Dienstag, 15. März 2022

Spaziergang


Einfach mal auf ein Gespräch treffen. Bisschen plaudern. Ganz unkompliziert.

Früher war das gar nicht so ein großes Problem für mich, aber seit der Stresssituation geht das überhaupt nicht mehr. Wenn mich jemand fragt, ob wir uns nicht mal auf ein bisschen Schnacken treffen, würde ich am liebsten einfach nur nein sagen. Smalltalk ist für einen Aspi extrem unangenehm: Er weiß nicht, wie er das Gespräch beginnen soll, wie er es am Laufen halten soll, wann und wie er es beenden soll, und es besteht die Gefahr, dass er das Gespräch immer wieder auf seine Spezialthemen lenkt.

Wenn Linnea von damals-unten gefragt hat, ob sie kurz mal raufkommen kann, war das in Ordnung - nachdem ich ihr meine Probleme damit erklärt habe und dass ich irgendwann dann einfach etwas sage wie "Ich würde jetzt gern wieder allein sein", ohne dass sie es persönlich nimmt.

Es ist viel einfacher, wenn das Gespräch zweckgebunden ist, beziehungsweise sein Rahmen. So hat ein HB-Bekannter gefragt, ob wir uns treffen wollen. Es hat erstmal ein paar Momente gedauert, bis ich mich zu einem "ja" durchgerungen habe (weil es ein paar konkrete Themen gab), und dann hat er vorgeschlagen, dass wir einfach einen Spaziergang machen, da kann man auch einfach mal zwischendurch ruhig sein und die Umgebung anschauen, und die ganze Veranstaltung hat ein klares Ende.

Das war richtig gut!

Ich denke mir immer, dass ich es in solchen Gesprächen nicht länger als dreißig Minuten aushalte, aber wir sind über eine Stunde durch das Drachensee-Gebiet gewandert und haben uns über viel Interessantes unterhalten, zum Beispiel das Konzept der safe spaces an einer Schule für LGBTQ - vor allem aber auch für HBs und Schüler mit Autismus-Spektrums-Störungen.

Ich habe die Zeit vollkommen aus dem Blick verloren, und das ist für mich immer ein gutes Zeichen; das war ein wunderbarer Spaziergang.

Vielen Dank, Sven!

Sonntag, 13. März 2022

"Spiegelung Maske" auf Steroiden

Das war ja noch einigermaßen verständlich...

Nach dem etwas sentimentaleren Brief an... vom Freitag kommt heute mal wieder etwas Leichtherziges, das vermutlich nur die große Buba witzig finden wird. Vielleicht noch Herr Leinhos, denn der hat mir damals von einem Manga-Charakter erzählt, ein Mann mit dem Namen Frau. Ja, es geht um japanische Namen.

Spiegelung Maske. Ich habe es.

Dieser Satz aus dem Videospiel Project Zero hat der fetten Schnecke und dem alten Frettchen damals geholfen, etwas comic relief in ein Horrorspiel hineinzubringen (interessant: Wenn ich diese Sachen allein spiele, fällt mir sowas überhaupt nicht auf, dann gehe ich bierernst an die Sache heran. Meistens. Gestern nicht.)

Die japanischen Kanji (Schriftzeichen) eines Namens haben alle ihre eigene Bedeutung, deren Gesamtbedeutung man sich dann zusammendenken muss. Bei "Spiegelung Maske" dürfte das nicht so schwer sein, und die Übersetzer hätten da ruhig etwas kreativer sein können. Anderes Beispiel: Die japanische Achterbahn Takabisha, deren einzelne Kanji in etwa "hoch fliegen Wagen" bedeuten.

Meistens kann man sich da etwas zurechtbasteln. In der Atelier-Videospielreihe sind diese lustigen Namenskreationen an der Tagesordnung, und ich kann mir etwas denken bei der Alchemiezutat (in der englischen Sprachversion) "Kranke Cocktail" oder "Straight Baum", vor allem, wenn noch ein kleines Bild dazu gezeigt wird. Hin und wieder - relativ selten - kommen dann aber Gegenstände, die sich absolut nicht erschließen lassen, und ich bitte jetzt Herrn Leinhos und die große Buba um Erklärung für

Abgrund Schüler

und gemeint ist damit ein Alchemiegegenstand, der aussieht wie ein Auge. Ich bin für sieben Minuten aus dem Lachen nicht mehr herausgekommen, bevor ich gemerkt habe, dass ich Abgrund Schüler dringend für eine neue Formel brauche.

