Freitag, 28. September 2018

The Evil Mett

Weeeeeeerrrrrrr möchte Hackbraten? Happa happa!

An siebenundneunzig Prozent der Kollegen in Schleswig-Holstein: Herzlich willkommen in den Herbstferien! Zeit zum Abschalten, und das mache ich heute mit etwas, was ich schon vor... grübel... so etwa zwölf Jahren hätte machen sollen, aber nein, ich stand mir mal wieder selbst im Weg.

Ich widme den heutigen Artikel meinem Namensvetter, außerdem seiner Freundin, seinem Bruder und Schwommi. Und warum? We will see - es hat jedenfalls etwas mit Hackbraten zu tun. Oder auch nicht, ich fand nur die Assonanz ganz schön.

Ich liebe Horrorfilme, aber ich bin kein Gorehound. Das sind jene Zuschauer, die gern möglichst viele Morde auf dem Bildschirm sehen wollen, blutig sollen sie sein und bitte auch kreativ. Da reicht es nicht, dass der Mörder sein Opfer ersticht, nein, in Großaufnahme wird ihm dabei noch das ganze Gesicht abgeschnitten. So ticke ich nicht. Eher sogar im Gegenteil: Wenn die Gewalt auf dem Bildschirm zu abstoßend wird, mag ich gar nicht mehr hinschauen. Wie sich das mit meinem Faible für z.B. Dario Argento vereinbaren lässt? Es geht hier um Kunst, man kann das Ermorden auf dem Bildschirm richtig in Szene setzen, wie eine Symphonie der Gewalt, sozusagen. Und gerade diese Kunst mag ich daran. Ich mag es, wenn meine Sinne verwöhnt werden. Viele Filme tun das, wie zum Beispiel Suspiria (1977), gleichzeitig enthalten sie aber auch ein paar sehr grafische Szenen, manchmal fast splatterig. Ich stecke da sozusagen in einem Zwiespalt: Auf der einen Seite möchte ich die Kunstfertigkeit des Regisseurs genießen, auf der anderen Seite habe ich Angst, dass ich von manchen Großaufnahmen Alpträume bekomme. Ich hatte früher Alpträume (wenngleich ohne Horror-Input).

Und genau das ist der Grund, warum ich den Film The Evil Dead (1981) nie geschaut habe. Dabei war mir der Name im Kopf haften geblieben, weil mein Namensvetter damals in der Oberstufe davon erzählt hatte und hellauf begeistert war. Und ich? "Neee, lass mal, das könnte mir zu eklig sein, lieber nicht." Und so habe ich den Film immer wieder vor mir hergeschoben. Half nichts, dass er von Kritikern als einer der besten Horrorfilme evar bezeichnet wurde. Half auch nichts, zu sehen, dass der Film und sein Nachfolger bei rottentomatoes.com Spitzenplätze im Horror-Ranking halten. Es half mir noch nicht einmal die Rezension des zweiten Teils von Roger Ebert - der den Film richtig gut fand! Da muss doch irgendwas dran sein, oder?

Ich weiß nicht, warum jetzt erst der Knoten in meinem Kopf geplatzt ist. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass mein Gehirn sich aufgrund der neuen Arbeitsstelle endlich wieder für Neues öffnen kann. Und so habe ich den Film heute geschaut und nicht eine einzige Sekunde der fünfundachtzig Minuten bereut. Denn der Film trifft bei mir einen Nerv. Genau mein Humor, ich habe zeitweise Lachanfälle bekommen und musste mehrmals pausieren aufgrund der ganzen Gedankenzüge, die der Streifen in meinem Kopf in Bewegung gesetzt hat:

"Ah, da ist ein Liebhaber von Kameraarbeit am Werk..."
"Hehe, Ash ist ein richtiger hunk!"
"Oh mein Gott, den MUSS ich mit der großen Buba schauen, wir werden das ganze Treppenhaus ausspülen vor Lachen!"
"Wow, darüber muss ich heute unbedingt im Blog berichten."
"...und die Fortsetzung soll ja sogar noch besser sein..."

Ich habe bei unzähligen Szenen gedacht "Hey, das hast du schonmal gesehen!" - kein Wunder, der Film war so einflussreich, dass ganze Szenen in andere Filme übernommen wurden, unzählige Videospiele habe die Ästhetik des Films einfließen lassen. Wie ich lese, gibt es seit über zehn Jahren Evil Dead: The Musical, und das soll sogar gut sein! 

Ich habe heute für die erste Meditation statt der üblichen fünfzig Minuten über anderthalb Stunden gebraucht, um mein Gedankenchaos im Kopf aufzuräumen. Sehr, sehr positiv, und das verlockt mich, morgen einen Meditationstag mit Evil Dead 2 (1987) zu machen. An den Meditationstagen bin ich aufgeschlossen für Neues, das könnte großartig werden.

Wahrscheinlich hätte ich mich ohne die Denkimpulse der oben genannten Jungs nie auseinandergesetzt mit den Raimis, oder mit Peter Jacksons Frühwerk (der hat nämlich deutlich mehr gemacht als nur Lord of the Rings). Es muss irgendwo in der Schulzeit gewesen sein, dass mir die Filmtitel Braindead und Tanz der Teufel im Gedächtnis haften geblieben sind - thanks to you, guys, und ich bin wirklich froh über diese Anregungen!

Geiler Scheiß.

Denn es muss einen Grund haben, dass ich sie bis heute, fast zwanzig Jahre später, nicht vergessen habe. Ich habe im Studium angefangen, mich richtig für Horrorfilme zu interessieren. Dass ich damals meine Projektarbeit in der Oberstufe über John Carpenters Halloween (1978) erstellt habe, scheint meine Neugier angefacht zu haben.

Und damit, satt von dem ersten Teil, aber voller Vorfreude auf die Fortsetzung, stürze ich mich mit meinem dreifaltigen Schlachtruf in die Küche:

HACK! BRA!! TÖNN!!!

post scriptum: Darf gern geteilt werden, ich stehe dazu und das war für mich heute mehr als nur "irgendein Filmtag". 

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