Samstag, 23. Dezember 2017

Susi & Peter

Bosch würde vor Neid erblassen!

Es wird mal wieder Zeit für einen Artikel aus der Kategorie geisteskrank: eine kleine Geschichte aus meiner Schulzeit. Ich habe mich im Unterricht sehr oft gelangweilt. Einen Großteil dieser Zeit habe ich mit dem Intelligenztrainer verbracht, der alle paar Monate erschien und reichlich anspruchsvolle Rätsel zur Beschäftigung bereit hielt. Das war immer noch besser, als meine Lehrer zu nerven, zum Beispiel, indem ich einen fünfminütigen Lachkrampf wegen des Wortes "Vulva" bekam und Herr Mordhorst mich wild herumbrüllend aus dem Deutschunterricht geworfen hat. Das war herrlich, eine Lehrstunde für jeden Pädagogen. Gegen das Lachen hat es allerdings nicht geholfen.

Ich bin sehr dankbar für diese Phasen des Nichtstuns, denn manchmal bin ich auch sehr kreativ dabei geworden - so ist zum Beispiel Das Schwimmbad entstanden, mein erstes eigenes Rollenspiel. In anderen Langeweilephasen habe ich kleine Comics gezeichnet. Ich konnte damals nicht zeichnen und kann es heute noch weniger, daher hatte ich die Comics auf das Nötigste begrenzt, nämlich auf zwei Figuren und etwas "Werkzeug". Und ich brauchte nichts weiter als einen Kugelschreiber und einen Rotstift.

Diese Comics mit dem Namen Susi & Peter folgen immer derselben Strategie: Susi und Peter, zwei Schulkinder, treffen sich, und einem von beiden geht es besser als dem Anderen, aus unterschiedlichsten Gründen: Keine Hausaufgaben, ein Geschenk bekommen, Lehrer in den Wahnsinn getrieben, irgendwelche Anlässe ließen sich immer finden. Und das fröhliche Kind (die Rollen haben immer gewechselt) hat es dem anderen auf die Nase gebunden, so dass das andere Kind erst traurig war, dann wütend wurde und dann, völlig random, mit einem x-beliebigen Gegenstand sein Gegenüber ermordet hat, so dass im Schlussbild die Rollen vertauscht waren: Das traurige Kind hat sich biestig gefreut und das andere Kind, nun ja, war tot (und traurig).

Deswegen auch der Rotstift. Damit man genau sieht, wo überall das Blut herumgespritzt ist, und der Mordgegenstand wurde auch immer beschriftet, damit man auch wirklich wusste, was da genau passiert ist. Ich war zu der Zeit etwa vierzehn Jahre alt, ich glaube, das sind ganz normale Teenagerfantasien. Oder etwa nicht? Wie kann ich dann erklären, dass tatsächlich ein paar Freunde die S&P-Comics lustig fanden und immer wieder neue haben wollten? Mit diversen Mordwaffen, Pürierstab, Haarfön, Käseigel, Staubsauger, Einhorn... und dass zum Schluss sogar jemand Anderes eine S&P-Geschichte für mich gezeichnet hat, mit allem, was dazugehört?

Ein Hauch von Wahnsinn aus der Kindheit, hier nur für Euch, die erste Susi & Peter-Geschichte, die ich je gezeichnet habe. Nicht in der Originalausgabe, ich habe sie eben neu gezeichnet, aber ich freue mich, dass ich mich noch so gut daran erinnern konnte:



post scriptum: Ich muss zugeben, dass ich auch heute wieder nicht enden wollende Lachkrämpfe ob der Absurdität des vierten Bildes hatte... (man beachte die willkürlich auftauchenden und verschwindenden Hände und dass die Köpfe im zweiten Bild selbst wie Luftballons aussehen)... und Mord per Käseigel...

Freitag, 22. Dezember 2017

Advent, Advent, das Drecksgör brennt

Manchmal wünschte ich mir, das ganze Weihnachtsgedöns würde einfach in Flammen aufgehen...

"Heute aktualisiere ich endlich meine Bewerbung im pbOn!" Mit diesem Gedanken stehe ich aus dem Bett auf, denn bald ist ja schon die Hälfte meiner Zeit an der neuen Schule um. Und in den Ferien kommen häufiger Vertretungsgesuche zutage, also sollte ich dafür sorgen, dass jedermann mich anfordern kann. Ehrlich gesagt ist das ein grauenhafter Gedanke: Ich habe noch nicht einmal richtig angefangen, mich an die KGS zu gewöhnen, und dann soll ich schon wieder an eine andere Schule? Ich hasse dieses Scheiß-System.

Ich tapere in Zeitlupe in's Bad; gestern war die große Buba da, das war toll, und die Nacht war kurz. Aus dem Treppenhaus höre ich das Klappern der Briefschlitze der Nachbarn weiter unten, sieh' an, da kommt die Post, vielleicht ist ja auch etwas für mich dabei. Ich stehe im Bad, schaue meine Überreste im Spiegel an und tatsächlich klappert es in dem Moment auch bei mir. Ein Luftpolsterbrief landet auf meiner Fußmatte und ich bin mit einem Mal hellwach: Ist das etwa...?

