Montag, 18. November 2019

Down


vorweg: Liebe Hochbegabte, gibt es auch nur einen oder eine unter Euch, die mir nicht bestätigen kann, dass es richtig, richtig scheiße ist, längere Zeit unterfordert zu sein?

Meistens bin ich ein sehr fröhlicher Mensch, und das nicht nur wegen Buddhas Ausspruch "Lächle, und die Welt verändert sich". Recht hat er ja, probiert es einfach einmal aus! Und diese Fröhlichkeit kann scheiß nervig sein, falls es einem Mitmenschen zum Beispiel nicht gut geht, und ich davon nichts bemerke, sondern weiter total fröhlich bin und ihn dadurch verletze. Meine Freunde kennen das leider. Meistens bin ich scheiß-fröhlich...

Meistens bin ich diszipliniert, habe genaue Abläufe zum Zähneputzen, Mahlzeit und Nahrungsergänzungsmittel, setze mir eine Frequenz für Blogbeiträge, erledige Sachen sofort...

Meistens bin ich motiviert, so oft wie möglich Blogbeiträge zu schreiben, um Euch zu unterhalten, vielleicht Euren Horizont zu erweitern oder vielleicht meine Scheuklappen zu entfernen...

Meistens bin ich geduldig und gelassen, was besonders in herausfordernden Klassen und anstrengenden Videospielen nützlich sein kann...

Meistens sind meine Fingernägel schwarz lackiert; ich habe meinen Schülern in SPO erklärt, dass unlackierte Fingerngel ein Zeichen dafür sind, dass etwas mit mir nicht ganz in Ordnung ist, und einer meiner Schüler hat da auch sehr sorgfältig drauf geachtet und immer nachgefragt, wenn ich mal ohne Nagelack in die Schule gekommen bin...

Meistens geht's mir gut...



...aber nicht immer.



post scriptum: Lojong-Losung 10 - "Beginne mit dem Prozess des Annehmens bei dir selbst"

paulo post scriptum: Keine Sorge, ich werde kein David Foster Wallace-Imitator.

Montag, 11. November 2019

Furz während der Examensprüfung (II)


Ist ja interessant - bei der Englischprüfung weiß ich noch ganz genau, dass die große Buba da war. In Latein bin ich mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, die Sannitanic hat mich zum Schafott begleitet.

Zweiter Akt: Der Furz

Mein Prüfer, R, wollte mich zu der Examensprüfung unbedingt mal in einem "vernünftigen Outfit" sehen, nicht alles mit Totenköpfen und Skeletten und so, und den Wunsch wollte ich ihm erfüllen. Die Nägel waren zwar immer noch schwarz lackiert, aber ich hatte ein schwarzes Hemd an, schwarze Krawatte, schwarze Hose mit schwarzem Gürtel und eleganter Gürtelschnalle, und die schwarzen Schuhe hatte ich am Vortag extra noch einmal geputzt. Irgendwie sollte das alles meine Panik kaschieren; wenn ich schon untergehe, dann wenigstens mit Stil. In Latein ein Insiderwitz.

Und so saßen wir beiden vor der Tür, glaube ich, nachdem ich meine Ankunft per Klopfen bekannt gegeben hatte, und irgendwann ging die Tür auf, Licht flutete den Korridor des Institut für Klassische Altertumskunde, und ich setzte mein gründlich geübtes Lächeln auf. Hinein in den Prüfungsraum, Rs Büro, da war ich schon öfters, und dort standen dann auch B, der Zweitprüfer, und eine Beisitzerin aus dem Ministerium, deren Namen ich schon wieder vergessen hatte. Sie waren alle sehr freundlich, und so setzten wir uns an den runden Tisch, und irgendwie schwang eine DrH-kann-das-Fröhlichkeit im Raum, seitens der Prüfungskommission, und ich bekam noch mehr Panik - im Studium meine Dauerangst, und auch danach noch: Ich kann den Erwartungen, die an mich gestellt werden, nicht gerecht werden. Und warum erwarten die von mir überhaupt eine gute Leistung? Ich wusste damals nichts von "Hochbegabung", war in Latein immer wieder schwankend zwischen Zwei und Vier. Und das war seitens des nett meinenden R, aber heute musste ich auch B antworten, und der würde klar aufdecken, wie schlecht ich in Latein bin.