...und dann denkt man immer, schräger geht es kaum, aber nach drei Stunden Daddelei habe ich einen Gegenstand bekommen, der aussieht wie ein Blumenstrauß, und der heißt

Zersetzend Wolf

und ich kann nicht anders, als den Spültod zu sterben. Los Leute, setzt Eure Linguistik-Power ein und erklärt mir das!

Freitag, 11. März 2022

Brief an...

Dr Hilarius und Mr Beka

vorweg: Name geändert.

Hey Mr Beka,

erinnerst Du dich noch an mich? Es ist jetzt genau zehn Jahre her, dass ich Dich besucht habe. Ich fand Dich immer irgendwie cool, und wollte wissen, wer sich hinter dem Avatar bei Eve&Rave verbirgt. Wer der Typ hinter dem Pop Art-"Dude, WTF?"-Lächeln ist. Und wir haben uns hin und her geschrieben, hier und da mal über Skype telefoniert, und Du wusstest, dass ich ein bisschen in Dich verknallt war. Alles kein Problem! Und Du hast meine Erfahrungen mit der Substanz K akzeptiert. Deine Offenheit hat mich beeindruckt. Mittlerweile weiß ich, warum ich eigentlich nie zu unbekannten Menschen gefahren bin, gerade wenn sie auch noch einige hundert Kilometer entfernt wohnen; trotzdem bin ich in den Zug zu Dir gestiegen.

Die Zeit, die wir bei Dir verbracht haben, war ein Auf und Ab - ich werde nicht vergessen, wie schön es war, zusammen auf Deinem Bett rumzuhängen, bisschen zu kuscheln, das Suchtpräventionsvideo für die Schüler aufzunehmen, mit Deiner Ma zu reden, aber ich werde auch nicht vergessen, wie ich Dich zur Substi begleitet habe, die Platte, die Straßenbahn, wie ich heulend bei Dir zusammengebrochen bin, weil die Erkenntnis zu viel für mich war, dass Dein Leben tatsächlich seit dem einen Schuss Heroin dermaßen den Bach runter gegangen ist. Das hat mir die Augen geöffnet, aber es war ein herber Absturz an dem Tag. Manisch-depressiv, wir beide haben das an dem Tag verkörpert. Das ist übrigens der Grund, warum mir Bromazepam im Kopf hängen geblieben ist: Es hat mir damals bei der Panikattacke extrem geholfen, und deswegen sollte ich mir irgendwann vom Arzt endlich was verschreiben lassen, denn solche Panikattacken gibt es immer wieder mal.

Und dann, nach diesem Besuch, ist der Kontakt in die Brüche gegangen. Ich sollte ehrlich sein: Ich habe den Kontakt abgebrochen, und das ist nicht schön gelaufen, und Du hast auch Dir deswegen Vorwürfe gemacht. Ich hatte damals einfach nur so etwas gesagt wie "Ich kann damit nicht umgehen, dass dein Leben eine Achterbahn ist, ein Tag toll, ein Tag am Abgrund". Erst viele Jahre später habe ich herausgefunden, wo genau das Problem für mich lag - und liegt. Ich möchte es Dir hier erklären, damit Du nicht denkst, es sei Deine Schuld, dass wir keinen Kontakt mehr haben. Das ist es nicht. Du kannst absolut nichts dafür.

Ich wusste damals nicht, was es genau bedeutet, wenn man eine bipolare Persönlichkeitsstörung hat. Ich habe es erlebt, in den Chats mit Dir, bei'm Skypen und auch als ich Dich besucht habe, aber ich wusste nicht, dass das eine psychische Erkrankung ist. Ich konnte damit nicht umgehen, weil ich weder wusste, was die Ursache für Deine Stimmungsumschwünge war, noch wusste ich, wie ich damit umgehen und in den jeweiligen Situationen reagieren soll. 

