Dienstag, 10. Januar 2017

Einhundertundzehn


So, nun ist der zweite Schultag rum, die Zeugniskonferenzen laufen und überhaupt wird es Zeit, dass ich endlich wieder zu etwas Disziplin zurückfinde, indem ich z.B. mal wieder regelmäßig etwas in diesem Blog poste. Gab Gründe für die Unregelmäßigkeiten in letzter Zeit, aber solche Gründe hat wohl jeder mal, nichts Besonderes, kaum erzählenswert.

Und mein erster Beitrag zurück in der Schulzeit handelt von der Hinfahrt. Ich habe mich in den Ferien von meinem Bruder einmal von der West- an die Ostküste bringen lassen und wir haben dabei interessante Gespräche über Fahrverhalten geführt, zum Beispiel über Geschwindigkeiten. Und seither fahre ich immer zwischen einhundert und einhundertzehn Sachen auf der Autobahn, auch wenn mehr erlaubt wäre. Und ich lebe tatsächlich noch!

Ich möchte auf diese Weise trainieren, etwas ruhiger zu bleiben. Generell mehr Ruhe zu bewahren. Seit gestern früh klappt es - und die Fahrt dauert, ungelogen, keine einzige Minute länger. Dafür spare ich Benzin. Ich frage mich, ob ich das nun endlich mal eine ganze Tankfüllung durchhalte - um zu schauen, wie viel Geld ich ganz genau spare. Ich versuche es zumindest und lasse alle, die schneller fahren wollen, ganz entspannt überholen.

Es ist deren Blutdruck.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Die blauen Seiten


Das ist der Spitzame für die Social Web-Seite PlanetRomeo, früher (und auch heute noch) bekannt als Gayromeo (manche bezeichnen es auch als schwules Einwohnermeldeamt).

Im Prinzip eine Art Facebook für Schwule. Dort kann man neue Menschen kennenlernen und muss nicht, wie sonst so üblich, viel über deren sexuelle Orientierung nachdenken, denn die gibt man - wenn man möchte - in seinem Profil an. Dort kann man auch allgemeine Daten angeben, so wie es bei Facebook üblich ist - Lieblingsmusik, Hobbies, Speisen, auch Aussagen zum Wesen kann man treffen, zum Beispiel ob man eher forsch oder zurückhaltend ist, ob man eher häuslich ist oder gern auf Parties geht.

Dann gibt es noch ein optionales Feld, in dem man etwas speziellere Dinge über sich selbst preisgeben kann:
Pikante Details

Das kann man aus einem ganz konkreten Grund tun - nämlich um Partner für Sexdates zu finden. Jup, im Prinzip das, was die Heten dann ein wenig später mit Tinder und co. nachgemacht haben. Und ich finde das sehr sinnvoll. Warum sollte man sich nicht auch einfach mal unverbindlich zum Sex treffen?

Viele Schwule hegen zu Gayromeo eine Hassliebe. Oft sind sie schon von Fakes enttäuscht worden und was es da noch so alles an bösen Überraschungen gibt. Stimme ich zu, die gibt es. Aber ich selbst habe dort schon ein paar nette Männer kennengelernt (Zweck lasse ich mal Eurer Fantasie ^^), und mit der Zeit lernt man Fakes rechtzeitig einzuschätzen und sich auch selbst zu schützen.

Ich bin jedenfalls froh, dass es den Laden gibt!

Mittwoch, 4. Januar 2017

Rampensau


So haben sie mich damals genannt. Und das hat mich zunächst echt verletzt. Ich habe das direkt persönlich genommen, ich konnte nicht damit umgehen. Was hatte ich denn falsch gemacht? Und warum hat mir keiner was gesagt?

Mittlerweile habe ich die ganze Sache verstanden. Ja, ich bin eine Rampensau, ich liebe es, Menschen zu unterhalten. Im Filmbusiness gibt es die Analogie The camera loves him. Klar, da zeigt sich der wahre Egozentriker, in meinem Universum dreht sich alles nur um mich, Qualität der Beiträge hin oder her. Na, ist dieser Satz jetzt ironisch gemeint oder nicht? Meine zwei Freundinnen wissen das, sie können mich einschätzen.

