an den groben Salzkristallen, und schlagartig sehe ich das Meer vor mir. Während das Wasser in die Wanne rauscht und ich mit geschlossenen Augen und dem Beutel Salz in der Hand dastehe, denke ich wieder daran, wo ich diesen Geruch schon einmal erlebt habe, nämlich an der Küste von Methoni in Griechenland. Exkursion, zwei Wochen Peloponnes. Heiße Sonne, anstrengende Wanderungen, lange Vorträge, klassisches Altertum und ein paar Momente, die unvergleichlich gut waren. In der Brandung bei Methoni zu stehen und den Wind um die Ohren gepustet zu kommen, den Elementen trotzen... im Mittelmeer schwimmen, griechisches Essen genießen, den Zikaden lauschen... und der unvergleichliche Sonnenuntergang am Kap Sounion...

All' diese Erinnerungen, diese Bilder und Szenen, schießen mir beim Riechen an dieser Tüte Drogerie-Badesalz durch den Kopf, und ich genieße diesen herrlichen Moment jedes Mal auf's Neue. Ich glaube, ich habe noch keinen Beutel Salz in's Bad gekippt, ohne einen tiefen Atemzug zu nehmen. Und wenn dann der Duft des Mandelöls aus dem Wasser aufsteigt, das Licht abgedunkelt ist und aus der Wohnung ägyptische Klänge herüberwabern, da wird aus einer medizinischen Anwendung wieder ein echtes Wellness-Erlebnis.

Okay, das wird es sicher nicht gewesen sein, was Pema Chödrön meint, wenn sie von "das Gute sehen" spricht. Aber die Grundidee stimmt: Ich arrangiere mich mit schwierigen Situationen, ich gehe auf sie zu und versuche nur Positives darin zu sehen.

Der Sonnenuntergang am Kap Sounion

Samstag, 12. August 2017

Immer an meiner Seite: Die Neurodermitis

Sie kann grausam sein. Sehr grausam. Aber dagegen kann man etwas tun.

Willkommen im Land der chronischen Krankheiten, irgendwie klingt das gar nicht so schlimm, fast schon entspannt. Es kommt halt immer darauf an, in was für Worte man die Umstände hüllt - man könnte auch sagen, diese Krankheiten gelten als unheilbar. Und schon klingt es wie ein Todesurteil. Die große Buba hat eine solche Krankheit: Migräne. Abgeleitet aus den altgriechischen Worten für halb und Kopf, ist das etwas ganz Anderes als Kopfschmerzen. Kopfschmerzen tauchen mal auf, Aspirin und fertig. Die Migräne ist immer mit dabei, die große Buba hat ihr einen Namen gegeben: Medusa.

Das mag für manch' einen Menschen albern klingen (wer gibt seiner Krankheit schon Namen???), ist aber sehr vernünftig. Wenn man schon an einer unheilbaren Krankheit leidet, dann sollte man sie akzeptieren und in sein Leben zu integrieren versuchen. Das macht jeder Mensch auf seine eigene Weise. Ich finde den Umgang der großen Buba mit ihrer Medusa toll.

Ich leide auch an einer unheilbaren Krankheit, nämlich der Neurodermitis, und wie ich schon häufiger im Blog geschrieben habe, vermute ich einen Zusammenhang zwischen Hochbegabung und Neurodermitis. Irgendwas mit der Überempfindlichkeit von Nerven oder so, vielleicht. Deswegen frage ich Schüler, bei denen ich eine Hochbegabung vermute, ob sie Neurodermitiker sind. Oft höre ich "Ja, Neurodermitis hatte ich früher mal, aber jetzt nicht mehr..." - sorry, aber dann hast du sie immer noch. Aber du hast sie unter Kontrolle bekommen, und das ist auch gut so.

Ärzte nennen sie auch das atopische Ekzem, und das trifft es ganz gut: a-topisch bedeutet, dass das Ekzem keinen festen Platz hat. Es ist sozusagen immer im Körper vorhanden, manifestiert sich aber an den unterschiedlichsten Stellen. Das können blutende Ohrläppchen sein, verkrustete Mundwinkel, Quaddeln am ganzen Körper - oder lange, blutige Schrammen an Armen und Beinen als Symptom des Kratzens, um den Juckreiz zu bekämpfen.

Ich bin der Medizin und Tradition unendlich dankbar, dass es Mittel und Wege gibt, die Krankheit zu behandeln, so dass ich in langen Phasen gar nichts mehr von ihr bemerke. Nun ist es mal wieder soweit, ich habe einen Schub. Das kann passieren, potentielle Auslöser gibt es viele: Zuviel Zucker in der Nahrung, zuviel geduscht, privater oder beruflicher Stress. Ich habe mir über die Jahre hinweg Verhaltensweisen angeeignet, um mit einem Schub umzugehen - vielleicht kann das hier ja jemandem helfen:

- Ich stelle meine Ernährung radikal um und reduziere Zucker auf ein Minimum. Manchmal bedeutet das für mich, dass es nur noch Wasser und Brot gibt - und das ist wesentlich besser, als es klingt!

- Ich nehme zweimal in der Woche ein Bad, in dem ich Totes-Meer-Salz aufgelöst habe (gibt es sehr günstig) und ein spreitendes Mandelöl zugebe. Dadurch bekommt die Haut einen schützenden Ölfilm und trocknet nicht so schnell aus.

- In Phasen, in denen ich mich nicht mehr beherrschen kann, in denen der Juckreiz so stark ist, dass ich unbedingt kratzen muss, ziehe ich dicke Handschuhe dabei an. Dadurch wird aus dem Kratzen eher ein Reiben und es bleiben nicht so viele blutige Schrammen zurück.

Ich habe meiner Neurodermitis noch keinen Namen gegeben, mal schauen, vielleicht fällt mir irgendwas Nettes ein. Jetzt jedenfalls habe ich erstmal einen Anreiz, nicht mehr so viel Süßes in mich reinzustopfen. Etwa nach einer Woche dürfte der Effekt spürbar sein, und bis dahin gilt: Durchhalten!

Die Krankheit ist Bestandteil meines Lebens, also jammere ich nicht mehr ganz so viel darüber herum wie früher, sondern akzeptiere sie. Wer Elisabeth Kübler-Ross kennt, weiß, dass das der ideale Umgang mit der Situation ist.

post scriptum: Vermutlich wird Herr Leinhos mich gleich korrigieren, weil ich etymologisch geschlampt habe. Und ich möchte mich auf diesem Wege noch einmal bei Allen bedanken, die mir zum Geburtstag gratuliert haben!