Sonntag, 29. Januar 2023

Mal drüber nachdenken


In den USA ist Anfang Januar ein schwarzer Mann bei einer Polizeikontrolle in den USA verprügelt worden und dann drei Tage später an seinen Verletzungen gestorben. Soweit (leider) nichts Neues. Wobei doch, diesmal kann man auf den Bodycams und Überwachungskameras sehen, dass es überhaupt keinen probable cause für die Kontrolle gab - der Mann wurde ohne Anlass angehalten, zu Boden gebracht und verprügelt, ohne dass er sich gewehrt oder die Beamten irgendwie anderweitig provoziert hätte. Zu hören, dass er dann von den Polizisten an den Schultern hochgehoben und ihm mehrmals in's Gesicht getreten wurde, das löst etwas Unbehagen aus, vielleicht.

Erinnerungen an George Floyd werden wach, und an Derek Chauvin, den hauptverantwortlichen Polizisten, der jetzt für eine lange Zeit wegen Mordes im Gefängnis sitzt, ebenso wie seine Kollegen für Beihilfe und unterlassene Hilfeleistung. Polizeigewalt gegen Schwarze ist nichts Neues in den Vereinigten Staaten. Es ist nicht auffällig, dass Schwarze häufiger ohne Anlass kontrolliert werden. Es ist nicht auffällig, dass mehr psychische Gewalt bei ihrer Vernehmung angewandt wird, und es ist auch nicht auffällig, dass letztlich viel schneller zum Mittel körperlicher Gewalt gegriffen wird als bei weißen "Opfern". Kein besonderer Fall eigentlich.

Eigentlich.

Was diesen Fall interessant macht ist, dass die fünf Beteiligten Polizisten allesamt ebenfalls schwarz sind. Kein einziger weißer Mann in ihrer Runde - und damit wird es etwas schwerer, diesen Fall zu bewerten. Eine Lesart, die sich schnell herauskristallisiert hat: Das amerikanische Polizeisystem zwinge auch afroamerikanische Beamte, sich zu "assimilieren" und ebenfalls gegenüber Schwarzen häufiger, leichter und mehr Verdächtigungen und Gewalt anzuwenden. Das Narrativ von der white supremacy könnte damit aufrecht erhalten werden.

Ich kann diesen Fall nicht bewerten, weil mir dazu die Nähe fehlt und jegliche politische und historische Kenntnis und Eignung. Ich finde den Fall grausig, wie jedesmal, wenn ich von ähnlich gelagerten Fällen lese. Dass nun aber Schwarze auf Schwarze losgehen - und nicht zu verstehen, ob sie es wollen oder müssen - das beunruhigt mich.

Und das wollte ich einfach teilen.

post scriptum: Ich habe jetzt die vier von der Polizei geteilten Videos des Einsatzes gesehen und sie sind nur schwer zu ertragen. Wie Nichols grundlos gestoppt wird, wie er zu Boden gebracht wird, getreten, geschlagen, mit dem Taser getroffen, weiter getreten, geschlagen, angeschrien, in's Gesicht getreten, wie die Polizisten danach lachen müssen über Aspekte des Einsatzes, und wie sie sich ein Narrativ zurechtlegen, das ihre Brutalität in dem Einsatz rechtfertigen soll - er habe eine Waffe gehabt, habe nach den Waffen der Polizisten gegriffen, habe Widerstand geleistet - alles Lügen.

Dafür ist mir in diesem Zusammenhang positiv aufgefallen, wie schnell die Polizeidirektion diesmal reagiert hat. Kein Schweigen, kein Vertuschen, kein gaslighting, sondern direkt die Veröffentlichung aller betreffenden Überwachungsvideos, direkt die Entlassung der Polizisten und ihre Anklage, unter anderem wegen Mordes zweiten Grades. Einer der ganz seltenen und willkommenen Fälle, in denen die Polizei einmal vernünftig reagiert und Menschen für ihre Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden.

Natürlich verfolge ich diesen Fall auch in den nächsten Tagen, um zu sehen, wie das Strafmaß für diese fünf Männer ausfallen wird. Vielleicht nicht ganz so hart wie das für Derek Chauvin (den Mörder von George Floyd), aber hoffentlich angemessen im Verhältnis zur eingesetzten grundlosen Brutalität.

