Donnerstag, 8. März 2018

Thema Offenheit


Ja, es gibt Einblicke in mein Leben. Nein, ich habe kein Problem damit.
Wieder Funkstille, es sind halt derzeit Tage, an denen ich viel nachdenke und oftmals einfach nichts posten möchte - selbst wenn zwei fertig geschriebene Artikel bereit stehen; es fühlt sich einfach nicht nach dem richtigen Moment dafür an. Heute fühlt es sich richtiger an, mit einem Zitat einzusteigen:

"Sehr geehrter Dr Hilarius, vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Schule. Leider haben wir uns für einen ihrer Mitbewerber entschieden. Wir sind immer offen für frischen Wind im Kollegium, aber er muss in einer für uns erträglichen Windstärke pusten."

So die Rückmeldung der Schulleitung nach einem von zahlreichen Vorstellungsgesprächen (diese Art der Rückmeldung macht mir klar, dass ich an einer solchen Schule nicht arbeiten möchte). Es gibt eben Gründe, warum man mich nicht nimmt. Darüber habe ich auch an anderer Stelle geschrieben. Einer dieser Gründe scheint meine Offenheit zu sein.

Ich weiß nicht, ob das der Hochbegabung geschuldet ist, aber man kann mit mir offen und ehrlich über wirklich alle Themen reden - und damit kann nicht jeder umgehen. "Du überforderst die Kollegen/Eltern/Schüler damit", heißt es dann immer. Das mag ja so sein, aber dann sollte ich vielleicht kein Lehrer werden? Ich weiß von der Sannitanic und der großen Buba, dass es eine Weile gedauert hat, bis sie mit meiner Offenheit umgehen konnten (Ihr dürft mich in den Kommentaren aber gern korrigieren!).

Ich bin heute von einem Schüler angesprochen worden: "Also bei ein, zwei Beiträgen könnte ich mir vorstellen, dass sie das vielleicht lieber nicht öffentlich machen wollen?" Dieser Einwand kommt immer wieder, seit Monaten, seit Jahren, seitdem ich mit dem Blog begonnen habe. An allen Schulen schlägt mir reihenweise Unverständnis dafür entgegen, was ich hier von mir preisgebe. Meine Denkweise ist: Ich habe nichts zu verbergen. Nichts bereuen. Zu allem stehen. Und das möchte ich auch in diesem Blog vorleben.

Leider löst diese Sorge ("Dir ist aber schon klar, dass das jeder lesen kann, oder?" - WIE soll ich darauf reagieren?) immer wieder kollegiale Fürsorge aus, Menschen, die es gut mit mir meinen. Ist sicherlich nett gemeint. Aber ich bin mir dessen bewusst, was ich hier tue. Ich bin nicht ganz so dumm - auch wenn ich an jeder neuen Schule immer wieder von einigen Kollegen wie ein Nulltsemester behandelt werde.

Man gewöhnt sich ein dickes Fell an. Aber, ich muss ganz ehrlich zugeben, ich wäre froh, wenn es irgendwann einmal eine Schule gäbe, die stolz ist auf ihren durchgeknallten Dr Hilarius, die sich an ihn gewöhnt hat, die ihn so nimmt, wie er ist. Es scheint noch ein langer Weg bis dahin zu sein - ich gehe weiter...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen