Freitag, 3. November 2023

Tag 95 - Schüler-Möbius


vor dem Bankautomaten im rewe Center und warte darauf, dass der Kunde vor mir fertig ist, doch von rechts kommt jemand und fragt mich, ob ich an den Geldautomaten möchte, aber ich verneine, und von links höre ich meinen Namen, der im Stimmengewirr im Einkaufscentrum untergeht, und so meine ich nur, ihn gehört zu haben, aber dann höre ich ihn ein zweites Mal, blicke nach links und sehe zwei ehemalige Schüler von mir im Dönerimbiss sitzen, worüber ich mich wie immer riesig freue - Ehemalige zu treffen, strahle sie an und fühle mich ein bisschen unwohl, denn sie winken mir zu und das könnte eine Einladung sein, zu ihnen zu gehen und mit ihnen zu reden, aber ich warte ja nun mal darauf, meine Überweisung machen zu können und bleibe stehen, schaue verlegen, aber grinsend auf den Boden und fühle, wie die gute Laune durch meinen Kopf und meinen Körper wabert, und dann wird die awkwardness der Situation genommen, denn die beiden sind fertig und kommen einfach mal kurz rüber zu mir - der Schüchterne von ihnen lächelt einfach nur und schweigt, der andere spricht mich direkt an und fragt, ob es mir gut geht, und natürlich antworte ich ehrlich und schüttele mit einem etwas traurigen Lächeln den Kopf, erkläre ihnen, dass ich nicht an der Schule bleiben konnte, und während sie nach der Elften von der Schule gegangen sind und eine neue Schule für das Weg zum Abitur gefunden haben, bin ich arbeitslos geblieben und solche Momente zerreißen mir dann das Herz, besonders wenn ich von ihnen Komplimente bekomme (und ich staune wieder, wie gut erzogen und höflich der Eine ist), und wenn ich dann wieder nicht einsehen kann, warum eine Schule mich nicht haben will, aber mittlerweile kenne ich ja zum Glück einige der Argumente und erkläre sie den beiden, die sie genau so wenig einsehen wollen wie ich, und sie wünschen mir viel Glück auf der Suche nach einer neuen Schule - yay - und natürlich wünsche ich ihnen alles Gute auf dem Weg zum Abitur und kann meinen Blick wieder nach vorne wenden, denn ich stehe

post scriptum: Ich weiß, dass ich schon mehrfach solche Möbiustexte geschrieben habe - zum Beispiel in "Der Wiederholer". Sie machen mir aber Spaß, weil es manchmal einfach Spaß macht, sich einen Text im Entwurf hakeliger zu machen, als es eigentlich nötig ist. Manchmal kann das eine besondere Herausforderung sein - aber ein Möbiustext ist relativ einfach und heute hatte ich einfach mal wieder Lust darauf. Weil es mich so gefreut hat, meine ehemaligen Schüler wieder zu treffen. :-)

Donnerstag, 2. November 2023

Tag 94 - Indiana Jones und der Fluch der CGI


Indiana Jones war für mich immer ein aufregendes Abenteuer, egal ob als Film oder in Folge als Videospiel (interessant, wie Tomb Raider dieses Konzept umgedreht hat, als Videospiel gestartet ist und nun auch als Filmreihe existiert, inklusive Geschlechtsumkehrung). Der B-Movie-Charakter, die Mischung aus Actionsequenzen und Rätseln, das Erforschen alter Ruinen und ein Hauch des Übernatürlichen. Kein Anspruch auf Realismus, sondern einfach einmal in ein Abenteuer fallen lassen. Nicht viel Nachdenken müssen, tolle Schauplätze erleben.