Koffein gefrühstückt, Fenster geöffnet, etwas Sauerstoff tut sicherlich gut, und ich reiße den Briefumschlag auf. Tatsächlich: Obwohl sie erst ab dem Siebenundzwanzigsten ankommen sollte, hat sie es überraschenderweise jetzt schon aus Spanien zu mir geschafft, die Bluray mit der restaurierten Version von Metropolis. Ohne Zögern werfe ich den kompletten Tagesplan um, dieser Tag gehört diesem Film. Habe ich alles, was ich brauche?

"Nur noch schnell Tiefkühlpizza holen. Ach so, und Hustenstiller habe ich auch keine mehr, lieber besorgen, bevor ich über die Feiertage nichts da habe."

Es klingt nach einem schnellen Gang, allerdings sind es zwei unterschiedliche Ziele, Apotheke und Laden mit TK-Pizzen. Ich entscheide mich, in den Cittipark zu gehen. Da gibt es eine Apotheke, da finde ich etwas zu essen. Und, naja, vielleicht sehe ich ihn ja dort. Nachdem Er mir geschrieben hat, dass Er heute und morgen da arbeiten muss, sehe ich eine schöne Chance, ihm zufälligerweise über den Weg zu laufen. Einmal anstrahlen würde schon reichen, ich weiß, dass Er das auch mag.

Gewappnet gegen die Kälte marschiere ich los, es ist eine herrlich klare Luft, Sonne, ich atme beides ein, so reichlich ich kann. Kombiniert mit der Vorfreude, ihn vielleicht zu treffen, kann ich nicht anders, als extrem breit zu grinsen. Wie sagte Buddha noch gleich? "Lächle - und die Welt verändert sich", und recht hat er. Es fühlt sich toll an, die noch weiter gesteigerte Vorfreude darauf, endlich Fritz Langs SciFi-Epos mit knapp einer halben Stunde restaurierter Szenen zu sehen... ich gehe über den Bahnsteig, die Treppe hinauf, rechts abbiegen und geradeaus in das Einkaufszentrum, Grinsen weiter zementiert. Die automatische Schiebetür öffnet sich.

Wuff.

Es ist, als ob ich gegen eine unsichtbare Wand laufe. Mit einem Schlag überrollt mich die Luft aus dem Inneren, warm, stickig, nach Schweiß und Deo, nach Zimt und Kotze. Die Temperatur erhöht sich schlagartig um etwa achtunddreißig Grad Celsius. Wo eben noch klare, herrliche, übersichtliche Umgebung war, stehen nun Menschen. Tausende. Es müssen Millionen sein. Familien. Sie stehen einfach nur herum. Überall stehen Familien. Halluziniere ich ob der schlechten Luft, oder hat da tatsächlich gerade die kleine Schantalle-Mandragora dem Kähwien-Hasduball (nein, hab' ich nicht!) auf die Schuhe gekotzt?

Ich möchte stehen bleiben. Ich brauche einen Moment Ruhe. Orientierung. Gedankenzüge fahren in tausend Richtungen gleichzeitig. Ich atme tief durch, aber ich kann nicht stehenbleiben, da ich mit einer perpetuum-mobile-Masse von einkaufenden Familien verschmolzen bin. Ich werde gnadenlos weiter in das Einkaufszentrum geschoben, von kalter, klarer Luft ist nichts mehr zu spüren, nur die Sonne scheint durch die Dachfenster herein, ein Strahl erhellt meinen Weg gerade noch rechtzeitig, damit ich um die Kotze herumsteuern kann.

Ich ahne nicht, dass es im Moment noch halbwegs erträglich ist. Die puddingartigen Bewegungen der Menschenmasse befördern mich aus dem Verbindungskorridor in den Hauptteil des Einkaufszentrums. Ich erblinde fast, was allerdings nicht an der Sonne liegt, sondern daran, dass sie von zigmilliarden Christbaumkugeln reflektiert wird, die sich mit Grünzeug verbunden wie ekelhaftes Gewürm um alles schlängelt, was sich umschlängeln lässt. Das Einkaufszentrum ist zu einem Mekka der einkaufenden Familien geworden, kurz MedeF, wobei Moloch ein passenderer Name gewesen wäre. Und auf einmal stehe ich still.

In der Tat. Ich bin nicht mehr Teil der sich wie Soße ausbreitenden Menschen mit zuviel Geld auf dem Konto, ich stehe still. Allerdings nicht, weil etwa dafür genügend Platz wäre, nein, es sind überall Menschen. Das ist nicht übertrieben. Aber die Menschen, die nicht von einem Geschäft zum nächsten wabern, stehen an. Anstellschlangen in Ausmaßen, dass eine Naturdoku angebracht wäre. Ich weiß noch nicht einmal, wofür ich gerade anstehe, ich weiß nur, dass es noch lange dauern wird, bis ich es herausfinde. Da nützt es auch nichts, wenn man ein fast zwei Meter großer Mann ist, denn ich schaue lieber weiterhin auf den Fußboden, wohl ahnend, dass das erste Riff der Kotze nicht das letzte gewesen sein wird.

