Donnerstag, 12. Januar 2017

Ein einziges Mal Rücksicht


Ich habe nun schon seit einigen Tagen nichts im Blog veröffentlicht (dieser Beitrag ist bereits ein paar Tage alt). Dafür ließen sich verschiedene Gründe finden - zum Beispiel, dass ich aufgrund anderer Vorkommnisse einfach keinen Kopf dafür finde. Heute hat die Schule wieder begonnen und diese Woche steht ein wahrer Konferenzmarathon an, von den Korrekturen mal ganz abgesehen, und das - ganz genau genommen - mit nur einer Hand.

Ich habe über mehr als nur ein Ereignis aus den Ferien hier nichts geschrieben, und das ist ungewöhnlich, da ich für gewöhnlich ein gewaltiges Mitteilungsbedürfnis habe und meine beiden besten Freundinnen für gewöhnlich die volle Breitseite abbekommen, ob sie es nun wollen oder nicht. Deal with it.

Nur dieses eine, einzige Mal wollte ich es anders machen. Diesmal wollte ich Rücksicht auf die Rocky-Baby-Mountains nehmen, die sicherlich Anderes im Kopf hat als eine völlig unselbständige GDB, die mal wieder Unfälle verschiedenster Art baut und sich das Leben etwas schwerer macht als nötig. Diesmal wollte ich nicht auf der Bühne auftauchen, weil das nämlich mal Deine Bühne war, Sanni.

Und ich wollte nicht, dass Du Dir in dieser Phase noch irgendwelche Sorgen um mich machen musst. Sei es nun um mein Seelenheil, weil Flo und ich nach fast anderthalb Jahren (heimlich) endlich wieder etwas Zeit zusammen verbracht haben, oder um mein körperliches Wohl, weil ich mithilfe eines kleinen häuslichen Unfalls meine linke Hand verletzt habe (und keine Lust hatte, das noch vor irgendeinem Arzt auszubreiten, was ich nun aber doch machen werde, da muss was passieren). Ist Dir aufgefallen, wie ich mich in der zweiten Ferienhälfte rar gemacht habe? Meine Hand sieht von oben gelb, von unten blau und etwas unschön geschwollen und verbogen aus, das wäre schwer geheimzuhalten gewesen.

Ich weiß ja, im großen ganzen Gefüge dessen, was ist, da sind das solche Kleinigkeiten, die fallen einfach nicht ins Gewicht. Die Hand wird schon noch richtig abheilen (ist am 03.01. passiert) und ich werde den Finger auch bald wieder bewegen können. Und, naja mein Gott, dann haben wir halt ein bisschen Zeit zusammen gehabt. Das war seine Idee. Und ich habe Erkenntnisse aus diesem Wiedersehen mitnehmen können, die man - genauso als würde man sich auf die verletzte Hand beziehen - mit interim fit aliquid beiseite legen kann. Es braucht alles Zeit.

Ich hasse es, wenn Ihr Euch um mich Sorgen macht. Dementsprechend hasse ich es noch mehr, dass ich Euch immer wieder Anlass dazu gebe.

Jetzt gerade, direkt nach dem Posten des Beitrags zur HB-Jagd, habe ich gelesen, dass die RBM einen neuen Spitznamen braucht - sie ist Mutter eines gesunden kleinen Mädchens geworden und ich kann das, ehrlich gesagt, gerade nicht in Worte fassen, was das für Gedanken in mir auslöst. Ich kenn' das nicht so. Aber ich bin sehr glücklich, denn das hat die irre Tante auch mal verdient. Nein, das irre Paar.

Heute ist mein freier Tag, und abgesehen von den Zeugniskonferenzen und den Fachlernberichten, die ich schreiben muss, habe ich ein bisschen gedanklichen Freiraum und Ruhe, und da bin ich sehr glücklich drüber. Und ich bin noch glücklicher, dass die Hormone Dich direkt nach der Entbindung aufrecht halten. Genau bis zu diesem Zeitpunkt wollte ich mit diesem Beitrag warten, nun ist er erreicht.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Wieder einer


Es fühlt sich an, als wäre ich auf der Jagd. Oder auf einer Expedition. Eine, bei der es seltene Dinge zu entdecken gibt, für die nicht jeder Mensch diesen Blick hat.