"Womit möchten sie denn anfangen?" und ich entschied mich für Prosa - Petron - in der Hoffnung, dass damit das Eis gebrochen werden konnte, denn Petrons Werk hatte ein paar witzige Passagen. "Dann schlagen sie mal Kapitel 47 auf, sie nehmen bitte Oxford, die Tusculum-Ausgabe ist für unsere Beisitzerin, und lesen sie mal vor, bis wir sie stoppen."

Ich schaue auf den Text und merke schnell, dass wir uns mitten in der Cena Trimalchionis befinden, eine der albernsten Episoden - und atme auf. Ich hatte befürchtet, dass es eine der späteren, unbekannteren Passagen wird, aber R hat sich für den Standard entschieden. Warum auch immer. Während ich den lateinischen Text vorlese, komme ich immer wieder in's Kichern, denke mir, das kann doch nicht sein Ernst sein?! DIESE Stelle? Und dann übersetze ich, wie Trimalchio sich bei seinen Gästen entschuldigt, weil er furzen musste. Und erzählt dann ausführlich, wie ihm die Gase im Darm herumfahren, und dass er ja kein Freund davon sei, es zurückzuhalten. Dabei schaut er seine Frau Fortunata an, und die kann das bestätigen. R fragt, wie das gemeint sein könnte, ich bin mir nicht sicher, lese noch ein bisschen weiter, und R und ich ziehen daraus den Schluss, dass Trimalchio und Fortunata nachts keinen Sex mehr haben, sondern - Zitat R - "...die furzen sich wahrscheinlich eh nur noch die ganze Zeit an."

Die Frau vom Ministerium fällt vor Lachen fast vom Stuhl, selbst B kann sich das Grinsen nicht verkneifen, wenn ich Stellen wie venter sonat, putes taurum analysiere. Und so geht der erste Teil der Prüfung dahin, die Sonne scheint, und wir reden darüber, wie rücksichtslos Trimalchio seinen Gästen von seiner Verdauung erzählt, B-Teil ging recht schnell, da über Petron bis auf einen terminus post quem nur wenig gesichert ist, und dann klingt Rs Telefon, mitten in der Examensprüfung. "Wissen sie was, atmen wir einfach einmal kurz durch, ich bin gleich wieder da, dann machen wir weiter." Und wir drei Übriggebliebenen unterhielten uns spaßig über die Satyrica. Entspannt, aufgelockert, halb totgelacht, alle aufgelaufene Angst verloren.

Und auch im Thema Lyrik hat R sich ein Standardthema für mich ausgesucht, keine fiesen, pieksigen Fragen, und plötzlich reden wir über seine Familie, die zufälligerweise in der Region lebt, von der Ovids Gedicht handelt. Es bleibt aufgelockert-persönlich, freundlich, ich komme nach einer Stunde aus dem Raum und kann noch nicht verarbeiten, was da alles gerade im Raum passiert ist. WARUM hat R die Prüfung für mich so einfach gemacht? WARUM diese Textstellen? Ein paar Minuten später erhalte ich meine Note, ein strahlender R, ein strahlender DrH, dennoch verwirrt, dass so etwas eine Examensprüfung sein kann. So abgefahren, so albern... daraus muss sich doch etwas für die Saturnalien schneidern lassen, denke ich mir. Und nehme mir vor, meine mündliche Prüfung zu fiktionalisieren, so viel würde ich gar nicht ändern müssen, damit es witzig und unterhaltsam wird. Jetzt brauche ich nur noch ein Thema...

Fortsetzung folgt...

Sonntag, 10. November 2019

Furz während der Examensprüfung (I)

Wie kommt man auf so einen Schwachsinn?

Ich hatte einmal über meine mündliche Examensprüfung in Pädagogik geschrieben - auch die in Latein gibt ein bisschen Blogstoff her, denn sie hatte ein Vor- und Nachspiel, quasi ein Werk in drei Akten - Genre zu diesem Zeitpunkt unbekannt, einziges Attribut, das zu geben ich willens bin, ist durchgeknallt. Begeben wir uns also zurück in das Jahr Zweitausendelf.

Erster Akt: Ohne Sicherheitsnetz

Ich hatte immer große Angst vor mündlichen Prüfungen - das ging los in der Sekundarstufe II, als dann irgendwann die mündliche Abiturprüfung anstand - ausgerechnet in Geschichte. Ich hatte deswegen große Panik davor, weil ich nicht wusste, wie so eine Prüfung aussieht. Wie sie sich anfühlt. Angst vor dem Unbekannten, für einige unter Euch nichts Unbekanntes. Hinzu kam, dass wir mündliche Prüfungen an meiner Schule während der Schulzeit überhaupt nicht geübt hatten, keine Probeprüfungen oder so.