Apotheke, dröhnt es in meinen Ohren, und zu Citti, Pizza und vielleicht ist Er ja gerade dort. Gleichzeitig wird mir bewusst, dass meine Chance sehr gering ist, in diesem Menschenauflauf eine bestimmte Person zu finden. "Wofür stehen sie hier an?" fragt mich eine ältere Dame von rechts und ich muss zugeben, dass ich immer noch keine Ahnung habe, allerdings finde ich es in genau diesem Moment heraus, denn ich fahre runter. In's Erdgeschoss. Wo noch mehr Kotze is'. Denn das war die Warteschlange für die Rolltreppen. Dort, Erlösung, ich sehe die Apotheke! Doch halt! Ich brauche Geld! Und zeitgleich schwant mir Übles - wie lange werde ich wohl am Geldautomaten warten müssen? Ich suche das Ende der Warteschlange schon gar nicht mehr am Automaten selbst, sondern schaue mich direkt im Umkreis von etwa einhundert Metern um. Ist das zu glauben? Ich finde nichts! Überall fließt der Menschenpudding weiter, nirgends steht jemand still. Ich vertraue auf meinen Orientierungssinn und kehre zurück zum Geldautomaten: Es ist kaum zu glauben, dort steht niemand an. Wahrscheinlich haben die einkaufenden Familien den heutigen Einkauf lange vorher geplant, um eine Chance auf Überleben zu haben, und dazu gehört natürlich auch, das Weihnachtsgeld und die letzten beiden Monatsgehälter in bar auszahlen zu lassen, damit man wenigstens ein kleines Geschenk für die Kinder kaufen kann.

Da also niemand noch mehr Geld vom Konto abheben musste (konnte?), erledige ich diesen Punkt rasant. Rasant, damit ich nicht meinen Kontostand sehen musste, denn rote Zahlen trifft es nicht so ganz, meine Kreditkarte schämt sich für mich und ich rede mir ein, wenn ich einfach nicht auf den Kontostand schaue, dann wird es schon nicht so schlimm sein.

Selbst in der Apotheke stehen die Familien Schlange, und das, obwohl sechs Apotheker gleichzeitig bedienen. Leute, was zur Hölle ist mit euch nicht in Ordnung? Warum müsst ihr gerade vor Weihnachten noch Medikamente einkaufen, als gäbe es danach keine mehr? Ich bin dabei, mich richtig aufzuregen über das dämliche Verhalten wohlsituierter Großstädter zur Einkaufszeit, da fällt mir ein, dass ich selbst gerade jetzt gerade hier stehe, auf der Suche nach Medikamenten. Schade, ich hatte mich gerade so schön aufgeregt. Da kann Buddha noch so viel labern, seitdem diese Schiebetür aufgegangen ist, befinde ich mich in einer Parallelwelt, in der ich gar nicht mehr ausgeglichen sein möchte.

Schnaufend begebe ich mich in das nächste Geschäft, Ziel: Tiefkühlpizza. In diesem Laden, Citti höchstpersönlich, gibt es ein interessantes Fließverhalten der Menschenmassen zu beobachten: In den Hauptgängen fließt alles dicht gedrängt, schwitzend, fluchend, geldausgebend wie überall - doch in den Seitengängen steht kein Mensch. Meine Erlösung! Und so lasse ich mich nach links aus dem Strom herausrempeln. Endlich durchatmen - und so atme ich tief ein, die ganze Schweiß-Deo-Kotze-Zimt-Mischung und überlege, zur Apotheke zurückzugehen und mir etwas gegen Übelkeit mitgeben zu lassen.

Indem ich von Seitengang zu Seitengang husche, bekomme ich schließlich meine Pizza, und zwar die ohne Tomatensoße, weil die herrlich abgestimmte Aromen hat - als mir das bewusst wird, geht ein seliges Lächeln über mein Gesicht, eine Sekunde Paradies in dieser Weinachtshölle. Wo sind die Kassen? Ich muss gar nicht suchen: Die einkaufenden Familien sind so sehr darauf fixiert, möglichst viel Geld auszugeben, um ihre Mistbälger für einen Abend ruhig zu stellen, dass sie alle aus einem Instinkt heraus die Kassen ansteuern, und so lasse ich mich von dem Strom treiben.

Auch vorbei an der Obst- und Gemüseabteilung und ich schaue nach rechts, denn ich weiß ja, dass Er da arbeitet. Sehe ich ihn irgendwo? Einen großen Mann mit Ohrlöchern, Tattoos und muskulösen Oberarmen, der verzweifelt-freundlich lächelt, um die Kunden abzufertigen, und dabei nichts lieber als einen ruhigen Tag mit seiner Freundin verbringen möchte. Ich schaue hin und her, mehrmals, aber kann ihn nicht entdecken. Anhalten ist nicht angesagt, da ich mich im Kassenstrom befinde - so wie das Wasser immer bergab fließt, so wabern die einkaufenden Familien zu den Kassen, und schließlich sind die Einkäufe erledigt.