Es ist so typisch menschlich, dass wir denken, mit Gewalt könnten wir alles erreichen, wenn wir mit Worten nicht sofort Erfolg haben. Davon mache ich mich nicht frei - und wenn es nur das Herumschreien im Klassenraum ist. 

Es ist der alte Topos, dass die Menschheit sich selbst zugrunde richten wird. Let's go!

Donnerstag, 26. Januar 2023

Jungs, die kuscheln...


...und sich gegenseitig den Bart kraulen. Deswegen liebe ich diesen Job.

Heute war der letzte Schultag vor den Zeugnissen - für Einige wird es morgen das böse Erwachen geben, wenn sie schwarz auf weiß sehen, dass sie vielleicht im ersten Halbjahr doch einmal den Arsch hätten hochbekommen sollen, um für die Schule zu arbeiten. Andere waren bereits heute überrascht, was sie sich für gute Noten erarbeitet haben - sowas sehe und höre ich gern.

Es geht aber gerade nicht um die Zeugnisse, sondern den heutigen Schultag, der echt schön war. Richtung Nachmittag etwas ruppiger, aber trotzdem gut. Mein Grundkurs in Neun hat heute richtig gut mitgemacht. Das war eine tolle Doppelstunde, weil sie sehr authentisch war: Prüfungsvorbereitungen für den ESA, für das Fach Englisch, aber auf Deutsch. Wir wiederholen, wie man Fragen formuliert, und fragen uns gegenseitig aus, für die Dialogaufgaben, und die haben mitgemacht! Alle! Ich war total begeistert, erste Stunde die dröge Grammatikwiederholung, zweite Stunde dann die praktische Anwendung, und das hat Spaß gemacht.

Und ich realisiere immer mehr, dass viele SchülerInnen zuhause überhaupt keine Grenzen aufgezeigt bekommen oder dass Eltern überfordert sind. Ich habe SchülerInnen, die sich unglaublich viel rausnehmen, und dann kann man auch mal sehr laut oder im Gespräch unter vier Augen sehr streng und deutlich werden - so dass sie erstmal komplett wütend sind und dichtmachen.

Thekla hat mir damals erklärt "Wenn du das machst, verlierst du sie. Dann wirst du ihnen scheißegal." - und sie hat Recht, deswegen mache ich die strenge, harte Tour auch erst, wenn die Kiddies einigermaßen wissen, wie ich ticke, und wenn sie mich für sich akzeptiert haben. Denn dann trifft es - und dann sind sie in der nächsten (oder übernächsten) Englischstunde auch nicht mehr wütend, und man kann wieder auf die spaßige Tour arbeiten. Muss zwischendurch halt mal knallen (bildlich gesprochen, ich sehe schon die Beschwerden).

Und dann gab es tolle Szenen über den Tag verteilt - eine Lerngruppe sollte flash plays schreiben, in Gruppenarbeit mit nur zwanzig Minuten Vorbereitungszeit eine winzige Szene um die zwei Minuten kreieren - und zwar so, dass ich danach das Publikum fragen konnte, inwiefern es sich um eine genretypische Szene der gothic fiction handelt. Die haben das begeistert mitgemacht, damit hatte ich nicht gerechnet - ein Genuss!

Und was war noch? Zwei Schüler, die nebeneinander sitzen - im Unterricht - der eine kuschelt sich an den anderen, der andere krault ihm den Bart. Ich finde es grandios, dass man an unserer Schule so eine Hetero-Bromance ausleben kann (und vielleicht ist da ja auch ein Fünkchen Wahrheit drin), das wäre an vielen anderen Schulen undenkbar.

Ich liebe diese Schule!

post scriptum: Und ich habe einen neuen "spannenden" Schüler am Haken. Mal sehen, was die nächsten Gespräche und Beobachtungen so ergeben. Die große Buba weiß ganz genau, was das bedeutet.

Dienstag, 24. Januar 2023

Das fahrende Waschbecken


vorweg: Nein, dieser Beitrag ist nicht nur für die große Buba.

