Freitag, 11. Dezember 2020

Play it again, SAM!


Corona verschafft mir mehr Zeit zuhause, und so verschaffe ich mir mehr Zeit zum Schreiben - heute über eine aufregende Story. 

Gute Science Fiction-Geschichten bringen mich zum Staunen. Sie erfüllen mich mit Ehrfurcht, sie machen mir Angst. Mir bleibt der Mund offen stehen, ich fühle mich bereichert. Im Englischen gibt es das großartige Wort exhilarating dafür. Am Ende einer solchen Geschichte bin ich aufgeregt, würde am liebsten wissen, wie es weitergeht, habe genügend Denkimpulse, mir die weitere Handlung im Kopf auszumalen. Ich bin inspiriert.

2001: A Space Odyssee (1968) ist ein klassisches Beispiel dafür, oder auch Arrival (2016) oder der Roman The Invasion of the Body Snatchers von Jack Finney, der nicht ohne Grund bisher viermal verfilmt worden ist. Solche aufregenden, spannenden Geschichten finden wir in diversen Medien wieder: Auf der Playstation bietet The T.A.L.O.S. Principle eine tolle Story getragen von vielen herausfordernden Rätseln - und im vergangenen Jahr ist ein neues Spiel hinzugekommen, das die Grenzen zwischen Videospiel und Film mal wieder verschwimmen lässt.

Observation (2019) handelt von einer Astronautin Emma Fisher, die nach einem Blackout auf der namengebenden Weltraumstation im Orbit über der Erde erwacht - der Spieler schlüpft allerdings nicht in die Rolle eben jener Astronautin, sondern in die des Betriebssystems der Station Systems, Administrations & Maintenance, oder einfach SAM. SAM und Emma versuchen nach diesem Blackout herauszufinden, warum genau sie auf dieser Station sind, was die Mission ist, wo die anderen Besatzungsmitglieder sind.

Für einen Aspi-Nerd ist es total toll, eine künstliche Intelligenz spielen zu können, die logisch denkt und handelt - aber auch für andere Spieler dürfte dieses Spiel ein kleines Meisterwerk darstellen - sei es nun die Regie der spannenden Szenen, sei es die klassische SciFi-Musik oder das Unbekannte, was einem in Form eines Sechsecks begegnet. Das macht neugierig.

Das Spiel ist in vier bis sechs Stunden durchgespielt, und das ist auch gut so: Die Story ist straff, die Rätsel behindern die Progression nicht, man hat nie das Gefühl, festzuhängen. An mehreren Stellen wird es wirklich unheimlich, aber in einem positiven, aufregenden Sinn, man möchte wissen, wie es weitergeht - und am Ende der Geschichte möchte man applaudieren, weil die Schlussszene besser nicht hätte gemacht werden können.

Hey die große Buba, falls Du das liest: Ich habe das Spiel jetzt zum zweiten Mal gespielt. Das zeigt mir, dass es nicht langweilig wird, sondern dass es immer wieder ein Erlebnis ist. Wenn wir in den Ferien zwei Abende dafür finden könnten, verspreche ich Dir ein kleines Kunstwerk, das nachwirkt. Schon die Titelsequenz mit Musik eines Nine Inch Nails-Mitglieds zeigt, dass da etwas Aufregendes wartet.

"BRING HER!"



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