Nur noch raus - aber das ist gar nicht so einfach in dem Gedränge. Immerhin muss ich an der Rolltreppe nach oben diesmal nicht anstehen, während die Gegenrichtung unter dem Gewicht der Massen den Geist aufgegeben hat und gerade vom technischen Dienst überprüft wird. Eingedenk meines Beinahe-Kotzeriff-Fiaskos gehe ich diesmal in einem großen Bogen um die widerliche Stelle, die inzwischen mit blauem Band vom Strom der Menschen abgetrennt ist. Und da höre ich fast schon das Zischen der automatischen Schiebetür (kann aber auch weiteres Halluzinieren sein). Ich fühle mich, als ob das Einkaufszentrum jetzt mich auskotzt - und kann endlich wieder die klare, kalte, frische Lust atmen, endlich wieder die Sonne genießen, endlich wieder einfach stehenbleiben. Was zur Hölle habe ich gerade durchgemacht???

Zweiundzwanzigster Dezember.

Egal welches Jahr, egal wo. Es wird sich nie ändern.

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Mein erstes Mal mit Leni Riefenstahl

Bei dem Anblick schaudert's mir...

Leni Riefenstahl. Ich habe den Namen schon so oft gehört, er hat sich wie ein Bild in mein Gehirn gebrannt. Ich hatte keine Ahnung, wer Leni Riefenstahl war, aber der Name hatte etwas. Hat mein Interesse geweckt. Warum auch immer; allerdings nicht so weit geweckt, dass ich mich mal über die Riefenstahl informiert hätte. Hatte einfach nur einen interessanten Klang.

Und dann kam das: Dieser Tage setze ich mit mit alten Filmen auseinander. Ich lerne etwas über die Geschichte des Films. Wann ungefähr der Wechsel stattfand von den Stummfilmen zu den Talkies, ich schaue gemischt Stummfilme und Sprachfilme aus jener Zeit. Immer mit dem Hintergedanken, dass ich gern jene Filme sehen möchte, die als beste Filme der Welt erachtet werden. Ich bin eben neugierig, ich möchte wissen, was sie so großartig macht. Ich möchte wissen, warum ein Film ohne Sprachausgabe so großartig sein kann, zum Beispiel (über Metropolis werde ich später mal etwas schreiben, wenn ich die restaurierte Fassung gesehen habe).

Um Leni Riefenstahl kommt man einfach nicht herum, wenn man dieses Mindset hat. Und ich weiß jetzt auch, wieso. Ich fühle mich gehirngespült - aber es ist nur ein Gefühl. Kudos an den Film Triumph des Willens (1934), den ich heute angeschaut habe.

Ich sollte das vielleicht vorweg sagen, damit kein falscher Eindruck entsteht: Dieser Film ist pure Propaganda. Er besitzt keinerlei inhaltliche Tiefe und ist ein Dokument der NSDAP. Roger Ebert nannte ihn einst evil. Das sollte vermerkt werden, weil der Film vom Standpunkt eines Filmliebhabers ein Meisterwerk ist und ich nun in's Schwärmen kommen werde.

Leni Riefenstahl war eine kontroverse Figur der deutschen Geschichte. Sie hat sich von der NSDAP instrumentalisieren lassen - anders als ihr Regiekollege Fritz Lang, der "rechtzeitig" in die USA auswanderte. Adolf Hitler soll sehr angetan gewesen sein von Riefenstahls Arbeit, allerdings hat er ihr garantieren müssen, dass der Triumph der letzte Propagandafilm sein würde, den er bei ihr in Auftrag gegeben hat.

Wie schon erwähnt, gibt es in diesem Film keinen Inhalt. Er ist eine Dokumentation des Reichsparteitages der NSDAP im Jahr 1934. Wir sehen stramme Jungs marschieren, Soldaten und Parteigänger den Hitlergruß ausführen, wir sehen Goebbels, Himmler, wir hören Reden, alles auf ausschweifende Art und, wie es sich nun einmal für Propaganda gehört, einseitig und dauerpositiv. Der Film sollte niemanden umstimmen - deswegen habe ich mich oben ein bisschen geziert mit der "Gehirnwäsche" - er sollte einfach jene Menschen, die bereits der NSDAP treu ergeben waren, bestätigen, dass sie das "Richtige" taten, und das tut der Film über knapp zwei Stunden.

Eigentlich würde ich abgeschaltet haben bei einem solchen Mangel an Inhalt und Plot. Aber ich komme nicht umhin zuzugeben, dass der Stil der Frau Riefenstahl mich begeistert hat. Ich habe mittlerweile zeitgenössische Filme gesehen, zum Beispiel M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) von erwähntem Fritz Lang. Und dadurch, dass ich den Vergleich habe, bemerke ich die Klasse dieses Films. Luftaufnahmen, Massenszenen, nicht ein einziges Gesicht, das nicht ernst marschiert, nicht eine einzige Mütze sitzt schief. Überkopfaufnahmen von einem Torbogen, während unten im Takt der Musik die Soldaten marschieren. Ein fantastischer Einklang von Musik und Bildern, und immer wieder habe ich mich gefragt: Wie hat die Riefenstahl das gemacht? Mittlerweile habe ich gelesen, dass sie mit dreißig Kameras gearbeitet hat und mit einhundertfünfzig Kameraleuten.

Das erklärt Einiges und ist ein Zeugnis des Talents der Regisseurin. Es hat einen Grund, dass Hitler angetan war. Goebbels muss diesen Film geliebt haben; war der nicht Reichspropagandaminister?

