Mittwoch, 12. Oktober 2022

Visuelle Rätsel


Anfangs ein leeres Blatt

Ich habe schon als Kind Rätsel immer lieber gemocht, wenn es ein Lösungswort gab. Quasi als Anreiz zu rätseln, sonst hat sich mir nicht erschlossen, warum ich das machen sollte. Ihr kennt diese Buchstabenkästen, in denen Wörter waagerecht, senkrecht und diagonal versteckt sind, vorwärts und rückwärts - ganz oft habe ich sie nur gemacht, wenn die übrig bleibenden Buchstaben einen Lösungssatz oder Spruch, Name, Redewendung, whatever ergeben. Das muss sich schon lohnen, die investierte Zeit.

Erste Felder geschwärzt

Und so geht es mir auch derzeit mit visuellen Logikrätseln, Nonogramme, Ketten, die japanischen Namen habe ich dafür gerade nicht zur Hand. Alle mit der Prämisse: Einige Felder müssen geschwärzt werden, andere bleiben weiß. Die Regeln dafür sind je nach Rätsel unterschiedlich - allen gemein ist, dass am Ende ein Pixelbild dabei herauskommt, und das liebe ich - ich bin ja sowieso eher der visuelle Typ, kein Wunder also, dass diese Rätsel süchtig machen können. Da wird aus "Nur eins mache ich schnell noch..." mal eben eine durchrätselte Nacht. 

Dann kommt immer mehr schwarz dazu

Ein Hauch von Nostalgie.

Bis schließlich ein Bild daraus wird


Sonntag, 9. Oktober 2022

Der Stoff, aus dem Albträume sind


Mittlerweile kann ich das sagen, ohne rot zu werden: Ich bin ein Fan von intellektuell anspruchsvollen virtual reality-Ausflügen. Bisher immer mit PSVR, in Spielen wie Obduction oder Transpose oder Red Matter, in denen es Rätsel zu lösen und Geschichten zu entdecken gibt. Ich genieße diese völlige Freiheit, ungestört zu sein, nicht mit der Unberechenbarkeit anderer Menschen konfrontiert zu werden, sondern auf die meist logisch aufgebauten, verlässlichen Spielmechaniken vertrauen zu können. Schöne landscapes and soundscapes vervollständigen das Ganze, einfach traumhaft.

Umso erschrockener war ich, als ich vor einer Weile zum ersten Mal einen Trailer zu Mark Zuckerberg(äi käi äi Meta)s Horizon Worlds gesehen habe. Das ist also die virtuelle Onlinewelt, in der nach Zuckerbergs Vorstellung sich alle Menschen wohlfühlen können sollen. Dass ein weiblicher User dann früh von einem gang rape-Erlebnis mit mehreren männlichen Usern berichtet hatte - das waren dann eben Startschwierigkeiten. Die konnte man mit Zensur oder Blockfunktion unter den Tisch kehren.

Es gibt gute Medien, die uns den potentiellen Horror von virtuellen Realitäten vorführen - seien es nun Filme wie Kathryn Bigelows Strange Days (1995) oder Hank Greens A Beautifully Foolish Endeavor (2020) - oder wie etwas harmloser dargestellt in Spielbergs Ready Player One (2019). Oder aber der Zuckerberg-Trailer, in dem mir ohne Vorwarnung unterkörperlose Torsos präsentiert wurden, die durch die Gegend gefahren sind. Das klingt irgendwie lustig, aber im ersten Moment war es ein (ernstes) Horrorszenario. Wenn mir sowas in einem Traum begegnet, wechselt das Ganze sofort in einen Albtraum - und davon habe ich eigentlich nicht mehr so viele. Macht auch gar nichts.

Insofern danke an Mark Zuckerberg für eine unvergessliche Erfahrung, die ich mir nicht durch allzu schnelle Wiederholung verderben möchte.