Du bist unberechenbar (bin ich offensichtlich auch, wie man mir mittlerweile gesagt hat) - und ich bin Asperger-Autist. Ich kann mit Unberechenbarem nicht umgehen, sei es das Wetter, der Stundenplan, das Telefon oder eben menschliches Verhalten, also versuche ich das alles zu vermeiden, so weit es geht. Den Kontakt mit Dir abzubrechen war eine Schutzfunktion, denn ich wollte uns beide nicht noch weiter verletzen. Ich hatte damals keinen Weg gesehen, wie es gut mit uns beiden hätte weitergehen können.

Das war total scheiße, denn Du warst so nett, und ich hatte noch nie von mir aus bewusst den Kontakt zu jemandem abgebrochen. Das war eine absolut miese Phase, aber vielleicht besser für uns beide. Einfach, weil unsere Gehirn-Konfigurationen nicht gut gepasst haben. Du kannst nichts dafür.

Ich erinnere mich noch sehr gut an Deine panische Nachricht eines Morgens, als Du einen lokalen Bäcker und die Apotheke überfallen hast, um an Geld und Benzos zu kommen. Ich erinnere mich genau an den Artikel darüber in Eurer Lokalzeitung, den Du mir am nächsten Tag gezeigt hast. Ich hoffe, dass Du einen Weg für Dich im Leben gefunden hast. Du warst, vielleicht ohne dass Du es wusstest, einer der wichtigen Menschen in meinem Leben. 

Danke, dass Du für mich da warst.

Dr Hilarius

Donnerstag, 10. März 2022

Bus Richtung Frieden


Mittlerweile positioniert sich jeder zum Krieg in der Ukraine, und ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Vielleicht, dass es ein Zufall war, dass ich gerade heute zwei Busse der KVG gesehen habe, die statt der üblichen "Dienstfahrt"-Anzeige ein "Stoppt den Krieg!" vorn und an der Seite in Leuchtschrift hatten. Zufall, weil die AYAOTD-Geschichte heute in der Schule sich ausgerechnet Neunzehnachtundsechzig zugetragen hat - Flower Power und Peace-Generation. War ein großartiger Gesprächsanlass.

Vielleicht darüber, dass die ersten Flüchtlinge bei uns eintreffen - "uns" heißt Kollegen, die sich einsetzen, oder eben jene KVG. Und darüber, dass ich den Horror kaum mitansehen kann - wenn Putin Fluchtkorridore einrichtet und diese dann bombardieren lässt. Wenn er Krankenhäuser zerstören lässt. 

Dieser komische kleine Mann an seinem überlangen Tisch, an dem selbst "Vertraute" fünfzig Meter entfernt sitzen (die Buba spült und sagt "pfömpfzig"). Ich muss an Stauffenberg denken - und dabei habe ich keine Ahnung von Geschichte. Scheint, als ob die wesentlichen Punkte irgendwie hängenbleiben. 

Und ich finde den Vergleich erwähnenswert: Die USA und die Ukraine haben beziehungsweise hatten einen TV-Entertainer zum Präsidenten (wer es noch nicht gehört hat - Selensky war Comedian, und Trump Vollidiot). Der eine allerdings ist feige, behäbig, eine Schande für sein Volk - und der andere mutig, leichtsinnig, unterstützt sein Volk. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Trump sich in Selenskys Situation mit einer Tüte Hamburger und einem Fernseher in Sicherheit hätte fliegen lassen.

Keine Ahnung. Jeder Tag Krieg ist einer zu viel. Aber das ist leider typisch menschlich: Angst, Aggression, Misstrauen, Waffen, Neid - das steckt in jedem von uns. Immerhin hat das Lojong-Training das Ziel, dem nicht nachzugeben. Deswegen interessiere ich mich dafür.

Mittwoch, 9. März 2022

Auf die Knie!