Warte mal, Dr Hilarius, fängst du etwa gerade an, dich ernsthaft für die Zeit des Nationalsozialismus zu interessieren? Musste ich dafür erst vierunddreißig Jahre warten? In der Schulzeit hat das Thema mich nur genervt, ich hatte keine Ahnung von gar nichts, und Herr Lasch hatte es leider nicht drauf, Geschichte wirklich lebendig werden zu lassen. Und wie das bei Hochbegabten so ist: Wenn sie eine Sache nicht interessiert, merken sie sich auch nichts. Scheinbar hat mein Interesse für Filmgeschichte mir einen Blickwinkel auf das Dritte Reich eröffnet, der mir vorher verborgen geblieben ist.

Ich komme einfach nicht drumherum: Dieser Film ist fantastisch, und er ist fürchterlich. Ein Meisterwerk für einen sehr üblen Zweck.

post scriptum: Und ich bin schockiert, wie viele Parallelen ich zum Verhalten der AfD ziehen konnte...

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Ich werde gestalked

Das musste ich zum Glück an dieser Schule noch nirgendwo drunterschreiben.

Der ursprüngliche Titel dieses Beitrags lautete "JKK - Jammer, Kisten, Konnektoren", aber das hätte nur eine Person verstanden, nämlich die große Tuba. Und ja, ich lasse "Tuba" stehen, denn ich habe mich qua Liaison mit Freud vertippt, natürlich müsste da "Buba" stehen.

Es sind Ferien! Und da geht es schon los: Die große Buba muss morgen nämlich noch einmal in die Schule. Ein Individualisierungsmerkmal der Waldorfschulen. Ich habe meinen letzten Schultag sehr genossen, er war sehr kurz. Bestand eigentlich nur aus einer Klassenarbeit, die wirklich etwas fies gelegt war, nachdem gestern Schulgottesdienst und Abiparty obligatorische Events für die Schüler waren. So konnte ich heute morgen in teils sehr rote Augen schauen. Hoffen wir mal, dass die Klassenarbeitsrückgabe nicht irgendwann wieder für rote Augen sorgt.

Besonders gefallen hat mir der Abschied von unseren Sekretärinnen (habe ja bereits erwähnt, dass das hier ein lustiges Sekretariat ist), die beschlossen haben, mich zu stalken; genau in diesem Moment lesen sie diesen Eintrag. Hoffen wir mal, dass Blog und Schule sich diesmal besser vertragen als an meiner vorletzten Schule; dort wurde ich quasi mundtot gemacht, damit ich nichts Schlechtes über die Schule schreibe.

Und mit dem JKK - ich freue mich riesig darauf, die große Buba wiederzusehen. Wir spielen zur Zeit The TALOS-Principle. Genau gesagt, spielt sie und ich schaue zu, ich kenne den Plot ja schon und möchte nix verraten. Hoffen wir mal, dass wir beide morgen Abend noch in Ansätzen fit sind.

Dreimal Hoffnung. Eine gute Ausgangslage für die Weihnachtsferien.

Dienstag, 19. Dezember 2017

Aus dem Gesicht gefallen

Total süß, im wahrsten Sinne des Wortes.

Irgendwie ist es immer wieder ein schöner Moment, wenn man einen Menschen überraschen kann (solange der Anlass positiv ist). Wenn der Andere gar nicht damit rechnet. Das Staunen im Gesicht, oder einfach nur Ungläubigkeit. Für mich fühlt sich das schön an, weil ich dadurch das Gefühl bekomme, bei anderen Menschen etwas bewirken zu können. Muss wohl Teil der Egozentrik sein - mir selbst zu beweisen, wie "toll" ich bin. Irgendwie lässt sich doch alles auf egozentrische Bedürfnisse herunterbrechen.

Gestern habe ich meinen E-Jahrgang einen Test schreiben lassen. Das "Oh mein Gott, wie sollen wir das nur schaffen"-Entsetzen zählt nicht zu den Überraschungen, die ich gern herbeiführe. Allerdings zweifle ich mittlerweile an, dass das ein authentisches Entsetzen war. Bei meinen derzeitigen Lerngruppen scheint es ein Automatismus zu sein: Wann immer sie eine Aufgabe gestellt bekommen, jammern sie drei Viertel der Arbeitszeit herum, dass das ja zu viel und zu schwer sei, und dann erledigen sie es problemlos. Sollte ich u.U. an der Schule bleiben, möchte ich etwas gegen diese (bei ein paar Schülern authentische) Panik tun. An den letzten Gemeinschaftsschulen hatte ich das irgendwie nicht. Die haben einfach ihre Aufgaben erledigt.

Aber zurück in den E-Jahrgang; es war die letzte Doppelstunde vor den Ferien, und nachdem wir die Hälfte der Zeit mit dem Test verbracht haben, habe ich ihnen eine kleine Kurzgeschichte vorgelesen, als Alternative zum Film, sozusagen. Auf Englisch, und zwischendurch regelmäßig Verständnis gesichert. Und was haben sie sich gelangweilt! So ein idyllisches Dorf, um das es ging, lahm. Und alles im Sommer, und viel zu friedlich, und erzkonservativ, Traditionen und blablabla. Und in der Tat geht es in der Geschichte sehr gesittet zu. Nur im letzten Viertel wird es etwas sinister, und im letzten Absatz folgt dann das twist ending, und ich habe es genossen.