Puschel, damals fester Bestandteil der Fachschaft und Saturnalien, hat sich gestern den Song Exercitienland gewünscht. Das war vor acht Jahren, ich saß im (meiner Vorahnung nach) Horrorkurs Exercitia Latina (gibt es den noch? Früher war der dreistündig, und das war auch gut so - und es gab ein ganz spezielles Formular, wenn man diesen Kurs wiederholen musste - mit seeehr vielen Zeilen zum Eintragen der Fehlversuche). Und Prof.Dr. Jan Radicke hat grandiose Sprüche gebracht (die allerdings im Sketch Das TV-Duell gelandet waren), die dieses Lied inspiriert haben, was wir übrigens zusammen verfasst haben.

Es tut mir Leid, die Soundqualität hat ganz schrecklich gelitten unter der Umwandlung von der Scheibe in den Blog. Bitte die Lautstärke ganz niedrig halten, vielleicht kann man ja doch noch was verstehen. Kann sein, dass Desktop-Lautsprecher nicht ausreichen, habe es gerade getestet, klingt grausig. Aber mit meinen externen Boxen ist es okay. Speaking about Incompetentia...


Und zu guter Letzt noch die Rampensau in Aktion. Don't judge me! Auch hier die Technik: Bitte Lautstärke runter, es ist am Anfang sehr laut, und direkt bei 1:30 min starten.


Dienstag, 3. Januar 2017

Gute Musen, schlechte Musen


Ich habe die Saturnalien geliebt, ich hoffe, dass das auch in meiner kleinen Saturnalien-Retrospektive ersichtlich wurde. Ich habe dabei gleichermaßen niveauvolle und intellektuell herausfordernde Sketche geliebt, meine Lieblinge waren allerdings die Brecher am unteren Ende der Niveauskala. Es war schön, sich einfach mal hemmungslos ungeniert geben zu können, sei es nun 2011 bei der Psychedelischen Prüfung, 2009 bei Mythologie für Mettenhof oder 2008 bei Gute Musen, schlechte Musen.

Letztgenannter Sketch ist entstanden aus einer Variation des Satzes "Schakkeline, komm wech von die Regale, du Arsch!" - nämlich "Thalia, räum' deine Titten weg, du Bitch!". Daraus musste sich doch ein Sketch schneidern lassen! Also haben wir uns dran gemacht, eine schön asoziale, geisteskranke Musen-WG zusammenzustellen, lokalisiert in der Helikonstraße zehn. Neun Musen mit ihren ganz speziellen Eigenheiten - wir haben die Namen damals mit dem Merkwort "Kliometerthal-Euerurpokal" gelernt: Klio, Melpomene, Terpsichore, Thalia, Euterpe, Erato, Urania, Polyhymnia, Kalliope.

Wir haben uns extra für diesen Beitrag eine neue Muse ausgedacht, die sich um einen Platz in der Helikon-WG bewirbt, nämlich Cocktalia - man kann sich denken, was ihre Spezialität war. Rückblickend denke ich, wir hätten auch gern noch eine Muse Incompetentia hinzufügen können, mit der sicherlich der eine oder die andere Studierende bestens vertraut ist. 

Dann haben wir uns während einer meiner Hiwi-Schichten damals im Büro im Institut für klassische Altertumskunde zusammengesetzt und ein Pasticchio an banalen Sprüchen, oberflächlichen Gags und Wortspielen zusammengesammelt. Das Niveau sollte ganz bewusst recht niedrig angesiedelt sein; wir hatten die gesamte Aufführung mit einem anspruchsvollen Einstieg gestartet und von Beitrag zu Beitrag wurde es zotiger, bissiger und pissiger und auch lauter und lustiger.