Im Referendariat gab es viel zu lernen zum Thema "Wo sollte sich die Lehrkraft während des Unterrichts im Raum aufhalten?" - glaube ich zumindest. Ich kann mich an kaum noch etwas aus dem Ref erinnern, ich habe da nicht wirklich viel gelernt (infolgedessen mir die Schulleitung dann Arroganz und Überheblichkeit unterstellt hat). Was ich noch weiß: Wenn man während einer Erarbeitungsphase durch die Klasse geht und auf die Aufgaben der Schüler schauen möchte, dann sollte man immer von vorne kommen, nicht hinten im Rücken der Schüler herumschleichen. Finde ich nachvollziehbar - deswegen habe ich es vielleicht auch im Kopf behalten.

Es gibt da auch noch eine andere Sache, die ich eher zufällig gelernt habe. In der aktuellen Schüler-Feedbackrunde hat eine Schülerin das allerdings expliziert als positiven Faktor genannt: Wenn sich ein Schüler bei der Erarbeitung meldet und ich - von vorne - an seinen Platz gehe, gehe ich instinktiv direkt in die Hocke. Das war für mich immer logisch: Ich bin zwei Meter groß, ich möchte nicht auf einen Schüler herabsprechen, der Hilfe braucht. Ich möchte mit ihm auf Augenhöhe reden. Das klingt nach einer Kleinigkeit, aber es scheint den Schülern zu helfen, dass sie sich mit ihren Problemen bei den Aufgaben ernstgenommen fühlen. Extrem zuträglich für das Lehrer-Schüler-Verhältnis (und diesmal erwähne ich Hattie nicht).

Mir ist die Bedeutung dessen in meiner ersten Latein-Lehrprobe bewusst geworden. Ach sorry, ich meine natürlich Unterrichtsbesuch. Von Herrn Kruse, Studienleiter in Latein, mittlerweile Schulleiter in Niebüll. Herr Kruse fand diese Lehrprobe nämlich total toll - was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Ich hatte bei der Besprechung fast angefangen zu heulen; ich hatte die Stunde so schön durchgeplant, sah auf dem Raster richtig rund aus, aber klassischer Anfängerfehler: Viel zu viel geplant. Am Ende der Stunde hatte ich gerade ein Viertel dessen geschafft, was geplant war. Die Stunde war ein Reinfall, aus meiner Perspektive.

Herr Kruse hat mir dann aber erklärt, warum ich kaum etwas geschafft habe: Weil ich bei jeder hilfesuchenden Meldung an den Platz des Schülers gehe, und dort auf die Knie runter. Das kostet etwas Zeit. Herr Kruse hat mir klargemacht, worauf es im Unterricht ankommt, und das ist nicht in erster Linie die Beendigung des Stundenrasters.

Das ist mir lebhaft in Erinnerung geblieben, und deswegen falle ich auch heute noch vor meinen Schülern auf die Knie. 

Freitag, 4. März 2022

Der positive Spin


Heute war ein großer Prüfungstag und ich habe etwas Wichtiges über mich gelernt - was ich eigentlich aus den Fachbüchern schon wusste, aber heute habe ich es live erlebt und kann Euch nun ein daraus destilliertes Glas Asperger pur anbieten:

Projektpräsentationen. Die Projektmappe wurde schon vor zwei Wochen eingereicht, und heute war dann quasi der Höhepunkt, die Schüler präsentieren ihr Thema. Geile Sache, wir hatten das damals erst im zwölften Jahrgang. Da kann man sich, wenn man speziell ist, mal richtig austoben - aber darum geht es jetzt nicht. Ich habe beide Vorträge heute genossen - und ich bin heilfroh, dass meine Zweitprüferin dabei war.

Asperger-Autisten sind wandelnde Geigerzähler für Unstimmigkeiten. Sie sehen (beziehungsweise spüren, ist tatsächlich so), wenn etwas fehlerhaft ist. Dieser andauernde Zustand führt dazu, dass ich nur darauf schaue, was alles falsch ist an dem Projekt. Hinweis Richtung Sannitanic: Ich meine damit nicht, dass ich das gern anders gehabt hätte, sondern objektive Fehler. Das ist, als ob da bei mir im Kopf sofort eine Lampe angeht, und es fühlt sich oft sogar gut an. Im Sinne von "Ha, ich hab' was gefunden!" - don't judge me, ich kann es nicht abstellen.