Genossen, langsam zu lesen, mit mehr Betonung, und dann die grausigen Szenen auf der Zunge zergehen zu lassen. Zu hören, wie ein paar Schüler den Atem anhalten in dem Moment, als ihnen klar wird, worauf diese Geschichte hinausläuft. Das Entsetzen in den Gesichtern dieser lieben, braven Kinder zu sehen. "Das ist doch nicht wahr, oder?" - "Machen die das gerade wirklich?" - "Was, der eigene Sohn???" Und direkt, bevor die Szene zu explizit wird - The End. Und ich kann förmlich sehen, wie die Bilder in den Köpfen der Schüler weiterlaufen, damit haben sie nicht gerechnet. Ich habe damals, beim ersten Lesen, auch nicht damit gerechnet. Und mir ist damals auch alles aus dem Gesicht gefallen. Es muss einen Grund haben, dass es eine der bekanntesten Kurzgeschichten Amerikas ist.

The Lottery von Shirley Jackson.

Mir ist nichts aus dem Gesicht gefallen, denn ich kannte den Twist ja mittlerweile (und natürlich gibt es hier keine Spoiler). Dafür ist mir heute das Grinsen eingefroren, als die achte Klasse mir, nachdem sie heute (mit ingesamt fünf Unterrichtsstunden Vorbereitung) ihre erste Klassenarbeit geschrieben haben, ein kleines Präsent für die Weihnachtstage mitgegeben haben. Das fand ich so süß, da hat sich tatsächlich die Klassensprecherin am Tag davor in die Küche gestellt und Vanillekipferl gebacken, hübsch eingepackt mit einer Karte dazu, und bei solchen Aufmerksamkeiten bin ich völlig überfordert.

Anders als bei Geburtstagsgeschenken, die mir nicht zusagen, da komme ich mittlerweile gut mit method acting zurecht. Hier geht es um Kleinigkeiten, die mir wirklich gefallen und mich wirklich überraschen. Tja, da war ich dran mit der Überraschung, und die Kiddies haben es genossen. Ich fand das unglaublich aufmerksam, von einer Klasse, die ich gerade mal fünf Stunden unterrichtet hatte.

Ich wollte heute eigentlich etwas über meine zunehmende Begeisterung für Epen schreiben, ist auch halb fertig, aber das hier hat den heutigen Beitrag eher verdient. Und es ist einer der Gründe, warum ich gern Lehrer bin, trotz all' der Widrigkeiten seitens des Ministeriums, Formalitätenhickhack und wie ein Niemand behandelt zu werden. Das wertet es wieder auf.

post scriptum: Wer zwanzig Minuten Zeit hat, kann sich diese sehr treffende Verfilmung von "The Lottery" anschauen:
 

Samstag, 16. Dezember 2017

Gehirn sagt "Nein"

Ivor Novello in The Lodger (1927) - sind das nicht verführerisch sinistre Augen?

Heute ist Samstag, ein sonniger, wie ich feststelle. Und wie an so gut wie jedem dritten Samstag im Monat findet heute Abend die Lost Souls statt. Natürlich gehe ich dort hin: Ich liebe die Gelegenheit, mal etwas schwärzer als sonst auszugehen, die Nägel frisch lackieren und endlich mal wieder etwas Kajal und Lidschatten dazu. Und ein paar Runden zu tanzen mit anderen Kreaturen der Schwarzen Szene. Heute abend ist es also wieder soweit.

Aber das Gehirn sagt "Nein".

Weil da der gestrige Freitag mit drei schönen Filmen war, die einfach Lust auf mehr gemacht haben. Und weil ich momentan ein Interesse für Stummfilme hege; heute soll es Langs Metropolis (1927) geben, vielleicht auch einen anderen Hitchcock-Novello-Film, Abwärts (Downhill, 1927). Vielleicht auch etwas von Buster Keaton, wenn etwas humorvoller sein soll.

Das ist vielleicht wieder so eine HB-Sache. Dass mein Gehirn manchmal spontane Planänderungen vornimmt, obwohl ich sie eigentlich überhaupt nicht ausstehen kann, wenn sie mir von außen aufgezwungen werden. Da hege ich Plan A, und plötzlich kommt mir etwas Interessantes, Spannendes unter die Augen und mein Gehirn beschäftigt sich nur noch damit - übrigens eine herrliche Gelegenheit, mal wieder das Essen zu vergessen.