Es fühlt sich an, als sei ich seit dem dritten Januar blockiert. Unfähig, aktiv zu werden, aufzuräumen, zu korrigieren. Ob das ein kleiner Schluck Asperger pur ist? An jenem Tag hat Ulf meinen Backenzahn unten links aufgebohrt, musste auch sein, und das Nervengewebe daraus entfernt. Dann provisorisch gefüllt, und an einem weiteren Termin drei Wurzelkanäle gefüllt - und wieder ein Provisorium drüber. Zwischendurch ist mir auch noch ein Stück des Zahn abgebrochen und es fühlt sich immer noch wie ein Steinbruch in meinem Mund an, wenn ich mit der Zunge drangehe. Und das tue ich oft. Einfach weil es sich so ungewohnt anfühlt, und so unfertig.

Und genau das ist die crux. Eine unfertige Arztgeschichte sorgt dafür, dass ich mich kaum auf etwas Anderes vernünftig konzentrieren kann. Das sind die Momente, in denen ich es hasse, auf dem Spektrum zu sein. Es könnte alles so viel einfacher sein - stattdessen muss ich meine SchülerInnen immer weiter vertrösten und suche meine Notenlisten unter Papierstapeln. Etwas ungünstig, wenn Zeugniskonferenzen anstehen.

Aber die sind, wie immer, eines der Highlights meines Schuljahres. Ich bin immer wieder so gespannt, wie "meine Kiddies" sich in den anderen Fächern so machen, und wie die KollegInnen über sie reden. Wieder eine Gelegenheit, die Vermutungen zur Hochbegabung oder Autismus-Spektrums-Störung durch Erfahrungsberichte anderer Fächer zu erhärten, oder - und manchmal ist mir das lieber - sie zu zerschlagen. 

Es ist aufregend, die Zeugnisspiegel meiner SchülerInnen zu sehen. Ich liebe Zahlen, Zahlenvergleiche und Schemata wie die Übertragungsnoten (der vier unterschiedlichen Anforderungsniveaus ESA, MSA, AHR und i.B.). 

...

Und nun ist auch die letzte Zeugniskonferenz um, und ich habe endlich wieder einen Zahn anstatt eines Steinbruchs, oder zumindest so etwas Hingeklöppeltes, bis wir in ein paar Monaten uns dann an die Krone machen.

Absolutes Highlight des Besuches bei'm Zahnarzt heute - was mir vorher noch nie so aufgefallen ist - ein Hinweisschild an diesem kleinen runden Ausspülbecken: "Bitte nicht ziehen - Becken fährt automatisch heran" - da war kein Beruhigungsmittel mehr notwendig, außer vielleicht, um das Kichern zu unterdrücken. Wer hätte gedacht, dass ich ausgerechnet in einer Arztpraxis eine echte Fahrspüle sehe.

Hoffentlich löst das jetzt endlich einen Knoten, es ist so viel Arbeit liegen geblieben, und ich habe die letzten zwei Wochen ausschließlich auf der Couch geschlafen, das muss sich auch wieder normalisieren.

Freitag, 13. Januar 2023

Hochauflösend

Jetzt noch leuchtender, phantasmagorischer, unheimlicher...

Die erste Schulwoche und ich bräuchte eigentlich ein doppeltes Wochenende, um alle Eindrücke abzuarbeiten. Scheiße, genau für sowas brauche ich den Freitag frei, damit ich ab Samstag wieder normal arbeiten kann. Das ist alles zu viel, und meine Challenge für morgen ist, mir einen Plan für diese Wohnung zu machen. Es muss ein wenig umgeräumt werden. Die große Buba hat bereits mutmaßt, dass es um die Entsorgung der Couch gehen könnte - wenn ich nur schon so weit wäre! Erstmal muss Ordnung einkehren, Müll raus, manche Klausuren am liebsten gleich mit.

Heute habe ich etwas Neues erlebt, bin voll in the zone und muss das alles verarbeiten. Dabei ist es eigentlich eine ganz simple Sache: Einer meiner Lieblingsfilme, Suspiria (1977), hat endlich die Veröffentlichung bekommen, die er verdient. Sound in Dolby Atmos, über Kopfhörer, und als 4K UHD-Bluray.

Dieser Film ist mehr denn je ein auf Zelluloid gebannter Alptraum: Die neue Soundabmischung lässt den Film aufleben, überall hört man das Ächzen und Seufzen, und der Transfer auf 4K bewirkt, dass die Farben, die Argentos Film ausmachen, richtig lebendig den Film durchziehen. Ich fühle mich, als wäre ich mitten drin.