Ein Blick lohnt sich - wenn vielleicht auch aus den falschen Motiven:



Donnerstag, 6. Oktober 2022

Reichsbürgerquatsch mit Soße & PCR


Reichsbürgerquatsch mit Soße

Man hört ja immer mal wieder von diesen Menschen, die davon überzeugt sind, dass unsere Gesetze für sie nicht gelten. Reichsbürger sind ein echtes Ärgernis für Ämter und Polizei, weil sie denken, sie könnten sich alles rausnehmen, und manchmal frage ich mich, ob das nur eine Masche ist oder in Richtung psychische Erkrankung geht.

Ich dachte, das wäre etwas typisch Deutsches. Reich und so. Aber nix da, die Bewegung scheint auf Amerika zurückzugehen, wo sich diese Menschen sovereign citizens nennen, kurz sovcit. Es hat immer etwas von Fremdschämen, wenn man so einen Sovcit in Aktion erlebt. Auf der anderen Seite ist es auch unglaublich faszinierend zu beobachten, und deswegen verfolge ich derzeit den Prozess US v Darrell Brooks. Brooks hat vor ein paar Jahren in Waukesha sein Auto in eine Weihnachtsparade gesteuert, dabei sechs Menschen getötet und mehrere weitere verletzt.

Brooks versteht überhaupt nicht, wer ihn anklagt, und das nimmt er sich zur Verteidigung. Für einen Sovcit versteht es sich von selbst, dass er sich vor Gericht selbst verteidigt, und das Ganze wird im Internet übertragen. Es läuft mal wieder alles darauf hinaus: Ich liebe es, menschliches Verhalten zu beobachten. Die Sache ist außerordentlich unterhaltsam.

PCR

Und dann kam heute morgen erstmal ein Schreck. Netterweise lagen in unseren Fächern in der Schule wieder Corona-Testpakete, und ich teste momentan immer montags und donnerstags. Das kann ich mir gut merken, mo/do sind auch die Tage, an denen ich Elmex Gelee verwenden soll. Also habe ich heute einen der neuen Tests gemacht - positiv. Ich war ja sowieso schon etwas paranoid, weil die letzten drei Tests, die ich benutzt habe, und die mir "negativ" bestätigt hatten, lila verlaufene Linien hatten, das hatte ich vorher noch nie. 

Klar geht dann die Alarmglocke wieder an, Schule abgesagt und direkt zum Bootshafen für einen PCR-Test. Interessant: Als ich mich vor Monaten das erste Mal dort für einen Testtermin anmelden wollte, gab es kaum noch freie Termine - mittlerweile macht kaum noch jemand diese PCR-Tests, offensichtlich. Vielleicht liegt es daran, dass ich schon vor einer halben Stunde einen Anruf bekommen habe mit dem negativen Testergebnis. Aufatmen. 

Man wird... korrigiere, ich werde doch etwas paranoid, weil das Treppensteigen immer noch erstaunlich anstrengend ist, damit hatte ich sonst keine Probleme, insofern hätte ich mir gut vorstellen können, dass ich noch immer krank bin.

Was für eine letzte Schulwoche. Es ist chaotisch und es wird vermutlich nicht besser werden.

Sonntag, 2. Oktober 2022

Sonntag

Schall und Rauch, smoke and mirrors

Ich könnte über Verschiedenes schreiben. Darüber, dass Bolsonaro hoffentlich verliert. Dass ich gestern Gaspar Noés neuen Film gesehen habe, ein schonungsloses Stück über Demenz, mit Dario Argento in einer Hauptrolle (Filmliebhaber können sich darunter was vorstellen). Dass es kalt und dunkel wird, und warte mal, genau da könnte ich einklinken. Wenn es draußen grau und regnerisch ist...

...das hat mich in den Kronshagener Bergen immer etwas runtergezogen. Diese einzigartige Aussicht aus dem fünfzehnten Stock konnte bei grauem Regenwetter ganz schön deprimierend sein. Soll heißen, kein Serotonin, lahm, müde, schlecht drauf. Seitdem ich in Hassee wohne, mache ich das anders: Wenn draußen schönes Wetter ist, lasse ich die Rollos hoch und die Sonne hereinscheinen, aber im Winterhalbjahr sind die Rollos die meiste Zeit unten, nicht nur, um das Grau auszublenden, sondern um hier drinnen etwas Atmosphäre aufzubauen.