Nun habe ich vor Kurzem den fünften und letzten Teil der Reihe gesehen, Indiana Jones and the Dial of Destiny (2023). Nur leichte Spoiler hier für diejenigen, die ihn noch sehen wollen. Wenn ich es genau betrachte, ist der Film nicht schlecht. Er hat das, was die anderen Teile auch haben: Actionsequenzen (auch wenn ein Pferdegalopp durch U-Bahn-Tunnel meine suspension of disbelief arg strapaziert), mythologische Artefakte, trashige Dialoge, eine wilde weibliche Partnerin, ein größenwahnsinniger Antagonist (gespielt von Mads Mikkelsen, den ich seit Hannibal (2013-2015) für einen faszinierenden Schauspieler halte, grenzenlos verschwendet in Casino Royale (2006)), Wissenschaftler, aber natürlich spielt auch der Krieg wieder eine Rolle. Und auch einen positiv wahnsinnigen Wissenschaftler haben wir, herrlich nerdig gespielt von Toby Jones, der für solche Rollen prädestiniert ist.

Der Plot ist vollkommen absurd, aber das macht nichts. Altphilologen, -geschichtlern und Archäologen wird sich der Magen umdrehen, wenn sie sehen, was hier mit der Antikythera des Archimedes angestellt wird, aber gerade diese Albernheit macht den Spaß bei Indy aus. Also sollte es doch ein tolles Finale für eine wunderbar unterhaltende Reihe sein, oder?

Wären da nicht die Spezialeffekte. Ausgerechnet! Spielberg hat das damals alles per Hand gemacht, echte Requisiten, echte Stunts. Ein erschreckend hoher Anteil des neuen Films wurde per CGI gemacht - ich hätte nichts dagegen, wenn es mir nicht ständig in's Auge springen würde, dass es Spezialeffekte sind. Sie sind teilweise grottenschlecht choreographiert (Autofahrt), teilweise schlecht animiert (eine bestimmte Kriegsszene) und schlecht mit dem Sound abgestimmt. Harrison Ford wurde für den Prolog per Computer verjüngt, einigermaßen in Ordnung, aber die Stimme passt nicht, und sofort tritt der Effekt des uncanny valley auf. Er bewirkt, dass ich realisiere, dass das da auf dem Bildschirm nicht echt ist. Dass ich nur einen Film sehe. Immersionsfaktor null.

Und das ist so schade, denn eigentlich hat dieser Film Herz. Er hat ein tolles Ende, rundet die Reihe inhaltlich perfekt ab, Mads Mikkelsen ist ein charismatischer Gegner, und wenngleich es etwas zu lange dauert (der Film ist gefühlt eine Dreiviertelstunde zu lang), bis wir endlich zu den Abenteuer-Ausgrabungen kommen (davor eine Actionsequenz nach der anderen, mit oben erwähnter mittelmäßiger und stark schwankender Qualität), ist es für mich trotzdem ein schönes Erlebnis gewesen. 

Ich war nur echt baff, dass man in einer Zeit grandioser Spezialeffekte so einen Scheiß bauen kann.

Hat jemand von Euch ihn gesehen?

post scriptum: Welch' Gegensatz. Ich sehe mir gerade Alex Garlands Miniserie "Devs" (2020) an. Mal von seinem jüngsten Werk "Men" (2022) abgesehen, sind seine Science Fiction-Werke echte Kunstwerke. Viel Auge für's Detail. Brillante Spezialeffekte. Hochglanz, und alles wirkt echt. Garlands Werke bringen mich zum Nachdenken (er hat von Tarkovsky gelernt). Nichts mit uncanny valley - und dann frage ich mich, ob die Macher des fünften Indy-Filmes absichtlich schlechte CGI verbaut haben? In einem Versuch, dem B-Movie-Charme nachzueifern?

Wer weiß?

Mittwoch, 1. November 2023

Tag 93 - Elf SchülerInnen

Mal woanders unterrichten

Es findet sich auf dem Stellenmarkt für Lehrkräfte derzeit eine sehr interessante Stelle, ein halbes Jahr Vertretung in Englisch (und anderen Fächern). Leider nicht wegen der Lage - es geht um die Grund- und Gemeinschaftsschule auf der Hallig Hooge. Das muss man schon wollen - aber dafür erwartet einen dort ein Schulumfeld, das ziemlich einzgartig in Deutschland sein dürfte.