Die zweite mündliche Prüfung in meiner Ausbildung war dann die Zwischenprüfung in Englisch, und wieder hatte ich Panik, diesmal aber nicht ganz so viel, weil das Abitur einigermaßen gut gelaufen war und weil ich langsam das Gefühl hatte, Englisch auf die Reihe zu bekommen. Ist auch gut gelaufen, schön. Und dann stand das Erste Staatsexamen an, das gibt es heute nicht mehr, heute ist man Bachelor oder Master in etwas, wenn man sein Studium komplett absolviert hat. Die große Buba und ich mögen zwar Masters of Teig sein, aber ich habe noch das alte Examen, sie den neuen Master in Englisch.

Teil des alten Staatsexamens war neben den Klausuren auch je eine mündliche Prüfung in beiden Fächern und Pädagogik, und ich hatte dann wieder weiche Knie. Nein, vor der Englischprüfung nicht; nach der Zwischenprüfung und mit Rückblick auf das Studium hatte ich da ein ganz gutes Gefühl, aber als ich bei den anderen professores angetreten bin, um Prüfungstermine zu holen und Prüfungsthemen vorzuschlagen, habe ich mich ein bisschen komisch gefühlt.

Und dann kommt man aus dem letzten Büro und hat seinen Notizzettel vor sich: Tag 1 Englisch, Tag 4 Pädagogik, Tag 11 Latein, und dann würde ich mein Examen in der Tasche haben. Wenn ich das denn schaffe, denn vor Latein hatte ich richtige, wirkliche Panik, ich war kein sehr guter Lateinstudent, mit stark schwankenden Leistungen. Naja, immerhin Englisch zuerst, das gibt dann wenigstens einen guten Start in die Prüfungsphase...

...dachte ich nicht mehr, als ich am Ende der Englisch-Prüfungsstunde aus dem Büro von PrDrZ in die Arme der großen Buba gefallen bin, verwirrt, panisch, enttäuscht, und mit einem miesen Ergebnis, das immerhin noch bestanden war. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, PrDrZ übrigens auch nicht, und ich fühlte mich, als hätte mir jemand den Boden unter den Fußen weggezogen. Ohne Auffangnetz. Und ich sah mein Examen komplett auf der Kippe - wenn das in Englisch schon so grottig lief, wie soll ich dann jemals Latein bestehen???

Dass drei Tage später die Pädagogikprüfung gut gelaufen ist, hat für einen schönen Nachmittag gesorgt, aber danach kam die grauenhafte Vorbereitungswoche Latein, in der ich mich jeden Abend mit Ouzo betrunken und mich mit meinen Autoren beschäftigt habe. Wozu sollte ich noch nüchtern sein, wenn das sowieso nix wird, wozu dann der Aufwand? Ich war in meinem ganzen Studium nie so deprimiert wie damals. Ich weiß nicht mehr, ob ich verkatert in die Lateinprüfung gegangen bin, ich weiß nur noch, dass ich zuhause vor dem Spiegel lange daran gearbeitet habe, die Reste verheulter Augen zu kaschieren, zu lächeln, egal, was in mir abging, und mir klarzumachen, dass es nur sechzig Minuten sind... unter anderem vor PrDrB... oh fuck... na denn mal auf zur Uni. Und wenigstens hast du es dann versucht.

Fortsetzung folgt...

Samstag, 9. November 2019

Saturnalien - Die psychedelische Prüfung...

"Burkard - Cicero - Quintilian": Dieser Schriftzug hat sich im Lauf des Sketches ein klein wenig gewandelt ;-)

...a.k.a. "Reddam kommt von Fahzere, oder?"

Dieser etwas... bunte Sketch aus dem Jahr Zweitausendelf beruht in der ersten Hälfte auf einer wahren Begebenheit und der Song zum Schluss hat sich leider als zukunftsverkündend für mich erwiesen. Heute gibt es das Video, morgen gibt es die Entstehungsgeschichte zu dem Sketch (denn das war tatsächlich meine mündliche Examensprüfung in Latein, damals noch unter dem Arbeitstitel Esoterik), und die hat alle Emotionen, die man braucht, und Alkohol, Kartoffelsalat, Kinnspann (?), Pappen in der Tasche, und auch Er taucht in meinem Leben auf. Heute gibt es unter dem Video erstmal nur die Songlyrics, weil man das im Video vielleicht nicht so gut versteht. Have fun!



