Sonntag, 7. August 2016
Sprachfehwer
(bitte waut vorwesen, sonst kwappt es nicht!)
Kwassenwehrer. Die Höwwe auf Erden. Und je kweiner die Schüwer, umso schwimmer. Man ist erweichtert, dass mit dem Biowogieunterricht Schwuss ist, möchte gehen, doch fühwt, dass ein Webewesen um die Füße schweicht. Bestimmt wieder Wisas nerviger Wewpe. Und man möchte grummewig sagen: "Verzieh' dich, oder es kracht, du dumme Töwe!" - da fäwwt einem ein, dass der kweine Wäusefänger mit Fwöhen zuhause ist. Awso, der Köter. Wisa ist da, und sie nervt: "Ich wiebe dich!". Und man denkt sich: "Genug gewabert, geh sofort auf deinen Pwatz, sonst werde ich dich verkwoppen!" Aber körperwiche Züchtigung ist ja wängst nicht mehr erwaubt. War doch eigentwich gar nicht so schwecht. Wie soww man Wisa nur woswerden?
Nun, einen Vorteiw haben die kweinen Bäwger: Man nimmt einen Wowwi, eine Wutschpastiwwe oder ein Stück Schokowade und wirft sie ganz nach hinten, unter das Regaw. Und schon herrscht Stiwwe und es wird erst wieder waut, wenn Wisa reawisiert, dass sie festkwemmt. Aber dann hat man bereits die Wampe ausgeschawtet und wäuft quer über die Wandstraße nach Hause, teufwisch fröhwich, beinah gwückwich, und Wisa awwein. Egaw, aus ihr wird eh eine Schwampe, da kann sie das Wiegen jetzt schon maw üben.
Endwich daheim und man gönnt sich einen Sawat. Oder eine Wasagne, es sei denn, man achtet sehr auf die Kaworien. So etwas wiegt schwießwich nicht weicht im Magen. Und so bwickt man in den Spiegew, weidet unter der Verfettung und denkt sich "Für diesen Fehwer werde ich mit meinem Weben bezahwen!" Zumindest mit der schwanken Taiwwe. Awso, wiebe Wehrer: Wasst Euch nicht von den Bäwgern zum Frustfressen treiben!
(nach dem Wesen bitte in die Hände kwatschen, denn es war schwießwich wustig oder zumindest wächerwich)
Samstag, 6. August 2016
Marit wird gewaschen
Ich mag Glasoberflächen, außerdem schwarze, hochglänzende Oberflächen. Der Nachteil: Sie sind Staubmagneten und man sieht jede kleine Fluse umgehend. Wenn man aber, so wie ich, einigermaßen schmerzbefreit ist und einen der Staub erst in Fingerdicke stört, kann man gerne diese Vorlieben haben, ohne sich dumm und dämlich putzen zu müssen.
In den Ferien bietet es sich an, die Wohnung mal grundlegend auf Vordermann zu bringen. Moment mal, wenn mich der Staub nicht stört, warum dann überhaupt putzen? Was Gäste denken, ist mir eh schnurz, Hauptsache, die Wohnung sagt mir selbst zu. Zwei Hauptgründe: Zum einen kann ich dann so drollige Überschriften für Blogeinträge finden wie heute. MARIT ist der Names meines schwarzen Tischläufers von IKEA. Sie ist ziemlich belastbar, sie hält Einiges aus, aber irgendwann steckt in all ihren Falten doch ein wahres Sammelsurium an Essensresten, abgekauten Fingernägeln und Klassenarbeiten. Da hilft kein einfaches Ausschütteln mehr: Insbesondere die Klassenarbeiten haben die gute Marit derart beschmutzt, dass sie einmal gründlich durchgebügelt werden muss. Und vorher natürlich gespült.
Der andere Grund: Mein Couchtisch ist - quelle surprise - schwarz. Der Hauptteil ist aus Holz, hochglanzbeschichtet, und die Tischplatte aus Schwarzglas. Nachdem Marit die Tischplatte mal freigeräumt hat - sie liegt sonst gerne recht lasziv darauf - sieht man erst, was die Zeit, und vor allem der Bewohner, alles angerichtet hat. Da hilft nur, erstmal mit einem Mikrofasertuch die groben Verschmutzungen einzusammeln. Chips. In Colaflecken festgeklebter Staub. Die letzten Reste meiner Nerven. Im zweiten Schritt ergießt sich ein Tsunami aus Glasreiniger über Venus, so der Name des Tisches. Die zweite Welle ist dann das Geschirrtuch, das Venus einmal ordentlich durchrubbelt.
Man kann nur in Ansätzen beschreiben, welch Genugtuung es bereitet, die Glasplatte danach wieder flecken- und staubfrei tiefschwarz glänzen zu sehen ("ich glänze, höaba!"). Alles wird reflektiert, mein TV-Screen, mein Wandbehang, meine rabenschwarze Seele. Großartig. Und wenn die Wäsche durch ist, dann kann ich Marit wieder auf Venus legen, damit die beiden ihr tête-à-tête ungestört fortsetzen können.
Ich bin aufgeschlossen, meine Wohnung ist multisexuell.
Freitag, 5. August 2016
Kaka
Bei IKEA kann man verschiedene Kaka-Sachen kaufen. Das ist das schwedische Wort für Kuchen. Die Griechen sagen keik. Laut Schachtelbeschreibung habe ich hier also eine Art Schokoladenkuchen, mit drei verschiedenen Sorten Schokolade. Tiefgefroren. Nach einer Stunde Auftauzeit nehme ich eine Gabel zur Hand - ich kann den Kuchen nur schwer zerteilen. Er ist *sehr* massiv. Er sieht aus wie ein Schokoladebarren. Ich öffne den Mund und dann...
0431/95951
Das ist die Telefonnummer meines Zahnarztes. Wobei, er wird da nicht mehr viel retten können: Der Schokokaka ist so unglaublich süß, dass sich die Zähne bei Berührung fast umgehend auflösen. Sie gleiten noch sanft in die Ganache hinein, es ist ein Gefühl wie beim Kieferorthopäden, wenn er einen Kieferabdruck macht. Man beißt in diese Masse und hat das Gefühl, der Mund ist voll.
Also richtig voll! Die Schokoladencreme kriecht sofort in jeden noch so kleinen Winkel der Mundhöhle, man kann die Zunge nicht mehr bewegen, weil alles mit diesem Schokokleister zugepappt ist. Also kauen, kauen, kauen, um die Masse irgendwie zu verarbeiten - wenn man denn kauen könnte, denn es fühlt sich an, als ob diese Butter-Schokolade-Sahne-Fett-Mischung den Ober- und Unterkiefer zusammenschweißt.
So stehe ich also da, bekomme den Mund nicht mehr auf, gebe Geräusche von mir, die bei der Telefonsex-Hotline gut aufgehoben wären, während ich versuche, den Happen irgendwie hinunterzuschlucken. Das wird nichts. So schnell nicht. Ich kaue also ein paar Minuten weiter und räume inzwischen die Einkäufe weg - da fällt mir ein, dass es ja Kaka sein soll, und nicht Praline, also muss da doch auch irgendwas Teigiges zu schmecken sein. Mit Mühe versuche ich, Krümel herauszuschmecken, aber das Fett hat die gesamte Masse derartig durchschlotzt, dass man fast von einer homogenen Spachtelmasse sprechen könnte.
Es schmeckt alles nach Schokolade. Und selbst nach dem Runterschlucken bleiben Reste kleben, ich trinke Wasser, einen Becher, zwei, drei. Puuuuhhhh, das nenne ich mal einen mächtigen Kuchen. Ich bin pappsatt, das reicht für den kommenden Winter - ich will den Teller in die Spülmaschine räumen und realisiere, dass das nur der erste Bissen war...
post scriptum: Ich sehe gerade, auf der IKEA-Homepage wird das gute Stück als "sättigende Schokoschnitte" bezeichnet. Understatement anyone? So eine Schnitte kann ein ganzes Dorf ernähren! Vier Jahre lang!!!
Donnerstag, 4. August 2016
Prinzipien im Blick
Ich habe ja schon öfters erwähnt, dass ich meine Umwelt intensiv wahrnehme - wenn ich nicht gerade etwas Anderes im Kopf habe. Ich habe gelernt, diesen Umstand zu meinem Vorteil auszunutzen. Es gibt bestimmte Blickwinkel, bestimmte Perspektiven, die ich in meiner Wohnung oft und lange habe. Zum einen hängt es damit zusammen, dass meine Wohnung "mein Ort" ist, mein safe haven, hier gibt es für mich nur meine eigenen Grenzen und Regeln und hier kann ich vollkommen ich selbst sein. Ich weiß das zu schätzen und auszunutzen und verbringe deswegen viel Zeit hier.
Zum Beispiel kommt es oft vor, dass ich zum Meditieren auf meiner Schlafcouch liege. Das passiert auch, wenn ich jemanden von meinen Freunden zum Psychologisieren zu Besuch habe, mit Flo habe ich das oft gemacht. Mein Blick ist dann entweder nach oben an die Zimmerdecke gerichtet oder schräg hoch nach vorn. Ich habe mir überlegt, dass ich das dann ja auch nutzen kann und das Panorama etwas verändern. So habe ich mir ein Bild von Flo und mir, das ich persönlich sehr schön finde und gern ansehe, in der "Schräg-Perspektive" an der Wand aufgehängt. Für den Blick nach oben habe ich an die Zimerdecke einen Zettel geheftet, auf dem Folgendes steht:
"100% ehrlich
offen
authentisch
Sei DU!"
Damit ich selbst mich immer wieder dran erinnere, mich nicht zu verstellen, niemanden anzulügen, schon gar nicht mich selbst. Und ich habe es damals auch für Flo aufgehängt, damit es ihm leichter fällt, sich daran zu halten, wenn wir über ernste Themen gesprochen haben. Er sagte einmal, dass ihm das tatsächlich helfe, und ich will davon ausgehen, dass er das nicht mir zuliebe gesagt hat.
Ich selbst brauche diese Erinnerungen immer wieder! Als Hochbegabter passiert es mir gern, dass ich mich auf einen "neuen Eindruck" einschieße und an nichts Anderes mehr denke. Ich verliere gern unwichtige Dinge aus dem Blick: Ich vergesse, zu essen, mir die Zähne zu putzen oder zum Friseur zu gehen. Das ist eben so, das ist angeboren, damit lebe ich und finde halt Wege, um mich an diese Dinge regelmäßig zu erinnern. Und einer dieser Wege ist es, mir diese Prinzipien, diese Denkimpulse in der Wohnung als Sprachnachricht aufzuhängen.
Genau das war der Anlass für den Buddha-Spruch an meiner Zimmerwand, oben auf dem Foto erkennbar. Ich sitze oft und gern auf meiner Couch, um Musik zu hören, Filme zu schauen oder Videospiele zu spielen. Dabei geht mein Blickfeld natürlich weit über den Bildschirm hinaus, und seit Monaten schon hat mich der weiße Bereich über dem Pyramiden-Wandbehang irritiert. "Den könnte man doch nutzen!" habe ich mir gedacht. Ich habe mir dann bei einem Händler Wandtattoos angeschaut. Ich bin ein großer Fan davon, weil sie perfekt gemacht aussehen, wie aufgemalt, ohne jegliche Fehler, und sie halten. Sogar ein Laie wie ich schafft das, sie anzubringen. Ich habe davon schon einige in der Wohnung und es werden auch noch mehr werden.
Zum Inhalt:
In meiner Lebensweise sind mir ein paar Parallelen zum Buddhismus aufgefallen. Das betrifft Grundhaltungen, Denkweisen, Handlungsschemata. Nicht gänzlich, aber wesentlich mehr als zum Beispiel zum Christentum, mit dem ich nichts am Hut habe. Dazu kommt, dass mir diverse Menschen zurückgemeldet haben, dass ich oft lächele und fröhlich bin. Manche empfinden das als positiv ("Ich freue mich immer, wenn ich zu Dir komme. Du begrüßt mich mit einem Lächeln und ich kann den ganzen Scheiß, der vorher am Tag war, hinter mir lassen."), manche irritiert das ("Herr Hilarius, wenn sie mir jetzt hier erzählen, dass sie im Referendariat unglücklich waren, dann empfinde ich das als unglaubwürdig und nehme ihnen das nicht ab. Sie sind immer mit einem fröhlichen Gesichtsausdruck durch die Schule gegangen.") und manche nervt es ("Weißt du eigentlich, dass du einem mit deiner scheiß Fröhlichkeit manchmal tierisch auf die Nerven gehen kannst?!").
Für mich ist es aber eine Lebensweise, und der Spruch Buddhas erinnert mich immer wieder dran, warum es so ist.
Denkt mal drüber nach!
Mittwoch, 3. August 2016
Die Technik-Steinzeit
"So, liebe Leute, dann schätzt doch mal, wie alt ich bin."
"Hmmm... vielleicht zweiundzwanzig?"
"Nein, der ist bestimmt schon sechsundzwanzig!"
"Ich kann das irgendwie so gar nicht einschätzen."
"Ich komme aus einem Zeitalter, da gab es noch kein Internet."
"Waaaaaas? Oh, dann sind sie ja schon über vierzig, oder?"
"Ohne Internet? Wie soll das denn gehen, wie soll man sich denn da unterhalten?"
"Ja, Schanita-Kinshasa, da ist man dann zum Freund hingegangen und hat geklopft und gefragt, ob der Zeit zum Spielen hat, und wenn nicht, dann ist man wieder nach Hause gegangen."
"Oder man hat vorher angerufen und gefragt."
"Ja, aber wie denn? Telefonieren ging doch damals auch nicht, oder?"
Dafür liebe ich meinen Job. Und voller Stolz erzähle ich den Kindern dann die Mär von der Technik-Steinzeit, in der Telefone noch Hörer und Basis hatten, die mit einem Kabel verbunden waren, und von Wählscheiben.
"Ach, das sind dann so antike Touchpads, oder?"
Und damit haben wir ein wunderbares Stichwort erreicht für den heutigen Beitrag. Meine Augen glitzern: Neues Technikspielzeug. Für jemanden wie mich, der so uralt ist, dass er die Technik-Steinzeit noch im Aussterben miterlebt hat, ist das, was ich heute erleben durfte, etwas ganz Besonderes.
Das Foto oben zeigt einen ganz normalen PS4-Controller - eigentlich nichts Besonderes. Aber seit den Controllern der Neunziger hat sich eine ganze Menge verändert. Dass das Equipment mittlerweile wireless funktioniert, gehört schon zum guten Ton dazu. Und das ist ja auch unglaublich praktisch, wenn man nicht jederzeit Gefahr läuft, über das Kabel zu stolpern und dabei das ganze System ins Verderben zu reißen.
Aber dieser Controller kann mehr.
Dieses rechteckige Feld, in der Mitte oben - erst dachte ich, das ist eine Art Fach. Vielleicht steckt man da einen Akku rein, oder das ist eine Klappe, unter der sich weitere Kabeleingänge befinden. Weit gefehlt: Dieses kleine nette Ding ist ein Touchpad. Ja, mittlerweile hat der standardisierte Spielecontroller ein eigenes Touchpad!
Ich erinnere: Als ich im Alter meiner Schüler war, habe ich mir im Leben nicht vorstellen können, dass ich allein durch Berühren einer Fläche meterweit entfernt einen Mauszeiger bedienen könnte. Für unsere heutige Jugend nichts Besonderes mehr - ich hoffe, sie wissen es trotzdem wertzuschätzen. Ein eigenes Touchpad am Controller, herrschaftszeiten...
Und dann findet sich am unteren Ende des Controllers ein Eingang für das mitgelieferte Headset. Ja, meine Damen und Herren ältere Generation, es wird immer besser: Man bekommt ein Headset dazu, das man am Controller anschließen kann - nicht nur, um damit den Sound direkt auf die Ohren zu bekommen für VoiceChats oder Teamspeaks - mithilfe des eingebauten Mikrofons kann man seine Playstation komplett per Sprache steuern!
Ich erinnere: In meiner Jugend galt es als technologischer Meilenstein, dass man die Zimmerlampe mittels Klatschen ein- und ausschalten konnte. Theoretisch eine Innovation, praktisch ein Schlafkiller, wenn man nicht allein in der Wohnung war. Und heutzutage kann ich meiner Playstation also einfach befehlen, was sie machen soll - ich dachte, solche Entwicklungen gehören in den Raumfahrt-Bereich, weit gefehlt.
Und ich muss hier einfach mal konstatieren: Ich liebe die gewaltigen Sprünge, die unsere Technik heutzutage macht. Ich genieße die extrem hochauflösenden Darstellungen in Videospielen, ich genieße den kristallklaren Surroundsound. Für einen Ästheten wie mich, der seine Umgebung intensiv wahrnimmt, ist das ein Springquell guter Stimmung. Was freue ich mich auf den September, wenn Final Fantasy XV in die Läden kommt! Die Reihe hat an sich selbst den Anspruch, die Maßstäbe in Sachen Grafik zu setzen. Ich denke mal, das dürfte ein Fest für die Sinne werden.
Ja, ich bin da auch typisch Mann, ich finde so technisches Spielzeug toll. Mit Bezug auf den Anfang des Beitrags: Egal, wie alt ich bin, beim Ausprobieren neuer Hardware werde ich zum kleinen Spielkind mit leuchtenden Augen. Ich liebe es auch aufgrund seiner modernen Ästhetik, die sich gut in den Stil einpasst, den ich in meiner Wohnung erreichen möchte. Ein Modernarium im Stil Tyler Johnsons aus Douglas Couplands Shampoo Planet. Ich bin nun also sehr glücklich, und ich fühle mich ausgeglichen genug, als dass nun endlich der Kopf runter kann. Ich hasse diese hochtemperierenden Haare in dieser Jahreszeit.
Danke an die Entwickler! Danke für das neue Technik-Zeitalter!
post scriptum: Den Friseur gewechselt und eine Busfahrt in Kiel kostet jetzt Zwei Sechzig. Was für ein glorreicher Tag trotz mir für gewöhnlich die Laune verhagelnden Wetters!
Dienstag, 2. August 2016
Erziehungsauftrag
Ich jammere immer wieder herum, dass ich ein schlechter Lehrer bin, ein grauenhaftes Vorbild für Kinder, die würden sich von mir ja nur die schlechten Eigenschaften abschauen. Aber was ist denn eigentlich ein guter Lehrer? es schütteln gerade Referendare reihenweise genervt die Köpfe Jeder möge für sich entscheiden, welche Kriterien einen guten oder schlechten Lehrer ausmachen. Worum es mir heute geht: Ich sage mir immer, Hilarius, als Lehrer hast Du einen Erziehungsauftrag. Das geht weit über das Eintrichtern von Wissen hinaus.
Jetzt könnte eine schöne, in die Tiefe gehende Erörterung des vorangegangenen Satzes folgen, aber wie meine Hackbraten-Naturkatastrophe (freie Assoziation!) neulich zu mir meinte: "Du siehst das alles so oberflächlich." Truth be told, und so kommt auch hier nur ein oberflächliches Beispiel für einen Erziehungsauftrag, der mir im Kern allerdings sehr wichtig und wertvoll erscheint.
In der letzten Schulwoche habe ich - wie ich es gerne mache - mit einer Schulklasse einen Film geschaut (ich liebe es, die Schüler englische Filme konsumieren zu lassen, hab tatsächlich ein Unterrichtskonzept daraus gestrickt). Für eine siebte Klasse empfand ich Chihiros Reise ins Zauberland ganz passend. So sitzen wir also alle da, Lehrer, Schüler, Schulbegleitung (von der Idee her toll!), und wir lassen uns verzaubern von Nina Hagens fantastischer rauchiger Stimme in der Rolle der Yubaba.
Unvermittelt kommt so ein kleiner Steppke zu mir nach vorn und spricht mich an: "Hmm... können wir nicht lieber Unterricht machen? Der Film ist so schlecht animiert, das möchte ich nicht sehen."
Tausend Gedankenzüge entgleisen, HB-Style.