Die 4K-Bluray hatte ich schon seit einigen Monaten im Haus, aber heute habe ich endlich eine Möglichkeit gefunden, sie abzuspielen, und es ist ein irres Erlebnis, das sich kein Fan entgehen lassen sollte ;-)

Freitag, 6. Januar 2023

Denkblockade


"Brauchen sie eine Krankschreibung wegen ihres Zahns?"

Diese Frage meines Psychiaters habe ich erstmal nicht verstanden. Warum sollte ich mich wegen einer Zahnsache krankmelden, vor allem, wenn es kaum wehtut? Heute verstehe ich das ein wenig; ich hatte mir vergenommen, nach dem Ausschlafen (wieder mal Defizit aufgebaut) die Klausuren meiner Elfer und Elfinnen durchzukorrigieren und mit den Planungen für die erste Schulwoche zu beginnen. 

Seitdem mir aber gestern ein Stück des wurzelbehandelten Zahns abgebrochen ist, fällt es mir sehr schwer, mich auf die Korrekturen zu konzentrieren. Andauernd schneidet die scharfe Zahnkante an der Zunge entlang, vielleicht habt Ihr das auch schon einmal erlebt, und ich sehe immer das Bild dieser Zahnbaustelle vor mir - das sieht aus wie ein Steinbruch. Manchmal möchte man einfach nur den Zahn rausreißen und ein Implantat einsetzen. 

Ich denke die ganze Zeit darüber nach, und bevor ich nicht am Montagmorgen bei Ulf bin, wird sich das auch nicht ändern. Und ich kann mir vorstellen, dass es "normale" Autisten so stark belastet, dass sie gar nicht weiter funktionieren, und das macht mir das Angebot der Krankschreibung etwas einleuchtender. Als Aspi fühle ich mich nicht ganz so extrem eingeschränkt (high functioning), aber es blockiert mich eben doch.

Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es neurotypischen Menschen ebenso geht.

Mittwoch, 4. Januar 2023

Regentag im Bürokratiergehege


Heute war es grau. Regen von morgens bis abends - das perfekte Wetter für einen Wohnungsputz. Oder aber für einen ausgedehnten Spaziergang. Regenschirm mitgenommen, der war definitiv nötig, Poppy Z. Brites Soul Kitchen dabei für die Busfahrten, die anstehen. Jetzt noch nicht, denn - ich habe keine Busfahrkarte.

Normalerweise kommen die Karten immer quartalsweise hier per Post an; Mitte Dezember hätten sie kommen sollen, aber - nichts. Ich habe mir gedacht, naja, vielleicht wegen Jahreswechsel etwas später, oder die Post braucht länger, und habe nicht weiter drüber nachgedacht. Und dann war irgendwann der zweite Januar und ich konnte nicht mehr Bus fahren. Und ausnahmsweise habe ich den Brief nicht im Chaos meiner Wohnung verschlampt - ich habe jeden Winkel durchsucht und alles dreimal umgedreht.

Der Aspi ruft natürlich nicht bei der KVG an, sondern denkt sich, hmm, es heißt "12er Monatskarte im Abo", vielleicht bedeutet das, dass man wirklich nur zwölf Karten bekommt und dann läuft der Vertrag aus. Das muss es sein - also bestelle ich ein neues Monatskartenabo. Zum Glück fällt das der für die Abonnenten zuständigen Dame auf, und sie schreibt mir eine Mail, um sicherzugehen, dass ich tatsächlich zwei Abos haben möchte. 

Missverständnis aufgeklärt, zweiter Vertrag storniert, und so bin ich heute zur KVG-Verwaltung Werftstraße gewandert, die ich bisher nur als Name einer Bushaltestelle kannte. Innerhalb von fünf Minuten hatte ich meine Ersatzkartem. Auf dem Weg zu besagter Bushaltestelle ist mir fast der Schirm weggeflogen, weitweise war es tatsächlich windig. Warten auf die Zweiundzwanzig, Roman weiterlesen, auf nach Kronshagen.

