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Donnerstag, 2. März 2023

"..tagtag."


Beginnen wir mit einem Kurzen, Asperger pur natürlich. Heute war Schulentwicklungstag, kurz SET. Zu meiner Schulzeit waren das noch SchiLF-Tage, schulinterne Lehrerfortbildung, und für die SchülerInnen waren sie vor allem Eines: Ein schulfreier Tag! 

Dieser Tag, an dem dann also die LehrerInnen in der Schule an der Schule arbeiten - und ich bin jedesmal zusammengezuckt, wenn jemand den Begriff "SET-Tag" benutzt hat, ganz besonders im Schriftlichen. Das Aspi kommt nicht vorbei an der Tatsache, dass das T in SET bereits für -tag steht. Als Akronym geschrieben:

Schul-

Entwicklungs-

Tag

Wenn dann jemand also den "SET-Tag" beschwört, meint er oder sie offensichtlich den allseits bekannten Schulentwicklungstagtag. An solch' kleinen, pedantischen Spitzfindigkeiten können Aspis sich wunderbar aufhängen, einer meiner Brüder könnte Bände davon singen, wenn er sich mal erinnerte, wie oft er als Klugscheißer bezeichnet wurde.

Aber abseits davon war das ein ganz toller SET: Ich habe das Archiv vorangebracht, den neuen Plan umgesetzt und Akten umgewuchtet, geräumt, ausgeschildert, dabei tolle Lernmaterialien für ein Fach gefunden, die mal bestellt, aber nie abgeholt wurden. Und ich konnte zum Glück ohne diese nervigen Pausen arbeiten, ganz konzentriert.

Es ist noch ein weiter Weg bis zum in Ansätzen perfekten Archiv, aber die Arbeit heute hat sich richtig gelohnt.

Voller Erfolg an diesem Tagtag!

post scriptum: Ich hoffe ernsthaft, dass "Everything Everywhere All At Once" (2022) alle der elf Academy Awards abräumt, für die der Film nominiert wurde. Ich schaue ihn gerade zum vierten Mal, und ja, er ist überfordernd, chaotisch, nomen est omen, aber brillant durchdacht und ein toller Film darüber, was es heißt, eine Mutter zu sein. Kommt nicht so oft vor, dass ein Science Fiction-Film Frontrunner der Oscars ist...

Mittwoch, 28. September 2022

Mehr Farbe in's Archiv!


Wenn es um Lernen und Lehren geht, bin ich eher der visuelle Typ. Ich kann mir Sachen gut einprägen, wenn ich sie mit Bildern verknüpfen kann. Analog versuche ich, meinen Schülern grammatikalische Konzepte mit Bildern zu erklären - zum Beispiel die Farbmethode in Latein zum Erkennen der Satzglieder oder der Zeitstrahl in Englisch, um zwischen past/present/future sowie simple/progressive/perfect unterscheiden zu können. Bisher habe ich damit auch gute Erfahrungen gemacht.

In diesem irren Kopf besteht tatsächlich der Glaube, dass ich unser Schularchiv mit einem Farbleitsystem schneller überschaubar machen kann - so dass man anhand eines Lageplans am Eingang direkt sehen kann, in welchen Regalen was zu finden ist, und die Regalreihen selbst sind ebenfalls farbig markiert. Sachen, die länger aufbewahrt werden sollen, kommen nach hinten, Akten mit einem schnelleren Turnus nach vorn, um Laufwege zu sparen. Am Eingang soll eine Fläche zur allgemeinen Ablage entstehen, wo man alles abladen kann, und ich sortiere das dann entsprechend ein.

Sachen sortieren. Ein System hineinbringen. Ein Genuss für einen Aspi.

post scriptum: Symptome gehen bisher immer noch nicht über eine normale Erkältung hinaus - nur den Müll runterzutragen, das hat geschlaucht. Ich klopfe auf Holz!

Dienstag, 2. November 2021

Wir hatten etwas vor


...aber erstens kommt es anders, und zweitens, als man denkt. Zum Glück, möchte man in diesem Fall sagen. Ich habe mir gestern noch einmal Get Real (1998) angeschaut - immer dran denken, mit Deinen Schülern keine Sachen anzuschauen, die Du noch nicht oder lange nicht gesehen hast, die Erinnerung kann trügen! Der Film ist gut, das bleibt auch so, aber er ist für die heutige Jugend zu langsam. Die Kiddies sind heute an instant gratification gewöhnt, die (meisten von ihnen) halten so einen slow burn nicht durch. Also habe ich meinen Plan für heute geknickt.

Hat ja sicherlich auch etwas Gutes: Ich trainiere, spontan einen Plan zu ändern. nota bene: Es gibt Dinge, die man als Behinderter nicht trainieren kann, dazu gibt es demnächst auch eine kleine Allegorie hier. Ich habe heute also eine Alternative gemacht, die eigentlich idiotensicher ist - wir haben uns den MSA Zweitausendachtzehn vorgeknöpft, die rezeptiven Aufgaben, um den jungen Erwachsenen einen Eindruck davon zu geben, wie fit sie tatsächlich für die Abschlussprüfungen sind. So ein eye opener möglichst früh im Schuljahr kann sehr hilfreich sein: Plötzlich kommt die Panik in den Augen, plötzlich werden andere Sachen unwichtiger - Fitnessstudio, Parties, Videospiele, Rumhängen. Lernen ist angesagt, sonst endet man wie der Wiederholer.

Und ganz ohne Film ging es dann doch nicht, wir haben The 13th Floor (1999) gestartet, der bietet auch Diskussionspotential (es geht um das Leben als Simulation, ein Remake von Welt am Draht (1973), einer Romanverfilmung), und den kann ich in der nächsten Woche dann mit meinem Kurs abschließen und Schreibaufgaben dazu geben. Genau dieses Programm (mit einer black story anstelle des Films) gibt es morgen auch, Donnerstag nochmal, die Parallelklassen sind dran. Und endlich beginnt das Projekt der Neuorganisation des Toni-Jensen-Schularchivs!

Aber das ist eine andere Geschichte...