Alles ist Latein! (Roxette – Sleeping In My Car)

P1: Reddam kennst du nicht, du bist kein helles Licht
Doch Deklinieren, Konjugieren ist bei uns nicht mehr Pflicht,
denn eines hast du wohl schon erkannt,
keiner braucht dich

P2: Jetzt hast du fast bestanden, doch sei darauf gefasst
Wenn du erstmal dein erstes Examen in der Tasche hast
Ist Arschkriecherei ganz großer Stil
Scheiß auf Horaz (WAS???), scheiß auf Vergil!!!

Alles ist Latein, hör auf zu träumen
Du wirst nie Lehrer sein, in Klassenräumen
Ist für neue Lehrkräfte kein Platz
Gib es auf, lass es sein

Doch denk jetzt nur nicht, dein Abschluss sei verflucht
Denn Taxifahrer werden immer und überall gesucht
Auch Kellner und Kassierer in Kiel
Wird man schnell, wer braucht schon Vergil

Alles ist Latein, hör auf zu träumen
Du wirst nie Lehrer sein, in Klassenräumen
Ist für neue Lehrkräfte kein Platz
Gib es auf, lass es sein

Alles ist Latein, spar dein Gezeter
Werd doch lieber Staub Saugervertreter
Refrendar in Kiel nur mit 1 9
Wer schafft das mit Latein

Mit deinem Zeugnis in der Hand
Schnorrst du dich durch das ganze Land
Potential verkannt

Donnerstag, 7. November 2019

Küssen ist schwul

An den Bushaltestellen wird's romantisch

Nur mal eben Post von der Filiale in der Holstenstraße abgeholt, und dann wieder zum Hauptbahnhof gegangen. Wenn ich mit dem Bus fahren möchte, der aber erst in mehr als vier Monuten kommt, dann gehe ich gern eine Haltestelle weiter. Und sollte ich nicht schnell genug sein und der Bus mich zwischen zwei Haltestellen überholen, dann macht das auch nichts, denn ich habe ja Zeit.

Auf diesem kleinen Fußmarsch fällt mir auf, wie viele von diesen Werbeanzeigen die Straßen und Wege pflastern, in diesem Bushaltestellenformat. Das ist mir heute deswegen aufgefallen, weil es in jeder zweiten Anzeige um eine neue schwule Datingshow irgendwo zum Streamen geht, und es gibt mehrere verschiede Anzeigen dafür, aber sie sind alle gleich aufgebaut: Im Hintergrund stehen mehrere Männer, zwei stehen im Vordergrund und werfen sich romantische Blicke zu, oder sie küssen sie sich. Und darunter steht (auch bei den Nichtküssern): "Küssen ist schwul."

Ich weiß gar nicht, wie ich darauf reagieren soll.

Positiv, weil ich es schön finde, dass endlich einmal küssende Männer in der Öffentlichkeit gezeigt werden dürfen und es nicht so einfach ist, diese Anzeigen zu überkleben, weil sie hinter Glas sind, da traut man sich nicht so leicht ran. Positiv, weil Schwule endlich Einzug in die Normalität erhalten und nach und nach als gesellschaftliche Realität anerkannt werden.

Negativ gar nicht mal wegen dieser Datingshow, die ich mir nicht anschauen werde, oder wegen des Slogans, sondern wegen der Realisierung: Ja, Schwule werden nach und nach als gesellschaftliche Realität anerkannt - aber eigentlich sollten sie es schon längst sein. Deutschland hängt unglaublich hinterher, trotz Freischaltung der Ehe für Alle. Dieses Werbeplakat suggeriert mir, dass diese Sendung etwas ganz Besonderes ist, etwas noch nie Dagewesenes, das man sich unbedingt anschauen sollte wie Tiere in einem Zoo, dabei sollte es etwas ganz Normales sein.

Unsere Gesellschaft muss mal ein bisschen schneller in die Pötte kommen. Film und Fernsehen zeigen so gaaanz langsam auch endlich Schwule (und den Rest der LGBTQ) - ja, das haben sie immer schon gemacht, aber als Freaks. Langsam wird das alles endlich normal, und das freut mich. Alien:Resurrection (2017), Black Mirror ("San Junipero", "Striking Vipers"), Dimension 404 ("Polybius", "Bob"), immer häufiger tauchen diverse Paare auf.