Wie fühlt sich das an? Ich mache diese Entdeckung und sofort ist alles klar? Nein, manchmal habe ich das zu untersuchende Objekt wochen-, ja, monatelang direkt vor der Nase und bemerke nichts. Manchmal ist es nur eine Anmerkung, ein dahingelästerter Satz eines Kollegen oder Mitschülers oder ein Stoßgebet der Eltern, das mich auf die Fährte bringt.

Von jenem Moment an dauert es nie mehr wirklich lange. Das geht schnell. Zwei Wochen, in denen ich ganz allein mit meiner Entdeckung im Einklang bin, ich beobachte, ich spiele, ich unterhalte mich, ich witzel' (WETTTTT-ZELLLLLL!) ein bisschen herum. Dann teste ich mein Untersuchungsobjekt ganz bewusst, aber spielerisch, auf sein Verhalten und sein Potential.

Ich selbst komme recht schnell zum Schluss, wenn sich der Verdacht erstmal erhärtet, dass ich ein hochbegabtes Kind vor mir habe. Ich freue mich riesig über die Erkenntnis, weil ich weiß, was ich alles bewirken könnte. Aber zur Zeit fühle ich mich mit dieser Erkenntnis nicht wohl, weil sie leider vielerorts als Störung aufgefasst wird (bei einem Erwachsenen - der sollte sich das störende Verhalten mittlerweile abtrainiert haben; die Kinder können da ja nichts für).

Wieder einer - und ich freue mich im Stillen.

Dienstag, 10. Januar 2017

Einhundertundzehn


So, nun ist der zweite Schultag rum, die Zeugniskonferenzen laufen und überhaupt wird es Zeit, dass ich endlich wieder zu etwas Disziplin zurückfinde, indem ich z.B. mal wieder regelmäßig etwas in diesem Blog poste. Gab Gründe für die Unregelmäßigkeiten in letzter Zeit, aber solche Gründe hat wohl jeder mal, nichts Besonderes, kaum erzählenswert.

Und mein erster Beitrag zurück in der Schulzeit handelt von der Hinfahrt. Ich habe mich in den Ferien von meinem Bruder einmal von der West- an die Ostküste bringen lassen und wir haben dabei interessante Gespräche über Fahrverhalten geführt, zum Beispiel über Geschwindigkeiten. Und seither fahre ich immer zwischen einhundert und einhundertzehn Sachen auf der Autobahn, auch wenn mehr erlaubt wäre. Und ich lebe tatsächlich noch!

Ich möchte auf diese Weise trainieren, etwas ruhiger zu bleiben. Generell mehr Ruhe zu bewahren. Seit gestern früh klappt es - und die Fahrt dauert, ungelogen, keine einzige Minute länger. Dafür spare ich Benzin. Ich frage mich, ob ich das nun endlich mal eine ganze Tankfüllung durchhalte - um zu schauen, wie viel Geld ich ganz genau spare. Ich versuche es zumindest und lasse alle, die schneller fahren wollen, ganz entspannt überholen.

Es ist deren Blutdruck.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Die blauen Seiten


Das ist der Spitzame für die Social Web-Seite PlanetRomeo, früher (und auch heute noch) bekannt als Gayromeo (manche bezeichnen es auch als schwules Einwohnermeldeamt).

Im Prinzip eine Art Facebook für Schwule. Dort kann man neue Menschen kennenlernen und muss nicht, wie sonst so üblich, viel über deren sexuelle Orientierung nachdenken, denn die gibt man - wenn man möchte - in seinem Profil an. Dort kann man auch allgemeine Daten angeben, so wie es bei Facebook üblich ist - Lieblingsmusik, Hobbies, Speisen, auch Aussagen zum Wesen kann man treffen, zum Beispiel ob man eher forsch oder zurückhaltend ist, ob man eher häuslich ist oder gern auf Parties geht.

Dann gibt es noch ein optionales Feld, in dem man etwas speziellere Dinge über sich selbst preisgeben kann:
Pikante Details

Das kann man aus einem ganz konkreten Grund tun - nämlich um Partner für Sexdates zu finden. Jup, im Prinzip das, was die Heten dann ein wenig später mit Tinder und co. nachgemacht haben. Und ich finde das sehr sinnvoll. Warum sollte man sich nicht auch einfach mal unverbindlich zum Sex treffen?

Viele Schwule hegen zu Gayromeo eine Hassliebe. Oft sind sie schon von Fakes enttäuscht worden und was es da noch so alles an bösen Überraschungen gibt. Stimme ich zu, die gibt es. Aber ich selbst habe dort schon ein paar nette Männer kennengelernt (Zweck lasse ich mal Eurer Fantasie ^^), und mit der Zeit lernt man Fakes rechtzeitig einzuschätzen und sich auch selbst zu schützen.

Ich bin jedenfalls froh, dass es den Laden gibt!

Mittwoch, 4. Januar 2017

Rampensau


So haben sie mich damals genannt. Und das hat mich zunächst echt verletzt. Ich habe das direkt persönlich genommen, ich konnte nicht damit umgehen. Was hatte ich denn falsch gemacht? Und warum hat mir keiner was gesagt?

Mittlerweile habe ich die ganze Sache verstanden. Ja, ich bin eine Rampensau, ich liebe es, Menschen zu unterhalten. Im Filmbusiness gibt es die Analogie The camera loves him. Klar, da zeigt sich der wahre Egozentriker, in meinem Universum dreht sich alles nur um mich, Qualität der Beiträge hin oder her. Na, ist dieser Satz jetzt ironisch gemeint oder nicht? Meine zwei Freundinnen wissen das, sie können mich einschätzen.

Puschel, damals fester Bestandteil der Fachschaft und Saturnalien, hat sich gestern den Song Exercitienland gewünscht. Das war vor acht Jahren, ich saß im (meiner Vorahnung nach) Horrorkurs Exercitia Latina (gibt es den noch? Früher war der dreistündig, und das war auch gut so - und es gab ein ganz spezielles Formular, wenn man diesen Kurs wiederholen musste - mit seeehr vielen Zeilen zum Eintragen der Fehlversuche). Und Prof.Dr. Jan Radicke hat grandiose Sprüche gebracht (die allerdings im Sketch Das TV-Duell gelandet waren), die dieses Lied inspiriert haben, was wir übrigens zusammen verfasst haben.

Es tut mir Leid, die Soundqualität hat ganz schrecklich gelitten unter der Umwandlung von der Scheibe in den Blog. Bitte die Lautstärke ganz niedrig halten, vielleicht kann man ja doch noch was verstehen. Kann sein, dass Desktop-Lautsprecher nicht ausreichen, habe es gerade getestet, klingt grausig. Aber mit meinen externen Boxen ist es okay. Speaking about Incompetentia...


Und zu guter Letzt noch die Rampensau in Aktion. Don't judge me! Auch hier die Technik: Bitte Lautstärke runter, es ist am Anfang sehr laut, und direkt bei 1:30 min starten.


Dienstag, 3. Januar 2017

Gute Musen, schlechte Musen


Ich habe die Saturnalien geliebt, ich hoffe, dass das auch in meiner kleinen Saturnalien-Retrospektive ersichtlich wurde. Ich habe dabei gleichermaßen niveauvolle und intellektuell herausfordernde Sketche geliebt, meine Lieblinge waren allerdings die Brecher am unteren Ende der Niveauskala. Es war schön, sich einfach mal hemmungslos ungeniert geben zu können, sei es nun 2011 bei der Psychedelischen Prüfung, 2009 bei Mythologie für Mettenhof oder 2008 bei Gute Musen, schlechte Musen.

Letztgenannter Sketch ist entstanden aus einer Variation des Satzes "Schakkeline, komm wech von die Regale, du Arsch!" - nämlich "Thalia, räum' deine Titten weg, du Bitch!". Daraus musste sich doch ein Sketch schneidern lassen! Also haben wir uns dran gemacht, eine schön asoziale, geisteskranke Musen-WG zusammenzustellen, lokalisiert in der Helikonstraße zehn. Neun Musen mit ihren ganz speziellen Eigenheiten - wir haben die Namen damals mit dem Merkwort "Kliometerthal-Euerurpokal" gelernt: Klio, Melpomene, Terpsichore, Thalia, Euterpe, Erato, Urania, Polyhymnia, Kalliope.

Wir haben uns extra für diesen Beitrag eine neue Muse ausgedacht, die sich um einen Platz in der Helikon-WG bewirbt, nämlich Cocktalia - man kann sich denken, was ihre Spezialität war. Rückblickend denke ich, wir hätten auch gern noch eine Muse Incompetentia hinzufügen können, mit der sicherlich der eine oder die andere Studierende bestens vertraut ist. 

Dann haben wir uns während einer meiner Hiwi-Schichten damals im Büro im Institut für klassische Altertumskunde zusammengesetzt und ein Pasticchio an banalen Sprüchen, oberflächlichen Gags und Wortspielen zusammengesammelt. Das Niveau sollte ganz bewusst recht niedrig angesiedelt sein; wir hatten die gesamte Aufführung mit einem anspruchsvollen Einstieg gestartet und von Beitrag zu Beitrag wurde es zotiger, bissiger und pissiger und auch lauter und lustiger.

Ich habe den Sketch Gute Musen, schlechte Musen geliebt. Was ich nicht geliebt habe, war mein Outfit als Thalia, die Theatertranse. Ich trage nicht gern Frauenkleider. Jetzt, rückblickend, finde ich aber auch meinen Auftritt in dem Sketch ganz witzig. Ich könnte mich jedes Mal wieder über meine Fußarbeit kaputtlachen. Ebenso wie über Klios (herrlich sarkastisch gespielt von den Rocky-Baby-baldnichtmehr-Mountains) sexuelle Erato-Anspielung, die Thalia-Lache, Frau V als Saitensprung-Muse (wohl eher mit Sprung in der Schüssel, bwahahahaaa), die große Buba als Euterpe, Muse des Flötenspiels und Miss Grandiose Angepisst... ich wünsche gute Unterhaltung!


Montag, 2. Januar 2017

Überkopf gedacht


So, gestern habe ich nichts geschrieben - um das Rätsel ein bisschen wirken zu lassen. Heute geht es hier ganz normal weiter. Und eigentlich geht es in diesem Post wieder nur um Home Improvement.

Anfangs dachte ich, die Dachschrägen wären ein echtes Hindernis und würden mich stören. Soviel zum Thema vorgefasste Meinungen. Ich dachte, naja, ich kann da kein Regal anmontieren, alles, was ich dranhänge, fällt schnell wieder herunter, meine Kopffreiheit wird eingeschränkt und überhaupt darf die Mietfläche je nach Höhe der Dachschrägen nicht ganz normal berechnet werden. Ein Ärgernis.

Jetzt bin ich drei Jahre weiter, habe mich in meine Wohnung verliebt und sehe ihre Eigenheiten (dazu noch die Dachbalken, und ganz krumme Winkel) als Herausforderungen für meinen Intellekt, auf der Suche, was ich damit wohl anstellen kann. Und ich frage mich, warum ich nicht schon langst eine Pinwand überkopf über meinem Schreibtisch angebracht habe.

Sie ist perfekt. Und sie ist für Ideen gedacht: Oft kommen mir Ideen, ich schreibe sie auf Zettel, lasse sie irgendwo liegen, werfe sie weg, schade drum. Ab sofort schreibe ich sie auf Zettel und papp' sie an die Pinwand. Irgendwie ungewöhnlich, die Pinnadeln mit der Spitze nach oben zu halten. Und natürlich ist bereits eine Lieferung mit der Post unterwegs: Einhundert Pinnadeln, die man gut fassen kann (mich nerven die Reißzwecken, ich muss immer rumfummeln, wenn ich nur mal schnell etwas abnehmen will) - und selbstverständlich in schwarz.

Freude! Jetzt gehen mir nicht mehr ganz so viele Gedanken verloren.