Freitag, 5. Oktober 2018

Tü tü de lü... TÜV!


Ich habe zu Autos ein, nun ja... ein seltsames Verhältnis. Ich finde Autos toll, Ich fahre gern, aber ich bin nicht in der Lage, mich vernünftig um mein Auto zu kümmern: Müll rausräumen, durchsaugen, waschen, Ölstand messen, Scheibenwischerwasser whatever, all' diese Kleinigkeiten vergesse ich. Ich werde mir da eine andere Verhaltensweise antrainieren müssen, wenn ich irgendwann mein eigenes Auto habe (und irgendwie freue ich mich darauf).

Bis dahin allerdings fahre ich mit einem Gebrauchtwagen, und der hat Einiges mitgemacht. Vor fünf Jahren hat er mir die Touren nach St.Peter-Ording ermöglicht, morgens um vier Uhr aufstehen, Downtempo-Musik oder Radio einzuschalten und dann fast zwei Stunden bis an das äußerste Ende von Eiderstedt, das war eine spannende Phase. In dieser Phase hatte ich dann auch meinen Autounfall, selbst verschuldet, bei regennasser Fahrbahn in einer S-Kurve zu schnell gelenkt, Lenkung blockiert und ganz fix ging es dann rückwärts auf die Gegenfahrbahn, zweihundert Meter lang, und dann in einen Acker. Landung. Und viel Glück gehabt: Es war Gegenverkehr vorhanden, aber in sicherem Abstand, und das hatte den Vorteil, dass jemand sich um mich gekümmert hat.

Das war ein irres Erlebnis, das werde ich wohl nie vergessen, naja, jedenfalls hat das Auto einige Kratzer, Dellen und Schrammen mitbekommen, aber es ist immer noch weitergefahren. Dann kam die Phase mit Neumünster, ein Jahr lang über die Autobahn bügeln, Fahrtwind genießen (quasi), Musik, Sonne, kaum zu glauben, was dieses Auto noch alles aushält. Und dann kam der Herbst Zweitausendachtzehn immer näher: Termin zur Hauptuntersuchung a.k.a. TÜV.

Ich bin sehr froh, dass wir in Deutschland den TÜV haben. Als Freizeitparkfan gibt mir das Sicherheit. Keine Achterbahn darf in Deutschland in Betrieb genommen werden, ohne vom TÜV auf Herz und Nieren geprüft zu sein. Dieser Technische ÜberwachungsVerein ist schon was Tolles. Und gründlich. Und leider so gründlich, dass ich keine Hoffnung hatte, dass mein Wagen, der wirklich quietscht und kracht und was es noch so gibt... Gedankenzug. Jedenfalls hatte ich keine Hoffnung, dass er noch einmal das TÜV-Siegel bekommt.

Und dann hat es doch geklappt. Mit einem Tausender an Werkstattkosten hat das Auto nun tatsächlich die Erlaubnis, zwei weitere Jahre zu fahren. Und das finde ich deshalb so toll, weil ich in zwei Jahren vielleicht verbeamtet bin und endlich die Finanzierung meines eigenen Autos angehen kann. Das wird sehr aufregend, ich hoffe, Er gibt mir da auch ein paar Tipps dazu. Und bis dahin darf ich wieder mit meinem Unfallauto die Straßen unsicher machen.

Es ist ein tolles Gefühl, mobil zu sein.

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