Ich habe den Sketch Gute Musen, schlechte Musen geliebt. Was ich nicht geliebt habe, war mein Outfit als Thalia, die Theatertranse. Ich trage nicht gern Frauenkleider. Jetzt, rückblickend, finde ich aber auch meinen Auftritt in dem Sketch ganz witzig. Ich könnte mich jedes Mal wieder über meine Fußarbeit kaputtlachen. Ebenso wie über Klios (herrlich sarkastisch gespielt von den Rocky-Baby-baldnichtmehr-Mountains) sexuelle Erato-Anspielung, die Thalia-Lache, Frau V als Saitensprung-Muse (wohl eher mit Sprung in der Schüssel, bwahahahaaa), die große Buba als Euterpe, Muse des Flötenspiels und Miss Grandiose Angepisst... ich wünsche gute Unterhaltung!


Montag, 2. Januar 2017

Überkopf gedacht


So, gestern habe ich nichts geschrieben - um das Rätsel ein bisschen wirken zu lassen. Heute geht es hier ganz normal weiter. Und eigentlich geht es in diesem Post wieder nur um Home Improvement.

Anfangs dachte ich, die Dachschrägen wären ein echtes Hindernis und würden mich stören. Soviel zum Thema vorgefasste Meinungen. Ich dachte, naja, ich kann da kein Regal anmontieren, alles, was ich dranhänge, fällt schnell wieder herunter, meine Kopffreiheit wird eingeschränkt und überhaupt darf die Mietfläche je nach Höhe der Dachschrägen nicht ganz normal berechnet werden. Ein Ärgernis.

Jetzt bin ich drei Jahre weiter, habe mich in meine Wohnung verliebt und sehe ihre Eigenheiten (dazu noch die Dachbalken, und ganz krumme Winkel) als Herausforderungen für meinen Intellekt, auf der Suche, was ich damit wohl anstellen kann. Und ich frage mich, warum ich nicht schon langst eine Pinwand überkopf über meinem Schreibtisch angebracht habe.

Sie ist perfekt. Und sie ist für Ideen gedacht: Oft kommen mir Ideen, ich schreibe sie auf Zettel, lasse sie irgendwo liegen, werfe sie weg, schade drum. Ab sofort schreibe ich sie auf Zettel und papp' sie an die Pinwand. Irgendwie ungewöhnlich, die Pinnadeln mit der Spitze nach oben zu halten. Und natürlich ist bereits eine Lieferung mit der Post unterwegs: Einhundert Pinnadeln, die man gut fassen kann (mich nerven die Reißzwecken, ich muss immer rumfummeln, wenn ich nur mal schnell etwas abnehmen will) - und selbstverständlich in schwarz.

Freude! Jetzt gehen mir nicht mehr ganz so viele Gedanken verloren.

Samstag, 31. Dezember 2016

Rätselhaftes Silvester

Rauch und Glanz - zwei Seiten einer Medaille...

Heute, am letzten Tag des Jahres, denke ich gern in aller Ruhe darüber nach, was das vergangene Jahr an Herausforderungen bereit gehalten hat, wie ich damit umgegangen bin und wie sich mein Leben verändert hat. Ich bewerte mein eigenes Verhalten, ich überlege, ob ich mich im neuen Jahr irgendwie anders verhalten möchte. Den Jahresrückblick 2016 nehmen sich ja auch sämtliche großen Medien vor, die diesmal zu einem einhelligen Schluss kommen: 2016 war ein mieses Jahr, unterm Strich, trotz kleiner und zahlreicher Lichtblicke. Die Weltgemeinschaft wird aufgerührt, ein Teil der Gesellschaft zeigt sein wahres Gesicht, man muss sich ernsthaft fragen, woran man noch glaubt.

Mir ist heute, sozusagen zum Schluss des Jahres, etwas sehr Schönes passiert, das mich eine Zeit lang tragen wird. Ich verbringe den Tag mit Meditationen und Alice - Hinter den Spiegeln in 3D. Und ich gebe meinen Lesern ein kleines Rätsel zu lösen, in Manier der guten alten Rätseltexte bei den Drei ???. Ich würde mich freuen, wenn meine lieben Freunde sich dieses Rätsel anschauen, vielleicht machen sie sich ja auch an die Lösung, denn um sie geht es in erster Linie - um Sanni, Caro, Flo und meine lieben Eltern (in beliebiger Reihenfolge).

