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Dienstag, 17. Februar 2026

43 Jahre Krieg... und kein Platz für Sieger

(Atomwaffentest - Szene aus Twin Peaks: The Return)

Habt Ihr das mitbekommen? Da sollen Luftballons am Himmel geflogen sein, und weil man die für eine Bedrohung gehalten hat, hat man sich direkt dran gemacht, sie abzuschießen. Vor 43 Jahren hat Nena in ihrem Song 99 Luftballons über dieses Szenario gesungen - wie es in Folge zum Kriegsausbruch kommt und am Ende fast alles zerstört ist, auf das man früher, zur Zeit der "Kriegsminister", so stolz gewesen ist.

Okay, klar, die Story kennen viele. Aber habt Ihr das mitbekommen? Dass vor Kurzem in den USA der El Paso International Airport in Texas für zehn Tage geschlossen wurde... wegen ein paar Party-Luftballons? Auf die man ernsthaft mit Anti-Drohnen-Lasern (mir egal, wie man die Dinger genau nennt) geschossen hat - warum wohl?? - und weil dann die große Unsicherheit ausgebrochen ist, hat man den gesamten airspace gesperrt?

Partyballons, und weil sie an der Grenze zu Mexiko aufgetaucht sind, hat man sie für Drohnen gehalten, und ohne ordentliche behördliche Genehmigung mit den Lasern draufgehalten. Mir ist die Realität der Bedrohung durch Drohnen bewusst, und garantiert wabern über Kiel gerade diverse nicht nur russische Überwachungswerkzeuge herum. Worum geht es mir heute also?

Nenas Story klingt für ein Kind von 1983 wie ein toller Song, aber ein etwas unglaubwürdiger Plot. 43 Jahre später rennen wir sehenden Auges in eine dritte Weltkrise, und ich kann mich nicht entscheiden, ob ich das mit Zynismus, Humor, Schrecken, Erschütterung oder welchen Emotionen auch immer nehmen soll. Ich habe die USA-Story bei Rachel Maddow gesehen, Kopf geschüttelt, gelacht, hab' gedacht, you're fucking kidding me!

Dann habe ich mir Nenas Video angeschaut, genau auf den Text gehört, und habe zwischendurch mit Tränen in den Augen dagesessen. Wenn wir nur schon nach den Kriegsministern angekommen wären... 


 

Freitag, 30. Januar 2026

...und ich darf wieder nicht arbeiten.

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Dieses Zitat aus dem gestrigen Blogbeitrag ist entstanden, als ich vor Verzweiflung mit der flachen Hand auf die Tastatur gehauen habe. Und dann der Nervenzusammenbruch.

Donnerstag, 13 Uhr, ich bin mit Mama verabredet zum Videotelefonat. Ich freue mich riesig darauf, ihr zu erzählen, dass ich ab kommenden Montag eine Vertretungsstelle habe! Ich habe mir seit Ewigkeiten extra mal wieder die Fingernägel lackiert ;-) 

Donnerstag, 12:55 Uhr: Das Telefon klingelt. Was, kann sie es nicht abwarten? :D Nein, es kommt anders. Der Schulleiter ruft mich an und sagt mir, dass er mich nicht einstellen darf. Ehrlich gesagt sind mir die Gründe mittlerweile sowas von egal geworden. Da wird jemand für 25 Stunden gesucht, an einer attraktiven Schule, und da sitzt jemand, der sich kaum etwas sehnlicher wünscht, als wieder mit Jugendlichen zu arbeiten.

Der Schulleiter versucht es mir zu erklären, und ich atme in Gedanken ein (1-4), Stillstand (2) und wieder aus (1-6), und sage Dinge wie "Aha", "Ach so", "ja, dann..." - und er erntschuldigt sich tausendmal, aber was ich in dem Moment gern gesagt hätte, hat zum einen hier im Blog nichts verloren, zum anderen ist es nicht seine Schuld. Ich möchte das Gespräch nur noch irgendwie beenden, denn ich merke, wie die Tränen strömen. Sein "Ich habe ja Ihre Kontaktdaten, wenn sich etwas auftun sollte" - wie soll ich darauf antworten? Er kann sich bestimmt denken, dass ich diesen Satz schon von diversen Schulen zu hören bekommen habe. Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, und dann kommt dieses Klopfgeräusch an's Telefon, Mama wartet auf das Videotelefonat.

Also Schulleiter irgendwie aufgelegt, traurig, verzweifelt, hoffnungslos (alles ich), aber immerhin hat er es nicht versäumt, noch zu betonen, dass ihm ja nun immer noch 17 Stunden Englisch fehlen und es ihm natürlich auch nicht besser geht. 

Und dann sieht Mama mich, rote Augen, "Ich darf die Stelle nicht antreten", "Oh Tobilein, sollen wir das Gespräch verschieben?"; lieb gemeint, aber leider lässt sich Bürokratie nicht immer verschieben. Ich versuche, so schnell wie möglich durchzukommen, und lege zum ersten Mal in meinem Leben weinend auf und lasse meine Mutter mit ihrer Angst um mich zurück. 

Dass der nächste Schritt dann zum Beruhigungsmittel geht, ist klar, und sogar Conny zeigt Verständnis dafür, und ich hoffe, mein Psychiater (wenn er das hier liest) auch. 

Muss ich noch irgendwas schreiben?

Buddhismus - das Gute darin suchen: "Nichts ist entspannender als das anzunehmen, was kommt", sagt der Dalai Llama, und Buddha ergänzt: "Lächle, und die Welt verändert sich." Immerhin habe ich jetzt wieder reichlich Platz für Arzttermine.

Vor zwanzig Jahren hätte ich geschrieben I hate this fucking life.