An der Schule werden insgesamt elf SchülerInnen in den Klassen Eins bis Neun unterrichtet - von zwei Lehrkräften. Das war's. 

Ich muss an meine Zeit in St.Peter-Ording denken, natürlich. Im Regionalschulteil knapp hundertachtzig SchülerInnen mit einem Kollegium von nicht einmal fünfzehn, und es war das beste Arbeiten, was ich bis dato genießen durfte. Insofern ist Hooge wirklich interessant - aber ich kann mir bei'm besten Willen nicht vorstellen, dort raus zu fahren. No way. Eine der Sachen, auf die ich am Leben in der Stadt nicht verzichten kann, ist das Gefühl von "Leben" - das ist auf dem Land anders, und nach neunzehn und einem Jahr habe ich davon tatsächlich genug. 

Ich brauche die nervigen drängelnden AutofahrerInnen unten auf der Kreuzung, ich brauche die Busse und die Krankenwagen, und alles in Reichweite zu haben und anonym leben zu können. Die Schule klingt wirklich so unglaublich verlockend, aber es ist wie mit SPO - mein privates Leben steht in meiner Prioritätenliste über meinem Beruf. Da müssen Entscheidungen getroffen werden.

Freitag, 27. Oktober 2023

Tag 88 - Im Bus


Kleine Anekdote von heute mittag. Ich war im Sophienhof, ich brauchte etwas aus der Apotheke. Das Einkaufszentrum ist gerammelt voll, denn es sind Ferien, es hat genieselregnet und es ist Freitag, die Leute kaufen ein, als gäbe es nach dem Wochenende keine Geschäfte mehr.

Dann stehe ich an der Bushaltestelle, unter dem Dach, denn ich hatte keinen Regenschirm mitgenommen. Gefühlt zweihundert Menschen stehen um mich herum, um sich ebenfalls vor dem Regen zu schützen. Ich warte auf die Zweiundsechzig - und ich wünschte mir so dringend, dass die Zwölf und Dreizehn wieder bis nach Schulensee führen, aber das tun sie momentan nur sonntags sporadisch - und da kommt sie. Ich sehe schon, dass der Bus sehr voll ist, na toll. Ich habe eine Technik entwickelt, durch die ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit genau an der Stelle stehe, wo die Eingangstür des Busses ist; so kann ich vor den Anderen einsteigen und vielleicht einen Platz finden.

Aber der Stress war ganz umsonst, es sind fast alle Fahrgäste am Hauptbahnhof ausgestiegen, und so konnte ich mir gleich den Platz rechts am Fenster im vorderen Vierer auf der rechten Seite sichern. Wunderbar!

...wenn da nicht nach und nach Tausende Menschen zusteigen würden; innerhalb kürzester Zeit sind alle Sitzplätze besetzt, der Gang füllt sich, es wird tatsächlich proppevoll. Kein Zusteigen mehr möglich. Kein Gehen mehr möglich. KEIN AUSSTEIGEN MEHR MÖGLICH!!! geht es mir durch den Kopf und ich bereue, den schönen Fensterplatz gewählt zu haben. Wie soll ich nur jemals an der Diesterwegstraße aus dem Bus kommen?

Für Ablenkung sorgt ein weinend-schreiendes Kleinkind im Kinderwagen in der Busmitte. Es weint ununterbrochen. Sehr laut. Immer wieder auf's Neue. Bis eine ältere Dame sich genervt zu dem Kind dreht und sagt: "Was ist denn los? Warum weinst du? Mach' doch die Augen zu! Schlaf' einfach ein bisschen!"

Man sagt ja gern, Autisten haben es nicht so mit der Empathie. Aber da sitzt ein Kleinkind im Kinderwagen, in einem völlig überfüllten Bus, überall riesige Menschen, die von allen Seiten reden. Das Kind ist völlig überfordert und es ist vollkommen natürlich, dass es weint!! Da kann es nicht einfach mal eben die Augen zu machen und schlafen, strategisch sinnvoll, aber nicht realistisch im Kopf eines knapp zweijährigen Mädchens. Wow. Ich habe mich gewundert, wie jemand so einen dummen Kommentar machen konnte. Noch dazu eine Frau mit viel Lebens-, aber vielleicht keiner Kindererfahrung. 