Lichtkonzepte und Sandelholzduft bewirken schon eine ganze Menge. Heute habe ich wieder das VR-Headset aufgesetzt, Kopfhörer eingeklinkt, in jeder Hand einen dieser Playstation Move-Controller und bin in das Anwesen des Malers in Layers of Fear gegangen. 

Gestern hatte ich noch geschrieben, wie genial es sei, den Handgelenktimer mit seinem Vibrationsalarm zu haben, denn: In der VR sind die Sinne von der Realität abgeschottet. Ich höre nichts von draußen, ich sehe nichts von draußen. Ich bin in diesem Anwesen, auf das gerade ein Gewitter niedergeht, und lese Briefe, Zeitungsartikel, höre Musik und befinde mich im Kopf des Malers, der mit der Zeit den Verstand verliert. Das wird unglaublich effektiv umgesetzt und ist nichts für zarte Gemüter, das kann motion sickness auslösen (bei mir nicht) und die vielen flackernden Lichter und visuellen Effekte können bei Epileptikern einen Anfall triggern. Ich komme da unbeschadet durch, während mir Klaviermusik durch die Ohren schwirrt, Malfarben vor meinen Augen verlaufen, ich blicke mich um und verliere die Orientierung, die Controller in meiner Hand vibrieren und es fühlt sich tatsächlich phasenweise an, als ob sich das Gefüge der Realität zersetzt.

Falls das schlimm klingt: Keine Sorgen machen. Es ist ein atemberaubendes Erlebnis, und mir geht es gut.

Aber unter all' diesen Effekten habe ich nicht einmal mehr das Vibrieren am Handgelenk wahrgenommen; ich beende das Kapitel im Spiel, steige nach und nach aus dem Equipment heraus und in die Realität hinein und werfe einen Blick auf die Uhr - ! What the...?! Plötzlich ist es Abend.

summa summarum: Ich bin ein begeisterter VR-Spieler. Da drinnen gibt es keine unberechenbaren Menschen, die mich stören, sondern einfach nur schöne Landschaften, Klangschaften, Maschinen, Rätsel und Ausblicke. Eine tolle Beschäftigung für einen freien Tag, wenn man wieder auf den Beinen ist.

post scriptum: Schniefen nervt. Aber in VR ist es nicht so einfach, mal eben schnell die Nase zu putzen...

Samstag, 1. Oktober 2022

Und mehr Farbe an den Arbeitsplatz!

Ein Hauch Tron zuhause...

Wo fange ich an? Vielleicht mit dem Umstand, dass ich jetzt zwei negative Coronatests hintereinander hatte. Das tut gut - allerdings irritiert mich, dass bei diesen Tests die Linien nur so schwach zu erkennen sind. Ich muss mir nochmal andere besorgen; die große Buba hatte sich so ein all you can test-Familienpaket geholt, das sollte ich auch machen. Also, es ist besser. 

Ich wollte schon fast den Unterricht für Montag vorbereiten, aber Montag ist ja nicht. Weiß ich jetzt auch, richtig, Tag der deutschen Einheit. Also habe ich heute noch etwas zu essen geholt, Maggi fix, reicht für zwei Tage, und Montag gibt es Döner oder so.

Die Stimmung ist inzwischen auch deutlich besser geworden, und so habe ich mich heute endlich mal wieder an ein neues Grafikadventure gemacht (Red Matter). Science Fiction. Kleines bisschen unheimlich. Und in Virtual Reality, also insgesamt ein Paradies für diesen Aspi, der in die Welt eintaucht und die Zeit vergisst. HA! Eben nicht! Ziemlich cool, hier macht sich der Handgelenktimer bezahlt, denn der hat einen Vibrationsalarm, und so kann ich ihn mir auf eine Stunde einstellen, in die virtuelle Realität gehen und muss nicht Angst haben, wie spät es draußen wohl gerade ist. Das ist eine sehr coole Sache, ich fange an, dieses kleine Gerät liebzugewinnen.

