Mittwoch, 6. Dezember 2023

Tag 128 - Zuviel Monat am Ende des Geldes

Neue Mitbewohner

Eigentlich
habe ich keine Probleme damit, mit meinem Geld zu haushalten. Das hat im Studium wunderbar funktioniert, ich habe es geliebt, mir einen Haushaltsplan zu erstellen und mich daran zu halten. Irgendeinen Grund muss es ja auch gehabt haben, dass ich Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Kieler StuPa war.

Für einen Aspi bedeutet eigentlich so gut wie immer "unter gesicherten Umständen". Damals lief das alles super, aber wie wir wissen, taumele ich seit sieben Jahren von einer Schule zur nächsten, habe diese Sicherheit nicht mehr, und damit wird der Aspi quasi zum handfesten Autisten und ist mit vielen Sachen im alltäglichen Leben überfordert. Gerade aus diesem Grund strebe ich ja auch nach wie vor den Grad der Behinderung 50 an.

Eines der Probleme, die sich herauskristallisiert haben, ist das Geld. Ich habe hier in der Wohnung vier Notizbücher liegen, jedes von ihnen ein gescheiterter Versuch, endlich mal wieder ein vernünftiges Haushaltsbuch zu führen. Es klappt nicht. Weil ich nie weiß, wie das nächste (Halb-)Jahr finanziell aussehen wird und ich es nicht schaffe, mich vernünftig auf diese Aufgabe zu konzentrieren. Zu oft war bei mir am Ende des Geldes noch zuviel Monat übrig, wie der Spruch sagt.

Ja, war. Meine Mutter, die in solchen Dingen ein Genie ist (das zieht sich durch unseren Aspi-Familienstamm), hat mir ihren Trick aus der Studienzeit verraten, der so einfach ist und doch so einleuchtend und praktisch klang, dass ich ab jetzt versuche, ihn durchzuziehen. Wie hatte sie mir das noch gleich beschrieben?

"Stelle dir 5 "Wochentöpfe" bereit und lege am Anfang des Monats in 4 Töpfe gleichmäßig verteilt das Geld rein, das du nach allen festen Abzügen für deinen Unterhalt übrig hast. 

Sollten am Ende der 1./2./3. oder 4.Woche ein paar Euro übrig sein, dann lege sie als "Notgroschen" in den Topf Nr.5; Topf Nr.5 darf aber erst 3 Tage vor Monatsende wieder geleert werden! 

Diesen "Trick" habe ich in meiner Studienzeit angewendet - mache ich sogar heute noch manchmal - der hilft ungemein und man "bemogelt" sich nicht selbst!!!"

Ja, das mit dem Bemogeln kenne ich zu gut: Wenn es drauf ankommt, finde ich immer irgendwelche Gründe, warum ich gerade eine bestimmte Anschaffung brauche, und weg ist das Geld, das ich vielleicht in der letzten Monatswoche noch benötigt hätte.

Ich habe ihren Trick noch um zwei Punkte erweitert:

1. Ich lege das Geld ausschließlich in Zwanzig-Euro-Scheinen in die Töpfe (bzw. Gläser, die man oben im Bild sieht). Ich lege immer nur einen Zwanziger in's Portemonnaie, und wenn der zur Neige geht, nehme ich mir einen neuen.

2. Ich bezahle ausschließlich in bar. Das habe ich jahrelang nicht mehr gemacht, weil die kontaktlose Kartenzahlung so einfach und schnell geworden ist - Karte an das Gerät halten, zwei Sekunden warten, Betrag ist vom Konto abgebucht. Das ist so einfach, dass man schnell den Überblick über viele kleine Ausgaben verlieren kann. Bei mir ist das zumindest so, da muss ich ehrlich sein.

Ob das alles nun funktioniert, werde ich erst nach ein paar Monaten resümieren können. In der ersten Woche habe ich allerdings bereits gemerkt, dass ich deutlich weniger "Unnötiges" einkaufe und gerade die Barzahlung mir gut tut, da ich nicht mehr Geld ausgeben "kann", als ich im Portemonnaie habe.

Danke, Mama! 💑

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