Ich gebe zu, ich habe meine Einschätzung auch erst von der Sannitanic lernen müssen. Aber ich habe mir das sehr zu Herzen genommen, denn ich weiß, wie es ist, inmitten einer Menschenmenge völlig überfordert zu sein - im Sophienhof war ich wieder kurz vor der Tablette zur Beruhigung.

Aber diese Ablenkung hat mir sehr gut getan, denn meine eigene Menschenmassenpanik ist in den Hintergrund gerückt, und so konnte ich den Sinn aufbringen, die Menschen um mich herum zu bitten, mich vorne aussteigen zu lassen. Eine Dame vor mir meinte, sie mache das genauso, weil die Menschen in der Busmitte sich anfühlen wie eine Wand. Da bliebe nur der vordere Ausstieg. Das hat mir mal wieder gezeigt, dass ich mit meinen Problemen nicht allein auf der Welt bin - die Grundessenz der Tonglen-Meditation.

Endlich wieder in der Wohnung!

Donnerstag, 26. Oktober 2023

Tag 87 - Die Türsprechanlage

Es geht um die Gesundheit

Endlich!

Wir haben in unserem Haus eine ganz klassische Türschließanlage - unten klingelt man, oben kann man, wenn man möchte, per Telefonhörer mit der Person unten sprechen oder, was meistens der Fall ist, man drückt einfach auf den Summer, damit unten die Tür geöffnet werden kann. Die große Buba und ich haben damit schon eine Menge Spaß gehabt - in letzter Zeit aber nicht so sehr, denn es summt nicht mehr, wenn man oben auf den Knopf drückt. Also muss der unten Wartende die ganze Zeit gegen die Tür drücken, auch wenn das charakteristische Geräusch nicht kommt. Oder er geht unverrichteter Dinge wieder.

Also hat Vonovia es sich vorgenommen, die gesamte Anlage auszutauschen. Ich bin so gespannt! Wie wird das neue Gerät aussehen? Wie wird, nach acht Jahren, der neue Klingelton oben in der Wohnung sein? Veränderungen sind für den Autisten nicht immer willkommen, aber das interessiert mich doch. Und...

Endlich!

Endlich habe ich einen triftigen Grund, meine Wohnung wieder in Schuss zu bekommen, denn ich möchte die Techniker hier keinen Schimmel (und alles Andere) sehen lassen. Ich habe jetzt drei Wochen Zeit dafür, und die werden genutzt! Und ein positiver Nebeneffekt könnte sein, dass meine Wohnung mich nicht mehr krank machen kann, Abszesse werden ausgerottet, verdorbenes Essen gibt es nicht mehr. Deswegen geht es mir in diesem Beitrag eigentlich um die Gesundheit und nicht so sehr um neue Technik. 

Trotzdem freue ich mich auf beides.

Mittwoch, 25. Oktober 2023

Tag 86 - Die Einschreiben-Rückschein-Tapete


"So, dann kommen wir mal zu eurer Klausur."

"Ohgott, ist sie so schlimm geworden?"

"Naja, doll war das nicht. Aber sie ist kein totaler Schrott. Ich kann damit immerhin noch mein Klo tapezieren."

An diesen Wortwechsel in einer meiner ehemaligen Schulen musste ich heute denken, als ich mein viertes Einschreiben mit Rückschein an das LAsD geschickt habe. So langsam stapeln sich die Rückscheine bei mir, ich könnte die Küche damit tapezieren, und es wäre alles etwas einfacher, wenn das LAsD seinen eigenen Worten folgen würde.