So ist es dieses Mal auch wieder. Die gestrigen Filme waren so großartig (auch die von davor), dass ich komplett im Film-Modus bin. Ich will heute Abend gar nicht ausgehen - auch wenn die nächst LS wieder einen Monat hin ist. Gehirn sagt "Nein" - und kann ich ihm das verübeln, angesichts The Graduate (Die Reifeprüfung - eigentlich hat mich der Film gar nicht soooooo sehr interessiert, aber die Musik von Simon&Garfunkel ist einfach zu großartig [wenn auch "eigentlich" nicht meine Musikrichtung] und für Anne Bancroft in der Rolle der Mrs Robinson würde ich zur Hete werden, und jetzt verstehe ich auch einige Szenen von Wayne's World wesentlich besser) - wobei vorletzterer Gedanke angesichts von Ivor Novello (s. ganz oben) wieder in den Hintergrund rutscht; deswegen will ich ihn auch heute wieder sehen, in einem anderen Film. Ein bisschen Eisensteins Battleship Potemkin - wow, echt klasse, mit einer ziemlich intensiven Szene (wer es kennt - die Odessa Steps, ziemlich beeindruckend), endlich, endlich Orson Welles' Citizen Kane - ziemlich genial, ich verstehe, warum viele diesen Film für den besten aller Zeiten halten. But I won't tell - findet es selbst heraus. Eine weitere Bildungslücke habe ich mit Forrest Gump abgeschlossen - ich bin ganz froh, dass ich den Film nach meiner Zeit an Gemeinschaftsschulen gesehen habe und dadurch Menschen mit einem niedrigen IQ kennenlernen durfte; dadurch konnte ich in dem Film besser mitgehen (wenn man irgendwie immer nur hohe Intelligenz "kennengelernt" hat, ist das nicht so einfach zu verstehen, und unbedarft hätte ich den Film vielleicht für übertrieben in Forrests Darstellung gehalten).

Zwei Stunden später...

Ich muss durchatmen. Und eine kleine Träne aus dem Augenwinkel wischen. Früher dachte ich immer, dass ich keine epischen Filme schauen möchte. Die sind so lang und unhandlich und immer das Gleiche, Gut gegen Böse, und noch ein bisschen Liebe rein, Kitsch blabla, fühlt sich an wie "alles schon gesehen", ich brauche Unkonventionelles.

Während es stimmt, dass ich immer auf der Suche nach Unkonventionellem im Film bin, stimmt das "alles schon gesehen" nicht. Warum rede ich mir ein, ich würde die Klassiker schon kennen, wenn ich sie nicht kenne? Entsteht daraus so ein starker Drang, anders zu sein? Ich habe eben einen weiteren Klassiker erlebt, Fritz Langs Metropolis (1927). Es ist irre, was man damals für Effekte zur Verfügung hatte. Es ist irre, wie sehr dieser Film mich packen kann. Es ist irre, wie sehr der Film nachwirkt. Das tut er jetzt, Zeit für eine Meditation. Meditation darüber, dass ich ein wenig reifer werde und aufgeschlossener gegenüber den Dingen.

Eigentlich eine recht coole Alternative zur Party.

post scriptum: Ich habe heute sehr viel Spaß mit dem "Amazon Fire TV Stick" gehabt. Das Teil lässt einen auf das Film-, Serien- and whatnot-Sortiment von Amazon zugreifen. Ganz einfach per Knopfdruck und Sprachsteuerung. Also suche ich per Sprachsteuerung "Metropolis" - nichts. Ich sage "Eraserhead" - nichts. Ich sage "The Wind" - und bekomme die Wettervorhersage für Kiel. Da platzt mir der Kragen und als nächste Suchanfrage pöbel ich das Gerät an - mit folgendem Suchergebnis, das mir herrliche Lachkrämpfe beschert hat:

 

Freitag, 15. Dezember 2017

ineffabilis, e (adi.)

Letztlich ist das alles nur wieder Chemie. Oder?

Aus dem Griechischen abgeleitet beschreibt es etwas, das man nicht in Worte fassen kann. Unaussprechlich, unsagbar. Ein bisschen wie der Name Voldemort bei Harry Potter, aber halt auch nur ein bisschen, denn der Name wird oft genug ausgesprochen. Was dagegen tatsächlich als ineffabilis gilt, sind Psychedelische Reisen.

Manch' ein Mensch möchte erfahren, was es noch so alles auf dieser Welt gibt, indem er dazu psychedelisch wirksame Substanzen konsumiert. Das Bewusstsein wird erweitert und es ist eine unvergleichliche Reise. Unvergleichlich, denn jede Reise ist anders, teilweise komplett anders. Viele Psychonauten (Seereisende der Seele, das ist ein schönes Bild) sind von ihrem Erlebnis so begeistert, dass sie Andere daran teilhaben lassen wollen. Das ist aber gar nicht so leicht: Sobald man versucht, einen sogenannten "Tripbericht" zu verfassen, wird es kompliziert. Nicht, weil man die Inhalte der Reise vergessen hätte (was allerdings auch oft passiert), sondern weil die Worte fehlen, um das Erlebte angemessen schriftlich festzuhalten.

Denn, wenngleich solch' ein Trip für Außenstehende sehr unspektakulär sein kann (der Reisende liegt vielleicht einfach nur auf seinem Bett), geht im Kopf die wahre Action ab. Behind Closed Eyelids öffnen sich Welten, bunt oder auch nicht, real, tatsächlich, vielfältig, bekannt oder unbekannt, philosophisch, metaphysisch. Man kann es versuchen, aber es ist sehr schwer, ein akkurates Bild der Reise wiederzugeben. Es gibt unzählige solcher Tripberichte im Internet, manche zeigen ein erstaunliches literarisches Niveau. Man kann beschreiben, was man sieht - aber was man fühlt, auf so einer substanzgestützten Gedankenreise, das bleibt ineffabilis (besser mit -e, nicht wahr?).