Und es kommt noch besser: Die Notenbekanntgabe wirkt bei mir fast wie eine Urteilsverkündung: Der Aspi bringt keine "Das habt ihr aber fein gemacht"-Phrasen. Er sagt "Das war gut", "Das war ausdifferenziert", und vor allem sagt er "Das ging nicht weit genug in die Tiefe", "Da war zu wenig Eigenleistung drin", "Da hätte etwas Kreatives und Originelles hingehört". Ich finde erst im Nachklapp - wenn überhaupt - einen positiven Spin des Ergebnisses. Ich klatsche den Prüflingen meine Kritik hin und bin zufrieden, dass ich am Ende die Note nachvollziehbar und logisch erläutert habe. Perfekt, Prüfung ist rund gelaufen, weiter im Programm.

"Ihr beide lasst gerade die Köpfe hängen, oder?"

Ich schaue zu meiner Zweitprüferin. Der Satz kommt von ihr. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich mal wieder zu sachlich-direkt war. Sie ist diejenige, die plötzlich das "menschliche" Element reinbringt, das Verständnis. Sie versucht, den Absturz in den Köpfen aufzuhalten, sie seht den impact bei den Schülern. Sie sieht, dass sie unglücklich sind. 

Ich sehe das nicht.

Reading mind in the eyes, so heißt ein relativ neues Testverfahren für Menschen mit dem Asperger-Syndrom. Tendenziell können Aspis Gesichtsausdrücke schlechter deuten als neurotypische Menschen. Das sagt mir das Lehrbuch, und heute habe ich es live erlebt. Ist also heute mal ein doppelter Asperger pur: Konzentration auf die Fehler, Emotionen nicht lesen können. Und für die Schüler ein Schlag vor's Gesicht: Dr Hilarius, der sonst eigentlich immer so gechillt und nett ist, gibt uns so eine Abrechnung.

Ich möchte keine Ausbildungslehrkraft werden.

Mittwoch, 2. März 2022

Rising Action


Langsam wird es richtig spannend...

Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich in diesem Schuljahr zum ersten Mal eine Lerngruppe, die ich in Englisch zum Schulabschluss führe (die Berufsschule lasse ich aus, das hatte was von Fließbandabfertigung, da steckt kein Herz drin). Bis dato habe ich in Abschlussarbeiten nur Zweitkorrekturen gemacht, und ich erinnere mich an Sätze der Kollegen, zum Beispiel "Von A hätte ich etwas Besseres erwartet" oder "B hat sich richtig reingehängt und es tatsächlich geschafft".

Jetzt habe ich rund zwanzig Schüler, die ihren Abschluss machen, und ich sehe mich mit der Frage konfrontiert, ob ich sie gut auf die Prüfungen vorbereitet habe. Ihr kennt das vielleicht schon länger: Diese Unsicherheit; habe ich das Richtige mit ihnen geübt, werde ich es geschafft haben, sie durch die Prüfung zu bringen? 

Am Anfang dieses Jahres war ich da noch sehr unsicher, und die Klassenarbeiten und die vielen mock exams sind ja schon ein Indikator, in welche Richtung es gehen wird - aber es ist ein tolles Gefühl zu sehen, wie manche Schüler jetzt richtig zur Form auflaufen. Manche haben sich die frequent mistakes-Einheiten zu Herzen genommen, und das gebetsmühlenartige "Lest die Aufgabenstellung gründlich durch und hakt alles ab, was ihr bearbeitet habt, damit nichts fehlt!" zeigt erste Effekte. 

Heute bin ich mit dem positiven Gefühl nach Hause gegangen, dass fast alle den Abschluss irgendwie schaffen werden, und das ist herrlich, denn es zeigt mir, dass ich nicht alles falsch gemacht habe. Da darf man auch mal stolz sein.