Genauso wie ich zwei neue Geräte an meinem Schreibtisch hoffentlich werde liebgewinnen können - ich habe mich jetzt endlich mal zu einer Gaming-Maus und -Tastatur (die große Buba korrigiert Tatatus) durchgerungen, einfach wegen der leuchtenden Farben. Darauf springe ich nun mal an, mich beruhigt das und ich fühle mich dabei richtig wohl. Mir ist das neulich aufgefallen, als ich mir mal wieder Tron:Legacy (2010) angeschaut habe, ein SciFi-Adventure mit düsterer Ästhetik und leuchtenden Linien. Sowas mag ich - deswegen spiele ich damit ja auch in meiner Wohnung ein bisschen herum.

Ich glaube, ich sollte den Tag mit Blade Runner 2049 (2017) abrunden, das würde stilistisch passen.

Mittwoch, 28. September 2022

Mehr Farbe in's Archiv!


Wenn es um Lernen und Lehren geht, bin ich eher der visuelle Typ. Ich kann mir Sachen gut einprägen, wenn ich sie mit Bildern verknüpfen kann. Analog versuche ich, meinen Schülern grammatikalische Konzepte mit Bildern zu erklären - zum Beispiel die Farbmethode in Latein zum Erkennen der Satzglieder oder der Zeitstrahl in Englisch, um zwischen past/present/future sowie simple/progressive/perfect unterscheiden zu können. Bisher habe ich damit auch gute Erfahrungen gemacht.

In diesem irren Kopf besteht tatsächlich der Glaube, dass ich unser Schularchiv mit einem Farbleitsystem schneller überschaubar machen kann - so dass man anhand eines Lageplans am Eingang direkt sehen kann, in welchen Regalen was zu finden ist, und die Regalreihen selbst sind ebenfalls farbig markiert. Sachen, die länger aufbewahrt werden sollen, kommen nach hinten, Akten mit einem schnelleren Turnus nach vorn, um Laufwege zu sparen. Am Eingang soll eine Fläche zur allgemeinen Ablage entstehen, wo man alles abladen kann, und ich sortiere das dann entsprechend ein.

Sachen sortieren. Ein System hineinbringen. Ein Genuss für einen Aspi.

post scriptum: Symptome gehen bisher immer noch nicht über eine normale Erkältung hinaus - nur den Müll runterzutragen, das hat geschlaucht. Ich klopfe auf Holz!

Dienstag, 27. September 2022

Trends? Nein, danke. Oder...


Donald Trumps Sohn Donald junior hatte damals getwittert "Apparently I got the 'rona", ein ziemlich armseliger Nickname für eine Krankheit, die Hunderttausende Tote gefordert hat. Trump lässt das klingen, als sei es ein Modeaccessoire, hey, habt Ihr auch alle das neue 'rona? Als wäre es ein Trend, wobei, genau genommen ist Corona ja ein Trend, es erwischt irgendwie alle. Selbst in meinem engen Umfeld, Familie, Freunde, Kollegen, hat es sich ausgebreitet. Und wie es bei Trends so ist, habe ich mich davon erstmal ferngehalten (als könnte man das bewusst steuern). Wenn alle das machen, sage ich erstmal "Nein, danke."

Bis gestern. Finally bin ich auch positiv getestet, mehrfach, und bis zum Wochenende in meine Wohnung eingeschlossen. Ab Samstag kann ich mich freitesten. Die Symptome beschränken sich im Moment auf einen rauen Hals, eine dichte Nase und Kopfschmerzen - also nichts Ungewöhnliches. Solange es nicht viel schlimmer wird, ist das die ideale Gelegenheit, meine Wohnung endlich mal wieder bewohnbar zu machen. Darauf meditiere ich gleich erstmal mit Onwards System. Das ist das neue Album des Downtempo-Künstlers Cell - der hat mich früher auf Compilations schon begeistert, und sein neues Album ist so schön, dass ich darüber wohl auch noch einen Artikel schreiben werde.