Ich habe inzwischen vierundzwanzig Euro an Portokosten nur für den Schwerbehinderten-Antrag ausgegeben. Mal sehen, wie viel es noch wird. Und ich hoffe, dass mein Tonfall im heutigen Anschreiben in Ordnung war - es hatte mich wirklich irritiert, dass man mich nochmal gebeten hat, genauere Angaben zur Neurodermitis zu machen:

"Was Kontaktdaten meines Hautarztes angeht, muss ich noch einmal auf unseren bisherigen Kontakt verweisen: Mein Arzt Dr. XXX (Kaltenkirchen) praktiziert nicht mehr. Es ist fraglich, ob er überhaupt noch lebt, da meine letzte Neurodermitis-Behandlung etwa 37 Jahre zurückliegt und mir, wie gesagt, dazu keine Unterlagen mehr vorliegen.

Wie ich Ihnen geschrieben hatte, ist das atopische Ekzem bei mir unter Kontrolle. Hin und wieder habe ich einen Schub, gerade wenn ich in Stresssituationen meine Ernährung nicht mehr unter Kontrolle habe, aber ich kann diese Schübe mittlerweile einigermaßen selbst behandeln.

Wie auch mein Psychiater Ihnen mitgeteilt hat (und wie man es mir seitens des LAsD vorgeschlagen hat), sollten wir das atopische Ekzem nachrangig berücksichtigen.

Ich hab's nicht so mit dem Taktgefühl.

Samstag, 21. Oktober 2023

Tag 82 - Der laaaange Atem der Bürokratie


Heute ist ein Brief eingetrudelt, vom Landesamt für soziale Dienste (LAsD). Meine erste Reaktion - no surprises there - Panik. Absage. Ich bin nicht schwerbehindert. Also mache ich den Brief gar nicht erst auf, sondern flüchte in eine Videospielwelt, bis ich mich sicher genug fühle, gut genug drauf bin, um den Brief zu öffnen. Und dann - Ernüchterung.

Man bittet mich einfach nur darum, Ämter, Behörden, Ärzte etc. per Formular von ihrer Schweigepflicht zu entbinden, und ich solle doch bitte den letzten Behandlungstermin, Namen und Ort meines Neurodermitis-Arztes angeben. 

Erstmal erleichtert, dass es keine direkte Absage ist. Je mehr ich darüber nachdenke, umso wütender könnte ich werden (Lojong hilft): Jetzt, dreieinhalb Monate nach meinem Antrag auf Anerkennung einer Schwerbehinderung, nach dem ersten Bescheid und Widerspruch, nimmt man sich wohl die Zeit, mal mit meinem Psychiater zu reden. Ich könnte kotzen; das LAsD hat bisher immer nur das Minimum an Arbeit erledigt.

Dazu kommt, dass ich bereits im Erstantrag beschrieben hatte, dass die Neurodermitis unter Kontrolle ist, dass der letzte Behandlungstermin über dreißig Jahre zurückliegt, und auch mein Psychiater hat in seiner Widerspruchsbegründung noch einmal erwähnt, dass die Neurodermitis für diesen Antrag kaum eine Rolle spiele.

Es ist faszinierend, wie entmenschlicht man im Umgang mit Behörden wird. Und ich erkenne an, dass das zu einem großen Teil den Umständen geschuldet ist - bei so vielen Klienten ist es schwer, jeden Einzelnen ganz individuell wertzuschätzen. Das kennen wir vielleicht aus unserem Lehrberuf. Ich unterrichte Langfächer, das bedeutet, dass ich selten mehr als sechs Lerngruppen habe. Also rein rechnerisch maximal hundertsechsundfünfzig SchülerInnen. Da kann ich es zumindest im Ansatz schaffen, alle mit ihren individuellen Problemen auf ihrem Schul- und Lebensweg ernstzunehmen. Wie muss das erst sein, wenn man zwölf und mehr Lerngruppen unterrichtet?

Und trotzdem. Dafür, dass sich das LAsD als "sozial" bezeichnet, finde ich den Umgang mit meinem Antrag eher a-sozial.