Dort musste ich nämlich von meinem Hausarzt endlich mal meine Krankschreibungen für die MDG abholen, und dazu noch die beiden Überweisungen an die PIA im FEK in NMS (heute schon das Wordle ausprobiert?). Dann weiter wandern durch den Regen nach Suchsdorf, Rewe am Schneiderkamp, Curry einkaufen und dann in die Einundsechzig, denn die fährt direkt von dort bis vor meine Haustür, knappe Dreiviertelstunde, ich komme im Roman ein gutes Stück weiter.

Ist ein gutes Gefühl, diese ganzen Gänge erledigt zu haben, und es fühlt sich immer noch alles viel befreiter an, seit knapp einer Woche. Ich freue mich auf den Schulstart, morgen sind die Klausurkorrekturen dran, und ein Einlauf für die SchülerInnen muss präpariert werden (und eine besonders helle Schülerin möchte sich Brites Drawing Blood ausleihen - das scheint einige junge hochintelligente Frauen anzusprechen, ist nicht das erste Mal, dass ich das Buch einer Schülerin mitgebe).

Kann weitergehen!

post scriptum: Netflix hat die Serie "1899" nach nur einer Staffel abgesetzt. Das ist das neue Werk der Macher von "Dark", und hätte ein ebenso ästhetisch und intellektuell ansprechendes Werk werden können. Für Netflix sind allerdings die Zuschauerzahlen wichtiger.

Dienstag, 3. Januar 2023

Wurzelbehandlung

Genau für solche Ausnahmesituationen...

"So, die nächste Spritze geht direkt in den Nerv."

Ich hatte noch nie eine Wurzelbehandlung bei'm Zahnarzt. Nach den Berichten von Familie, Freunden und Bekannten konnte ich mir aber ableiten, dass das eine der unangenehmsten Behandlungen sein dürfte, die man dort bekommen kann. Heute kann ich bestätigen: Ja, es ist unangenehm. Und schmerzhaft. Und man möchte einfach nur, dass es bald vorbei ist.

Was für ein glückliches Timing, dass ich meinen Tranquilizer vom Psychiater bekommen habe. Ich habe Ulf (Zahnarzt, einer der besten in Kiel) direkt gefragt, ob es okay ist, wenn ich die Tablette nehme - die ich seit Neujahr immer im Portemonnaie dabei habe für genau solche Situationen - "Klar, mach' das!" und so habe ich auf die Tablettenwirkung gewartet, während die Betäubung angeflutet ist.

Das Loch im hinteren Zahn - kein Problem, das war schnell erledigt, aber der Zahn davor... ich erinnere mich nicht mehr an die Details (anterograde Amnesie kann eine sehr willkommene Nebenwirkung von Benzodiazepinen sein). Nerv freigelegt, entzündetes Gewebe entfernt, Medikament aufgestrichen, provisorische Füllung, nächster Termin in gut einer Woche. 

Betäubung hat dann nachgelassen, Schmerzen sind da, aber ich bin mit Schmerzmitteln gut versorgt. Dieses Erlebnis erinnert mich daran, dass ich vielleicht doch schon einmal eine Wurzelbehandlung hatte, denn mir kommt das alles bekannt vor - das schmerzhafte Aufbohren, das Medikament, das Provisorium - das hatte ich alles vor etwas über fünfzehn Jahren schon einmal. Und das wiederum gibt mir Mut: Damals hatte ich ein Gold-Inlay bekommen, und habe seitdem mit jenem Zahn nie wieder Probleme gehabt.

Wenn es die Möglichkeit gibt, möchte ich eine Goldkrone bekommen. Dann müssen die Playstation 5 und das Phantasialand eben warten, die laufen mir ja nicht weg (waren für diesen Sommer geplant), und ich muss etwas kürzer treten. Ich denke schon seit einigen Monaten darüber nach, auf Gold zu setzen, wenn etwas gemacht werden muss, weil es tatsächlich in Sachen Haltbarkeit unschlagbar ist. Kostet halt. Und die Optik ist mir egal, was kümmert's mich, wenn man sieht, dass ich eine Goldkrone trage?

Das wird sich alles zeigen. Ich bin erstmal froh, dass heute überstanden ist (auch wenn das nächste Mal wieder richtig fies werden wird; Lojong hilft)!