Dieses Kind ist in dem Moment zu einem Projekt geworden. Ich werde diesem Kind beibringen, dass Äußerlichkeiten nichts über den wahren Wert einer Sache aussagen. Never judge a book by its cover, genau das werde ich ihm klarmachen, ich werde ihn dazu bringen, dass er das Konzept verinnerlicht. Dieses Kind wird lernen, sich nicht von ersten Eindrücken blenden zu lassen, es wird lernen, hinter die Fassade zu schauen, es wird das Konzept der Wertschätzung lernen.
Das ist mein Erziehungsauftrag.
post scriptum: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, meine kleine Hackbraten-Naturkatastrophe!
Montag, 1. August 2016
Internationaler Kaffeeklatsch (vielleicht bedeutsam!)
Dieser Beitrag entbehrt jeglichen Sinnes sowie Verstandes. Er ist einzig eine Liebeserklärung an Sprache und manche derer, die von ihr Gebrauch machen. Ich übernehme keinerlei Verantwortung für eine nach Lektüre der folgenden Buchstabenkombinationen rapide einsetzende Verdummung.
Figuren:
Rolfina - österreichische Austausch(sch)lampe
Masow - russischer Gewichtheber(in?)
Ocram - polnischer Zigarettendreher
Darsan - syrischer Hackbratenlieferant
Azzazzyt - irakischer Wiedergänger
Bistoa - französische Edelnutte
"Sechs Kaffee bitte!"
"Please, kann ich Tee haben?"
"Rolfina ist mein Name, ich komme aus Österreich."
"Ach, sieh an, wie nett!"
"China habe ich auch schon bereist."
"Hmmm, ich glaube, wir sind eine sehr internationale Runde hier."
"Erwartet aber bitte nicht, dass ich eure Sprachen spreche."
"Ich sein Darsan, Spezialist für Braten von Hack."
"Super, aber das nützt uns gerade wenig, denn wir warten auf Kaffee."
"Tee, hatte ich gesagt!"
"Einer fehlt noch, oder?"
"Ich glaube, wir sind vollzählig, mehr passen auch nicht an den Tisch."
"Nun denn, ich begrüße euch alle herzlich im Café Willkommenskultur!"
"Seid ihr alle gut hergekommen?"
"Paar Minuten Verspätung, aber sonst unproblematisch."
"Ach, ja. Verspätung ich auch hatte. Deutsche Bahn."
"Naja, Hauptsache, wir sind jetzt alle hier und trinken Kaffee."
"Niemand nimmt auf die Teetrinker Rücksicht!"
"Edelnutte gefällig? Ich arbeite zu besonders günstigen Tarifen."
"Nein danke, dann schon lieber ein saftiges Hacksteak."
"Darsan sein Hackbratenlieferant, kann ich dienen mit!"
"Entweder, der Kaffee kommt jetzt gleich oder..."
"Stop! Keinen Stress hier."
"Und wir sollten uns auch noch Kuchen bestellen."
"Natürlich ist Frankreich das Land der besten Kuchen, wir sagen Tarte."
"Das ist ja interessant."
"Fällt euch auf, dass unser irakischer Freund etwas blass ist?"
"Leidet wohl unter Blutarmut."
"Er sagte, er heißt Azzazzyt."
"Xuxu hätte ich gern in meinen Tee."
"Ist das dein Ernst, diese süße Plörre?"
"Benehmt euch mal, was sollen denn die Leute denken!"
"Leck mich am Arsch, die Leute sind mir scheißegal."
"Es ist gerade die Jahreszeit für Erdbeerkuchen."
"Süß sind die Früchte aber noch nicht so recht."
"Schlagsahne drauf, dann passt das."
"Passt wunderbar, auch gut zu Koteletttorte."
"Iiieeehh!"
"Es ist nicht zu glauben, man kann sich mit euch nicht unterhalten!"
"Liegt vielleicht an der Sprachbarriere?"
"Ziemlich wahrscheinlich."
"Eh, Frau Kellnerin, könnte ich noch ein Akrostichon bekommen?"
"Und für mich auch eins, mit Baiser, das knackt immer so schön!"
"Gut, dann wollen wir doch mal den Umsturz planen..."
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