Also los, kann doch nicht so schwer sein ;-) Und mein Eindruck ist, dass die jetzige Schülergeneration damit schon deutlich gelassener umgeht. Klar, diverse Schüler werden immer noch gemobbt, aber es wird weniger, es wird offener, es wird friedlicher.

Montag, 4. November 2019

Buddhistische Bastelstunde

Ganz viele tolle Gedanken

Ich hatte nach dem letzten Eintrag schon geahnt, dass ich diesen Ecken-Rund-Knipser am Wochenende komplett ausleiern werde. Ausgeleiert ist er nicht, aber endlich kommt er zusammen mit dem Schneidebrett zum Einsatz, denn ich bin dabei, kleine Kärtchen zu basteln; jede dieser Kärtchen enthält eine der neunundfünfzig Lojong-Losungen des Buddhismus. Sie sind Denkimpulse, Verhaltensweisen, Richtlinien, Ideen, Überlegungen, Reflektionen auf die Frage hin: Wie möchte ich mich in meinem Leben verhalten? Und die christlichen Denkweisen sprechen mich einfach nicht an.

Diese Losungen sind manchmal ganz einfach zu verstehen, manchmal sehr kompliziert, und sie laden in jedem Fall zum Nachdenken darüber ein. Deswegen habe ich mir vorgenommen, diese neunundfünfzig Kärtchen zu basteln, und mir jeden Tag eine der Losungen herauszuziehen und eine Viertelstunde darüber nachzudenken, bzw. sie in meine Meditation einzubinden.

Ich gebe zu, bei manchen Sprüchen hatte ich zuerst überhaupt keine Ahnung, was damit gemeint sein könnte - zum Beispiel 20: Halte dich an den wichtigeren der beiden Zeugen. Dann hat mir diese Internetseite weitergeholfen, auf der alle Losungen kommentiert werden, von unterschiedlichen Menschen, teilweise sehr ausführlich, und das macht mir dann die Aussagen der Losungen klar:

Lojong - 59 Werkzeuge für den Geist

post scriptum: An diesem Wochenende habe ich eine SciFi/Mystery-Miniserie entdeckt, "Dimension 404" (2017), eine Mischung aus "Black Mirror" und "The Twilight Zone" - zwar längst nicht so gut, aber die Folgen "Bob" und "Polybius" haben mir sehr zugesagt, und es ist schön, auch mal wieder Charaktere zu haben, die im Laufe der vierzig Minuten eine Wandlung durchmachen können.

Freitag, 1. November 2019

Abgerundet

Nur ein Klick

Heute geht es um eine weinzige Kleinigkeit, die vermutlich kaum jemanden kümmern würde, aber ich merke, mir macht das tatsächlich etwas aus. Und wieder einmal kam das durch Zufall: Ich habe für die große Buba eine Karte für ihre Reise durch The X-Files gebastelt, mit Episoden, zu denen ich ihre Meinung hören möchte. Ausgedruckt, Zeit zum Laminieren. Da ich das Laminiergerät seit Ewigkeiten nicht genutzt habe, muss ich es erstmal Abstauben, und entdecke dabei, dass an der Unterseite des Geräts zwei weitere Gadgets sind - zum einen eine kleine Schneideschablone (quasi Schneidbrett in klein), zum anderen ein Knipser.

Dieser Knipser funktioniert bei allem Möglichen, was eine Ecke hat. Anpassen, klicken und die Ecke ist abgerundet. Ich hab's aus Spaß einmal ausprobiert und die Buba-Karte abgerundet - und es sieht auf einmal viel professioneller aus. Ich kann überhaupt nicht erklären, warum ich das so wahrnehme. Ich habe direkt danach die Ecken meines EGO-Buches abgerundet, und als nächstes geht es an meine Wohnung: Überall hängen diverse Schilder, Termine, das Buba-Stopf-Bild, bald kommen die Lojong-Losungen dazu. Ich finde es viel angenehmer mit diesen runden Ecken.

Lässt mich an Das Cabinet des Dr. Caligari (1920) denken, die Kulissen aus dem deutschen Expressionismus sind verwinkelt, spitz in die Länge gezogen - da hätte der Knipser Einiges zu tun. Und ich finde es faszinierend, wie so eine winzige Kleinigkeit tatsächlich für mich spürbar ist. Ob das was mit HSP zu tun hat? Jedenfalls werde ich den Knipser in nächster Zeit fleißig benutzen.

Wer genau hinschaut, sieht die abgerundeten Ecken.
post scriptum: Bitte keine Spoiler zu der Serie posten, damit die fette Schnecke das voll genießen kann ;-)