sine sine nihil relictum, ergo sine relinque
mich, dich, ihn, sie, es, uns, sie - und?
hätte würde liefe sähe; sein sieht anders aus
126-quadrat, aber weniger 2 im zweiten faktor
hacken wir mit einem beil sein eigenes ende ab
mit weitblick fällt uns statt des blicks ein... em...? ins auge
thöcht entteigt (die große Buba weiß die Antwort!)
al wie ach, was fehlt denn da 3x?
einfach nur erträglich
wo bin ich? ich habe mich total

nicht auf
es ist macht
wer wie wass der die

vor drei jahren hat er mir selbigen ins ohr gesetzt, aber ohne h
akkusativ der ersten person singular
dresdner oper auf deutsch
nicht tag a=o und ende weg
"ich tanke kopflos anagrammiert unverBLEIT"

reim auf englisches geld, aber mit s
eine stunde ohne die ersten zwanzig und die letzten zehn minuten
wer trinkt schon ersatzkaffee?
zweiter akt der oper
so nennt man auf dem platten land das feuer
im verhältnis der fluggeschwindigkeit zur schallgeschwindigkeit hat sich ein selbstlaut vertan
wenn man nicht weiß, ob es mit einem oder zwei s geschrieben wird, lässt man den buchstaben einfach weg
berühmter seefahrer ohne sein bad

man kann es auch glauben, das ende ist jedenfalls weg
sprudelwasser ohne schlangenzahn? mehr davon!
stationiert im all, aber auch im europa-park vertreten
letzter akt und vorhang
eine von vier brauseflaschen traf einen musikalischen nerv
du solltest niemals auf

All' das gibt mir die Motivation, aus 2017 ein fantastisches Jahr zu machen!

DANKE!

Freitag, 30. Dezember 2016

Tee bei Jay

Es muss nicht immer klinisch weiß und hell sein

Gold Block Tabak...
Gold Block Tabak...

Der Name schwirrte mir im Kopf herum, als ich gestern den Weg durch die Kieler Innenstadt zu Jay antrat. Ich wusste, dass Jay ein Genießer ist - und in seinem Blog hat er nochmals drauf verwiesen, dass nichts über einen guten Pfeifentabak geht. Auf dem Weg von Hassee zum Blücherplatz legte ich einen Zwischenstopp ein bei Motzeks Tabakladen. Ich wollte ursprünglich zu Trennt, aber der lag dann doch zu sehr abseits.

Wie ich nun weiß, gibt es den Gold Block Tabak nicht mehr, also ließ ich mich beraten und nahm letztlich zwei Tabake mit, und von dort war es nur noch ein kleiner Weg zu Jay. Ich klingelte, stieg die Treppen hinauf, sah eine sich öffnende Wohnungstür und sah - Bücher. Hunderte, Tausende, überall. Books do furnish a room, lernte ich an jenem Nachmittag. Ich hegte keinen Zweifel daran, dass Jay sie alle gelesen hatte.

Er ist ein Kavalier und Gentleman der alten Schule - so nahm er mir meine Jacke ab (in die er mir zum Schluss auch wieder reinhalf - wer macht sowas heutzutage noch?) und bot mir an: Einen Tee, einen Whiskey, einen Zigarillo. Zum Whiskey sagte ich nicht nein, weil ich wusste, dass es ein guter Tropfen sein würde. Vanillig, leicht süßlich, sehr geschmeidig. Ich mag Geschmackserfahrungen.

Seine Wohnung war von Atmosphäre erfüllt, warmes Licht, viele alte Bücher, schöne (teils selbstgemalte) Bilder an den Wänden, und ein Klavier. Und Jay fing an, zu erzählen. So, wie er es damals im Seminar getan hatte, so gab er auch gestern wieder große Brocken seines Wissens an mich weiter. Ich hörte ihm zu - und spürte nochmal einen Hauch von Studium in der Luft. Ein Genuss auf mehreren Ebenen, und ich fühlte mich danach richtig gebildet. Mit herzlichem Humor und auch mal einer Träne im Augenwinkel führte er mich durch Kunst, Musik, Politik, Hochschule. Ganz ohne Notizen, frei gesprochen.

War, ist, wird immer sein:

Ein Unikat.