Vor knapp neun Jahren, im Studium, habe ich das auch einmal probiert. Und wenn ich das heute lese, realisiere ich, wie wenig ich damals das Erlebte in Worte fassen konnte - Effekte ja, Inhalte nein. Ich wünsche gute Unterhaltung - stellenweise zensiert, weil ich niemanden auf irgendwelche Ideen bringen möchte:

Ich nehm das XXX gerne so um 18 Uhr ein, dann bin ich gegen Mitternacht wieder einigermaßen klar. Also hab ich gestern (wegen Telefonat etwas später) so gegen 18.15 Uhr XXX geschluckt. Dazu dann gleich zwei Emesan (100mg DPH) gegen die Übelkeit, wobei ich immer noch finde, dass die Dinger schon selbst zum Kotzen schmecken. Warum machen sie da keine Filmtabletten draus? Evtl. nehme ich nächstes Mal gegen die Übelkeit Dimenhydrinat, mal schauen.

Dann erstmal Musik angemacht, ruhige Soundtracks zum Runterkommen und nur Schwarzlicht im Zimmer an. Ich hab störende Sachen aus dem Weg geräumt, damit ich nicht stolpere oder Sachen verschütte, alles schon passiert ;-) Ich hab mich aufs Bett gelegt und erstmal versucht, zu entspannen. Nach 20-30 Minuten kamen dann ganz leichte Magenkrämpfe, aber das ist bei mir zu dem Zeitpunkt ganz normal. Hab erstmal die Augen geschlossen und die Musik genossen. XXX braucht bei mir ziemlich lange zum Wirken (1,5-2h), also ist erstmal Geduld angesagt. Gegen 19.30 Uhr war meine provisorische Winamp-Playlist dann abgelaufen und ich musste aufstehen, um neue Songs draufzupacken. Hab dann schon gemerkt, dass mir leicht schwindelig wurde und hab mir gedacht, alles klar, geht langsam los, noch zwei, und dann wechseln wir mal den Musikstil. Also noch ein paar ruhige Sachen dazu, nochmal 20 Minuten hingelegt und etwa um 20 Uhr hab ich dann meine XXX-Playlist rausgekramt (Techno, Rave&Hardtrance). Dazu dann etwas Räucherware angesteckt, das gibt immer ne schöne Atmosphäre.

So langsam ist mir schön schwindelig geworden und ich hab bereits auf dem Bett das Gefühl gehabt, als würde mein Körper nach und nach in warme Decken eingepackt. Ich hab mir ein T-Shirt angezogen, weils im Pullover zu warm war. Hab mir dann überlegt, zur Musik wieder XXX-typisch zu tanzen (also etwas zombie-like, mit langsamen, spacigen Bewegungen), aber davon ist mir dann schlecht geworden und ich hab mich einfach wieder aufs Bett gelegt. Hab nen ordentlichen Kopf bekommen und mich auf dem Bett hin und her gedreht, weils ein geiles Gefühl ist. Die Schwerkraft hat irgendwie anders gewirkt, hat mich auf dem Bett nach rechts gezogen und gegen die Wand geklatscht. Ich hab mich nach links gedreht, bin aber wieder nach rechts zurück gerollt, wie magnetisch *g*

Tja, dazu die Musik und das Schwarzlicht, bin dann mehrmals aufgestanden, durchs Zimmer getaumelt und hab mich wieder aufs Bett gepackt, Kopf total dicht, warmes, weiches Kribbeln am Körper, nur zwischendurch hats am Kopf tierisch gejuckt und ich hab mich heftig gekratzt (Fehler, ich weiß *g*). Bin auch ein paar Mal gegen die Tür oder meinen Schrank gelaufen und hab blöderweise mein Glas Wasser auf dem Schreibtisch umgehauen (was auch immer meine Hand da auf dem Schreibtisch zu suchen hatte). War auch schwer, im Schwarzlicht die Wasserflecken aufzuwischen, naja, immerhin konnte ich meine Armbanduhr aus der Überflutung retten, den Rest hab ich erstmal so gelassen *g*

So ab 22 Uhr hat dann der Schwindel nachgelassen und ich hatte "nur" noch diesen tierisch angenehmen dichten Kopf. Hab nochmal ne Emesan gegen Übelkeit eingeworfen. Gegen 23 Uhr bin ich dann zu Fuß zu Burger King (5 Minuten) getapst, hab im Laufe des Abends mehrere Male versucht, die Bestellung so aufzusagen, dass nicht gleich jeder merkt, dass ich noch stoned bin *g* Hat dann trotzdem nicht geklappt, mit der Koordination beim Gehen wars noch nicht so ideal. Egal, wieder zuhause, gefuttert (hat trotz Pappmaul noch einigermaßen geschmeckt) und so gegen 24 Uhr ist auch das angenehme Gefühl langsam abgeklungen, dann hatte ich nur noch nen Brummschädel. Ins Bett, heute um 8.30 Uhr aufgewacht, nüchtern und wieder fit in den neuen Tag ;-)

So, Fazit? ;-) Schöner Trip, etwas ruppig, hatte bei 6,3mg/kg nicht mehr so viel Bock zu tanzen wie bei 4,2mg/kg, war einfach zu anstrengend. Dafür war das spacige Gefühl schöner und der Kopf besser! Jetzt ist erstmal wieder ein Monat Pause angesagt, dann schauen wir mal weiter ;-)